Die mitgereisten Hanauer Schlachtenbummler peitschten die Spieler in Leipzig nach vorne. Die HSG freute sich nach 60 Minuten über den ersten Auswärtspunkt in Liga drei. Foto: PM

Hanau

HSG Hanau sichert sich ersten Auswärtspunkt der Saison

Handball. Aufsteiger HSG Hanau ist zum ersten Mal mit etwas Zählbarem von einer Auswärtsfahrt zurückgekehrt – nach dem Gastspiel bei der SG LVB Leipzig hatten die Grimmstädter auf der Heimreise einen Punkt im Gepäck. Nach abwechslungsreichem Spielverlauf hatten sich die beiden Tabellennachbarn zuvor 28:28 (15:13) getrennt.

Von Robert Giese

Wie von HSG-Coach Patrick Beer vor der Partie gefordert, legten die Hanauer bei den Sachsen einen starken Start hin und führten bereits nach fünf Minuten mit 4:1. Leipzig schlug jedoch zurück, konnte bereits wenige Minuten später wieder ausgleichen und ging kurz darauf selbst in Führung; ihren Vorsprung bauten die Gastgeber im ersten Durchgang auf bis zu drei Treffer aus.Die Hanauer hatten bis dahin noch besser als in den Vorwochen über den Kreis gespielt – sowohl Christian Appel als auch Hannes Geist sollten bis Spielende auf vier Treffer kommen -, über die Außen ging jedoch überhaupt nichts. „Unsere Außenspieler waren komplett abgemeldet und konnten ihre Torchancen heute nicht nutzen“, so Beer zur Leistung von Marius Brüggemann und Co., die zuletzt stark aufspielten, am Sonntag jedoch blass blieben.Youngster überzeugenDass die HSG nur mit zwei Toren Rückstand in die Pause ging, lag daher unter anderem an zwei Youngstern: Der erst 17-jährige Torwart Can Adanir, der kurzfristig für den an der Bizepssehne verletzten Niklas Eul in den Kader rückte und den Kasten der Hanauer hütete, überzeugte ebenso wie der wiedergenesene Maximilian Bergold, der Hanau mit seinen Treffern kurz vor der Pause im Spiel hielt.Bergold, auf dessen Konto am Ende sechs Treffer gingen, setzte seine Torejagd auch nach dem Seitenwechsel fort und sorgte mit dafür, dass die Hanauer die Partie nach Wiederanpfiff schnell drehen konnten – nach drei HSG-Treffern in Folge führten die Gäste plötzlich mit 16:15. Hanau hatte in der Folge seine stärkste Phase und zog eine Viertelstunde vor Schluss auf 23:20 davon, „weil das Team die taktischen Vorgaben nahezu perfekt umgesetzt hat“, wie Beer zufrieden anmerkte.Ausgleich in Überzahl kassiertEine anschließende Überzahlsituation geriet zum Desaster für die Gäste: Statt sich weiter abzusetzen, mussten die Grimmstädter den Ausgleich hinnehmen. Hanau zog zwar schnell wieder auf zwei Tore davon, die Leipziger glichen aber umgehend wieder zum 25:25 aus, was den Auftakt in eine spannende Schlussphase bildete. „Spielerisch war die Partie nicht immer ein Leckerbissen“, gab Beer zu, kämpferisch habe sein Team aber eine gute Leistung gezeigt.Und die war auch nötig, denn in den Schlussminuten geriet seine Mannschaft erstmals seit über 20 Minuten wieder ins Hintertreffen. Der zuletzt etwas außer Form spielende, am Samstag aber wieder starke Jannik Ruppert erzielte jedoch den Ausgleich zum 28:28, bei dem es bis zum Abpfiff blieb. Die HSG hatte in den Schlusssekunden zwar noch einmal Ballbesitz, wollte in Unterzahl allerdings nichts mehr riskieren und nahm daher einen Punkt mit nach Hause.Beer: "Mehr möglich gewesen“„Hier wäre eventuell mehr möglich gewesen“, so Beer mit Blick auf die zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung, „allerdings lagen wir kurz vor Abpfiff nochmal zurück, darum bin ich mit dem Unentschieden zufrieden. Das ist definitiv ein gewonnener Punkt.“Es sei wichtig gewesen, dass Spieler wie Bergold oder Ruppert, die zuletzt keinen großen Einfluss auf das Spiel der Hanauer hatten, gegen Leipzig mit starken Leistungen überzeugt hätten. Hanau bleibt durch das Remis auf dem 13. Platz und hat zwei Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone, Verfolger MSG Groß-Umstadt hat allerdings eine Partie weniger bestritten.HSG Hanau: Can Adanir (1), Sebastian Schermuly; Christian Appel (4), Maximilian Bergold (6), Marius Brüggemann (1), Björn Christoffel, Lucas Eisenhuth, Hannes Geist (4), Yaron Pillmann, Jan-Eric Ritter (2/2), Jannik Ruppert (3), Sebastian Siegmund, Marc Strohl (3), Tilman Werner (4) – Schiedsrichter: Magalowski/Schwieger – Siebenmeter: SG 2/2, HSG 4/2 – Zeitstrafen: SG 7, HSG 6 – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Oliver Seidler (SG, 37., dritte Zeitstrafe) – Zuschauer: 240

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