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HANAUER Sportlerwahl: Diese 5 Sportlerinnen stehen zur Wahl

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Von: Thorsten Jung

Die nominierten Sportlerinnen der HANAUER Sportlerwahl 2021 Sarah Bormann, Marlen Charrier, Lisa Holbrook, Lisa Oed und Doreen Vennekamp
Die nominierten Sportlerinnen der HANAUER Sportlerwahl 2021: Sarah Bormann, Marlen Charrier, Lisa Holbrook, Lisa Oed und Doreen Vennekamp © HA

Fünf Sportlerinnen sind bei der Wahl zur HANAUER Sportlerin des Jahres 2021 nominiert. Sarah Bormann (31) aus Nidderau ist Boxerin der TG Hanau, Marlen Charrier (16) Rollkunstläuferin des 1. Hanauer REC, Lisa Holbrook (21) aus Großauheim rudert für den RC Hassia Hanau, Lisa Oed (23) war für den SSC Hanau-Rodenbach erfolgreich und Doreen Vennekamp (26) ist Sportschützin beim SV Hubertus Hüttengesäß.

Alle fünf waren im Jahr 2021 international erfolgreich. Sarah Bormann ist Weltmeisterin, Marlen Charrier Vize-Europameisterin, Lisa Holbrook wurde WM-Dritte, Lisa Oed EM-Dritte und Doreen Vennekamp kam bei den Olympischen Spielen auf Platz sieben. Außerdem wird auch 2021 wieder der HANAUER Sportler des Jahres 2021 gesucht.

Hier kommen Sie zur Abstimmung. Die Abstimmungsphase endet am Montag, 21. Februar, um 17 Uhr.

Sarah Bormann von der Turngemeinde Hanau

Hart geschlagen: Die Nidderauerin Boxerin Sarah Bormann hat ihrer WM-Gürtel-Sammlung zwei weitere hinzugefügt.
Hart geschlagen: Die Nidderauerin Boxerin Sarah Bormann hat ihrer WM-Gürtel-Sammlung zwei weitere hinzugefügt. © Scheiber

Die Corona-Pandemie hat Sarah Bormann im Jahr 2021 einmal mehr ausgebremst. So ganz stoppen ließ sich die Nidderauerin bei ihrer Jagd nach Weltmeisterschaftstiteln aber nicht. Ihrer beeindruckenden Sammlung an WM-Gürteln der GBU, WIBF und WBF im Halbfliegengewicht (bis 48,9 Kilogramm) fügte sie zwei weitere im Minimumgewicht (bis 47,6 Kilogramm) hinzu.

Im Mai gewann „Babyface“ im Belgrader Hotel Hyatt Regency einstimmig nach Punkten gegen die Spanierin Catalina Diaz und sicherte sich die vakanten WM-Gürtel der WIBF und GBU. „Ich freue mich sehr, dass ich wieder boxen durfte, und dass es siegreich war. Ich bin überglücklich“, sagte die 1,63 Meter große Linksauslegerin nach ihrem 13. Sieg im 13. Profikampf. Damals wusste sie noch nicht, dass die Corona-Pandemie für eine weitere monatelange Kampfpause sorgen würde.

Für die 31-Jährige war der Triumph in der serbischen Hauptstadt auch der erste für ihren neuen Boxstall Petko’s Boxing, zu dem sie Anfang des Jahres gewechselt war. Im Februar hatte ihr neuer Boxstall Sarah Bormann medienwirksam im Offenbacher Stadion am Bieberer Berg präsentiert.

Mit der Expertise von Petko’s Boxing will sich die von ihrem Heimtrainer Benjamin Romero bei der TG Hanau ausgebildete und gecoachte Boxerin ihrem ehrgeizigen Ziel, amtierende Weltmeisterin in vier Gewichtsklassen zu werden, weiter annähern - sofern es die Corona-Pandemie zu lässt.

Marlen Charrier vom 1. Hanauer REC

Toll performt: Marlen Charrier vom 1. Hanauer REC wurde Vize-Europameisterin.
Toll performt: Marlen Charrier vom 1. Hanauer REC wurde Vize-Europameisterin. © Privat

Die Rollkunstlauf-Europameisterschaften im italienischen Riccione gerieten für Marlen Charrier zur Nervenprobe. „Trotz EM-Silber nicht ganz zufrieden: Marlen Charriers Nerven spielen nicht mit“, titelte der HANAUER ANZEIGER im September.

Die 16-Jährige hatte als einzige Deutsche im Teilnehmerfeld der Klasse Jugend Damen drei starken Italienerinnen getrotzt und den zweiten Platz ergattert. Und es war mehr drin für die Frankfurterin. Der Kopf sei zwar nicht nervös gewesen, aber die Beine hätten nicht das gemacht, was sie sollten, meinte Marlen Charrier nach dem Wettkampf in Italien.

Schon zwei Monate vorher hatte sie bei den deutschen Meisterschaften einen souveränen Sieg in der Jungendklasse errungen. Das HREC-Talent siegte mit deutlichem Punktevorsprung und trotzte einer Unannehmlichkeit: Ein Bienenstich am Fuß machte Marlen Charrier, die als Kind durch Eiskunstlaufen zum Rollkunstlauf gekommen war, zu schaffen.

Mit sechsmal Training pro Woche - meist täglich nach der Schule - arbeitet sie hart für ihr großes Ziel: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft.

Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach

Schnell gelaufen: Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach holte bei der U23-EM Bronze über 10 000 Meter.
Schnell gelaufen: Lisa Oed vom SSC Hanau-Rodenbach holte bei der U23-EM Bronze über 10 000 Meter. © Imago

Bronze ist die Farbe des Jahres von Lisa Oed. Im Juli lief die inzwischen 23-Jährige bei der U23-Europameisterschaft in Tallinn/Estland über 10 000 Meter ebenso auf Rang drei wie bei der deutschen U23-Meisterschaft im Juni in Koblenz über 5000 Meter. Es waren die letzten großen Erfolge von Lisa Oed im Trikot des SSC Hanau-Rodenbach. Zum Jahreswechsel hat sie den Verein gewechselt und sich dem Königsteiner SV angeschlossen.

Lisa Oeds EM-Auftritt in Talinn war eine große Überraschung - nur die Italienerin Anna Arnaudo und Siegerin Jasmijn Lau aus den Niederlanden waren schneller als die Rodgauerin. Mit einer Medaille hatte Lisa Oed nach einer wechselhaften Saison nicht gerechnet. Genauso wenig wie mit der persönlichen Bestzeit, die sie um beinahe 35 Sekunden auf 33:35,99 Minuten verbesserte.

Und das trotz der überraschenden Wetterverhältnisse. Statt der erwarteten Hitze setzten Regenfälle die Tartanbahn unter Wasser. „Mit meiner Hinderniserfahrung habe ich aber kein Problem mit nassen Schuhen“, sagte eine strahlende Lisa Oed nach ihrem Medaillengewinn.

Zwei Wochen zuvor war sie bei den deutschen U23-Meisterschaften in Koblenz ebenfalls als Dritte ins Ziel gekommen - in einer Zeit von 16:40,37 Minuten.

Lisa Holbrook vom Ruderclub Hassia Hanau

Schwer geschuftet: Die Großauheimerin Lisa Holbrook gewann mit dem deutschen Achter bei der U23-Weltmeisterschaft Bronze.
Schwer geschuftet: Die Großauheimerin Lisa Holbrook gewann mit dem deutschen Achter bei der U23-Weltmeisterschaft Bronze. © rudern.de / Detlev Seyb

Was war das für ein erfolgreicher Sommer für Lisa Holbrook! Bundesweit top und international auf dem Podest - die Athletin des Ruderclubs Hassia Hanau war Teil eines erfolgreichen Frauen-Achters des Deutschen Ruderverbandes.

Höhepunkt ihrer Saison waren die U23-Weltmeisterschaften im tschechischen Racice, wo das Boot mit der Großauheimerin zur Bronzemedaille ruderte. Bei dem Rennen im Juli musste sich der deutsche Frauen-Achter nur den USA und den Niederlanden geschlagen geben.

„Wir sind stark losgefahren, haben stark nachgelassen, aber es hat gereicht“, hatte Lisa Holbrook das Rennen, in dem ihr deutsches Boot zwischenzeitlich mit einer halben Bootslänge in Führung gelegen hatte, nach der Rückkehr an Land zusammengefasst.

Wer weltweit aufs Treppchen fährt, ist meist auch die Nummer eins im eigenen Land. So ist es nicht ganz so überraschend, dass der Achter mit Holbrook, die in Hannover Architektur studiert und am dortigen Stützpunkt trainiert, bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Juni in Essen ganz oben auf dem Podest stand. Doch damit nicht genug: Überraschend gewann die 21-Jährige auch im Vierer ohne Steuerfrau eine Goldmedaille.

Doreen Vennekamp vom SV Hubertus Hüttengesäß

Gut gezielt: Die Ronneburger Sportpistolenschützin Doreen Vennekamp hat es zu den Olympischen Spielen nach Tokio geschafft.
Gut gezielt: Die Ronneburger Sportpistolenschützin Doreen Vennekamp hat es zu den Olympischen Spielen nach Tokio geschafft. © Scheiber

Die Olympischen Spiele in Tokio waren das Sport-Highlight im Jahr 2021. Wenige Tage nach ihrem 26. Geburtstag hatte Doreen Vennekamp vom SV Hubertus Hüttengesäß im April in München ihre Olympia-Teilnahme perfekt gemacht. Die Sportpistolenschützin sicherte sich bei der Qualifikation des Deutschen Schützenbundes eines der beiden deutschen Olympia-Tickets.

Der Wettkampf in Tokio begann für Doreen Vennekamp an einem Donnerstag Ende Juli denkbar schlecht. Nach dem Präzisionsschießen, dem ersten Teil der Qualifikation, lag das Finale für sie in weiter Ferne. Doch dank einer überragenden Serie im Schnellfeuer am Tag danach mit 299 von 300 möglichen Ringen schoss sich die Ronneburgerin in die Endrunde. Nach einer phänomenalen Aufholjagd stand Doreen Vennekamp unter den besten acht und war am Freitagmorgen live im ZDF zu sehen. Im Finale startete sie bei ihrer Olympia-Premiere stark, ehe sie ausschied und Siebte wurde.

Dennoch war hinter Doreen Vennekamps Mund-Nasen-Schutz ein breites Grinsen zu erkennen. „Ich bin froh, im Finale dabei gewesen zu sein“, sagte sie kurz nach dem Wettkampf und gestand „ziemlich nervös vor dem Finale“ gewesen zu sein.

2021 wurde Doreen Vennekamp zudem noch Team-Europameisterin im kroatischen Osijek und gewann beim Weltcup-Finale im polnischen Breslau Gold.

Gute Voraussetzungen für die Zukunft, denn immerhin will sie bei den nächsten Sommerspielen in Paris versuchen, „eine Schippe drauf zu legen“.

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