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Hanauer Serie endet krachend: 21:33-Heimpleite gegen Erlangen II

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Von: Robert Giese

Ungleiche Verhältnisse: Während Erlangens Tarek Marschall (links) mit neun Toren glänzte, packte Marc Strohl oft zu beherzt zu. Nach drei Zeitstrafen war das Spiel für den Hanauer Rückraumspieler vorzeitig beendet.
Ungleiche Verhältnisse: Während Erlangens Tarek Marschall (links) mit neun Toren glänzte, packte Marc Strohl oft zu beherzt zu. Nach drei Zeitstrafen war das Spiel für den Hanauer Rückraumspieler vorzeitig beendet. © Scheiber

Einen Abend zum Vergessen haben die HSG Hanau und die Fans des Handball-Drittligisten am Samstag erlebt. Im Heimspiel gegen den HC Erlangen II zeigten sich die Gäste dem Spitzenreiter in allen Belangen überlegen, ließen den Hanauern keinerlei Chance und feierten am Ende einen 33:21-Kantersieg, der den Erwartungen der HSG an die anstehende Aufstiegsrunde einen merklichen Dämpfer verpasst haben dürfte.

Hanau – Dabei hatte Hanau im Vorfeld allen Grund, mit breiter Brust ins Spitzenspiel mit dem Tabellenzweiten aus Erlangen zu gehen: Die vergangenen neun Spiele hatte der Ligaprimus allesamt nicht verloren, in eigener Halle vor den Fans des „Blauen Blocks“ gab es überhaupt erst einen Punktverlust. Zwar hatte sich auch der HCE in diesem Jahr sehr formstark präsentiert, doch angesichts der über 400 Fans in der Main-Kinzig-Halle konnte sich die Mannschaft von Hannes Geist vor dem Anpfiff durchaus berechtigte Hoffnungen machen, an diesem Abend die Meisterschaft in der Staffel E in trockene Tücher zu bringen.

Es sollte anders kommen. Nach unruhigen, von frühen Zeitstrafen geprägten Anfangsminuten gerieten die Hausherren ins Hintertreffen. Hauptgrund war die agile Abwehr der Gäste, die auf den Halbpositionen offensiv verteidigte und es auch bei den Spielzügen der Hanauer immer wieder schaffte, die entscheidenden Anspielstationen zuzustellen. Die Grimmstädter kamen offensiv nur selten in Schwung, und auch die Versuche der HSG, über die Schnelle Mitte oder Zweite Welle zu Toren zu kommen, unterband Erlangen durch frühes Stören häufig erfolgreich.

Lediglich vier Treffer konnten die Gastgeber nach einer Viertelstunde aufweisen, der HCE kam zu diesem Zeitpunkt hingegen bereits auf doppelt so viele Tore. Das lag daran, dass die Hanauer Abwehr Erlangens Offensive um den früheren Hanauer Tarek Marschall - der Toptorjäger der Staffel kam am Ende auf neun Treffer - nie so richtig in den Griff bekam; Sebastian Schermuly und später Henrik Naß im HSG-Kasten wurden von ihren Vorderleuten zu häufig im Stich gelassen und waren dadurch kein Faktor. Geist stellte die Deckung auf eine 5:1-Abwehr um, wodurch Hanau den Rückstand zumindest konstant halten konnte, zum Seitenwechsel stand es 11:16.

Nach Wiederanpfiff waren die Hanauer sichtlich gewillt, den Rückstand so schnell wie möglich aufzuholen, verkürzten durch zwei schnelle Treffer und zwangen Gäste-Coach Tobias Wannenmacher zu einer frühen Auszeit. Diese brachte die Hausherren etwas aus dem Tritt, denn auch wenn sich Hanau zunächst weiter gute Chancen erarbeitete, fanden diese zu selten den Weg vorbei am gut aufgelegten Janis Boeick im Tor des HCE.

Mitte der zweiten Halbzeit zeigte die HSG dann regelrechte Auflösungserscheinungen: Im Angriff völlig von der Rolle und mit zahlreichen Ballverlusten, in der Abwehr löchrig und ohne jeden Zugriff, schwammen den Gastgebern in Rekordzeit die Felle davon. Geist nahm zwar innerhalb von weniger als vier Minuten seine beiden verbleibenden Auszeiten, konnte damit aber nicht mehr die richtigen Impulse setzen: Hanau lag eine Viertelstunde vor Schluss mit 15:26 zurück, die Messe war gelesen.

„Das war ein ernüchternder Auftritt von uns, wir haben in keiner Sekunde das geschafft, was wir uns vorgenommen hatten“, zeigte sich Geist enttäuscht über die 21:33-Heimpleite, „die auch in der Höhe verdient ist.“

Gästetrainer Wannenmacher sah den Knackpunkt in der Partie ab der 40. Spielminute, „da haben wir einige Ballgewinne und das ist dann einfach unser Spiel.“ Geist, dessen Team bereits am Mittwochabend in Nieder-Roden erneut gefordert ist, wollte das „Lehrstück“ erst einmal möglichst „schnell abhaken. Wir dürfen den Kopf jetzt nicht in den Sand stecken und werden im Derby ein anderes Gesicht zeigen.“ (Von Robert Giese)

HSG Hanau: Naß, Schermuly; Ahrensmeier, Bergold (4/4), Braun (3), Christoffel, Lorenz (2), Marquardt (1), Pillmann, Ritter (1/1), Rivic (1), Ruppert (4), Schiefer (3), Strohl - Schiedsrichter: Janz / Sug - Siebenmeter: HSG 7/5, HCE II 5/5 - Zeitstrafen: HSG 4, HCE II 4 - Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Ahrensmeier (28., grobes Foul) und Strohl (51., dritte Zeitstrafe, beide HSG) - Zuschauer: 400

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