In der heimischen Main-Kinzig-Halle haben Hannes Geist, Yaron Pillmann, Marius Brüggemann, Marc Strohl (von links) und ihre Kollegen in der Regel alles im Griff. Aber die letzten Auswärtsauftritte waren zum Teil gruselig. Das soll morgen bei der zweiten Mannschaft des HSC Coburg anders aussehen. Archivfoto: TAP

Hanau

HSG Hanau will auch in der Fremde Vollgas geben

Handball. Mit einem berauschenden 25:15-Derbysieg hat die HSG Hanau am vergangenen Freitag in eigener Halle die SG Bruchköbel besiegt, am Samstag steht für das Team von Patrick Beer allerdings wieder eine ungeliebte Auswärtsfahrt an.

Von Robert Giese

Ab 16 Uhr tritt die HSG bei der zweiten Mannschaft des HSC Coburg an und will die dürftige Auswärtsbilanz – in der Ferne sind die Grimmstädter eines der schwächsten Teams der 3. Liga Ost – aufpolieren.

„Wir wollen gewinnen und Vollgas geben“, betont Beer, der aber einräumt, dass zumindest Letzteres bei Auswärtsspielen nicht immer der Fall gewesen sei – den dürftigen Auftritt beim Gastspiel in Bad Blankenburg führt der HSG-Coach als Beispiel an, das sich nicht wiederholen soll. Außerdem wollen die Hanauer sich nicht nachsagen lassen, in den Abstiegskampf einzugreifen, schließlich stehen die Coburger in direkter Konkurrenz mit den Hanauer Lokalrivalen SG Bruchköbel und TV Gelnhausen, die auch beide um den Klassenerhalt kämpfen.

Beer ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft diesmal auch auswärts seine Leistung abrufen kann: „Wir haben unter der Woche im Training richtig Gas gegeben und die Anspannung hoch gehalten. Ich denke, wir haben aus den bisherigen Spielen gelernt“, so der HSG-Coach, dessen Mannschaft sich in dieser Saison nach Gala-Vorstellungen gerne einmal einen Durchhänger leistete.

Aufbauen will der Trainer der Hanauer dabei auf der Abwehrstärke seiner Mannschaft, die sie gegen Bruchköbel eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat und nur 15 Gegentreffer zuließ – Saisonbestwert für den Tabellenfünften. Eine gute Abwehr- und Torwartleistung sei generell Grundlage für den Erfolg, wie Beer erläutert: „Da greift ein Rädchen ins andere: Eine gute Deckung führt oft zu einer guten Torwartleistung, und wenn wir hinten sicher stehen, können wir selbst schnelle Angriffe einleiten und zu einfachen Toren kommen.“

Schnell ging es auch im Hinspiel zu, als beide Teams oft den direkten Abschluss suchten und die Defensivarbeit dabei eher vernachlässigten. Beim Abpfiff stand für die HSG daher ein deutlicher 38:28-Sieg auf der Anzeigetafel, in keiner Partie trafen die Hanauer häufiger. „Das Spiel am Samstag wird nicht so torreich“, glaubt Beer, „denn unsere Abwehr steht inzwischen viel besser als in der Hinrunde.“ Das liege auch an Jan-Eric Ritter, der in der Deckung gegen den linken Rückraum des Gegners inzwischen „eine wichtige Rolle spielt und seinen Job richtig gut erledigt“ – in Coburg darf der Spielmacher seine Defensivstärke wohl gegen den wurfgewaltigen Zwei-Meter-Mann Andreas Wolf unter Beweis stellen, der gerne aus der Distanz abschließt.

Mit wem genau es Ritter und Co. am morgigen Samstag zu tun bekommen, steht allerdings noch in den Sternen, denn im Kader der Coburger gab es zuletzt häufig Veränderungen. „Mal ziehen sie Spieler aus der ersten Mannschaft wie Felix Spross oder Benedikt Kellner runter in die zweite Mannschaft“, hat Beer beobachtet, „aber manchmal spielen sie auch nur mit acht Feldspielern wie letzte Woche gegen Großwallstadt“. Von den Personalrochaden wollen sich die Hanauer jedoch nicht verrückt machen lassen: „Wir sind gut beraten, wenn wir uns auf uns konzentrieren. Punkten können wir in Coburg ganz unabhängig davon, wer bei ihnen aufläuft.“

Allerdings ist momentan ebenfalls unklar, wer am Samstag im Kader der HSG steht, denn da der Tabellenfünfte keine Verletzten zu beklagen hat, hat Beer ein echtes Luxusproblem – und müsste zwei Spieler zu Hause lassen. „Diese Situation hatte ich lange nicht mehr“, gibt der HSG-Coach zu, „aber ein paar Spieler sind derzeit erkältet, daher muss ich noch abwarten, ob sich für Samstag noch jemand krank meldet.“ Die Hanauer, die den Trip nach Oberfranken antreten, erwartet nach dem tollen Derby am letzten Freitag jedenfalls eine ganz andere Atmosphäre – zu einigen Heimspielen des HSC verirrten sich in dieser Saison nicht einmal 100 Zuschauer in die Halle.

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