Tor im Finale: Der Hanauer Philipp Ahouansou freut sich über seinen Treffer im WM-Endspiel gegen Ägypten, das die deutsche U19 jedoch verlor. Foto: IHF

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Hanauer Ahouansou ist mit deutscher U19 Vize-Weltmeister geworden

Handball. Eine überraschend starke Rolle hat die deutsche U19-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Skopje gespielt. Dort musste man sich erst im Finale geschlagen geben. Mittendrin war Philipp Ahouansou, der in der Jugend für die HSG Hanau auflief und mittlerweile bei den Rhein-Neckar Löwen spielt.

Von Robert GieseBei der Weltmeisterschaft überhaupt teilzunehmen, sei für den 18-Jährigen eine unglaubliche Erfahrung gewesen: „Man muss da erst einmal realisieren, was für eine Riesensache es ist, um den Weltmeistertitel zu spielen“, berichtet der Rückraumspieler von seinen Erfahrungen in Nordmazedonien. „Aber dann ist es ein tolles Gefühl, mit dieser Mannschaft auf dem Feld zu stehen.“

Dieses Gefühl wurde bei Ahouansou und seinen Teamkollegen jedoch schnell getrübt, denn im Auftaktspiel gegen Portugal riefen die Deutschen keine gute Leistung ab und unterlagen klar mit 26:33 (15:18). „Da war die Stimmung erst einmal im Keller“, so der Hanauer, „aber diese Niederlage war ein Schuss vor den Bug zur richtigen Zeit und ein Riesenansporn, etwas zu ändern.“ Fortan agierten Ahouansou und seine Teamkollegen im Angriff mit mehr Konsequenz und standen insbesondere defensiv deutlich besser: „Da waren wir im ersten Spiel noch nicht kompakt und aggressiv genug.“

Eine beeindruckende Erfolgsserie

Die beim Turnierauftakt noch so löchrige Abwehr sollte sich in den weiteren Spielen als Faustpfand der deutschen Nationalmannschaft erweisen und war die Basis für eine beeindruckende Erfolgsserie: Ob Tunesien, Serbien, Brasilien, Island, Argentinien, Ungarn oder Dänemark, die Deutschen bezwangen ihre Konkurrenten in der Folge meist deutlich und stießen dadurch bis ins Finale vor. „Wir kamen in einen Flow, standen in der Abwehr gut und haben es vorne spielerisch schlau gelöst, wodurch wir zu einfachen Toren gekommen sind“, so der Rückraumspieler, der im Turnierverlauf knapp 20 Treffer erzielte.

Im Finale wartete dann Ägypten auf das deutsche Team, und die Nordafrikaner stellten sich letztlich als zu stark heraus – Deutschland musste mit 28:32 (8:14) die Segel streichen. „Wir waren am Anfang viel zu hektisch und nicht konsequent genug in der Abwehr“, übt Ahouansou Selbstkritik, lobt aber auch den Gegner: „Die Ägypter hatten viel Physis und Tempo im Spiel, da haben wir uns überrennen lassen und nicht zurückgeschlagen. Außerdem haben sie uns mit einer Abwehrumstellung vor eine Aufgabe gestellt, auf die wir uns nicht schnell genug eingestellt haben.“

Für Ahouansou persönlich war die Endspielniederlage besonders bitter, markierte sie doch die bereits dritte Finalpleite in Folge für den 18-Jährigen, der zuletzt ähnlich knapp im Kampf um die deutschen Meisterschaften in der B- und A-Jugend gescheitert war. „Ehrlich gesagt nervt es, Zweiter zu sein“, gibt Ahouansou zu, „aber nach dem ersten Spiel hätte uns diese Leistung wohl keiner zugetraut, und wir sind immerhin das zweitbeste Team der Welt. „Darum bin ich auch über den zweiten Platz superglücklich, zumal wir uns alle individuell sehr weiterentwickelt haben.“

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