Nicht mehr im HSG-Trikot: Michael Malik hat aus persönlichen Gründen um die Auflösung seines Vertrags gebeten und steht nicht mehr im Dienst der Hanauer. Archivfoto: TAP

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HSG Hanau: Malik geht aus persönlichen Gründen - Ritter verletzt

Handball. Das neue Jahr ist gerade einmal zwei Wochen alt, doch beim Drittligisten HSG Hanau stapeln sich bereits die Hiobsbotschaften: Das Team von Oliver Lücke verlor nicht nur das Auftaktspiel vor eigenem Publikum mit 27:28 gegen den TV Germania Großsachsen, den Hanauern droht auch ein anhaltendes Personalproblem im Rückraum.

Von Robert Giese

Dort wird der HSG wohl nicht nur mehrere Wochen Jan-Eric Ritter fehlen, Hanau wird auch den Rest der Saison ohne Michael Malik bestreiten müssen: Dessen Vertrag löste der Drittligist auf Wunsch des Rückraumspielers in der Winterpause auf.

Malik war erst im Sommer mit reichlich Vorschusslorbeeren vom Ligarivalen HSG Bieberau-Modau in die Brüder-Grimm-Stadt gewechselt, schließlich war der Rechtshänder in der vergangenen Saison der beste Torschütze der Liga. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten hatte sich Malik auch bei der HSG etabliert und war mit 88 Treffern bis zur Winterpause der beste Torschütze der Hanauer.

Verein und Spieler halten sich bedeckt

Umso überraschender kam die Auflösung seines Vertrages. Verein wie Spieler selbst geben „persönliche Gründe“ für die Bitte des Spielers nach einer Trennung an, ohne weiter ins Detail gehen zu wollen. Bei der Partie gegen Großsachsen stand Malik bereits nicht mehr im Kader, was die nach vielen langfristigen Verletzungen ohnehin schon personell dezimierten Hanauer weiter schwächte.

„Spielerisch fehlt er uns, das hat man heute ja gesehen“, gab Lücke nach der knappen Heimniederlage zu Protokoll, bei der er noch eine weitere Hiobsbotschaft verdauen musste.

Ritter verletzt sich an den Außenbändern

In Spielmacher Jan-Eric Ritter, der nach einer langwierigen Verletzung gerade erst wieder Tritt gefasst hatte, verletzte sich im ersten Spiel des neuen Jahres nämlich ein weiterer Rückraumspieler: Ritter knickte in der zweiten Halbzeit um und zog sich nach einer ersten Diagnose Verletzungen an zwei Außenbändern zu.

„Der Knöchel ist ziemlich dick und ich kann nicht auftreten“, zeigte sich Ritter niedergeschlagen über die neuerliche Verletzung. Am morgigen Mittwoch soll der Hanauer Spielmacher eingehender untersucht werden, ihm droht aber aller Voraussicht nach eine weitere mehrwöchige Verletzungspause.

Nur noch drei gesunde Rückraumspieler

Für die HSG spitzt sich die Personalsituation im Rückraum durch die Verletzung Ritters und Maliks Abgang noch einmal zu: Neben den Langzeitverletzten Jannik Ruppert und Matthias Schwalbe fehlt dort aktuell auch Maximilian Bergold, Michael Hemmer machte am Sonntag die ersten Gehversuche nach seiner jüngsten Verletzungspause.

Lücke verfügt damit über lediglich drei gesunde Rückraumspieler, von denen Marc Strohl wegen beruflicher Verpflichtungen nur einmal pro Woche mit der Mannschaft trainieren kann.

Auf Maliks Abgang wollte die HSG eigentlich nicht mit einer kurzfristigen Nachverpflichtung reagieren, sollte Ritter länger ausfallen, könnten die Hanauer Verantwortlichen diese Position allerdings noch einmal überdenken.

Maliks Zukunft ist offen

Wie es für Malik weitergeht, ist derweil noch nicht entschieden: Der Rückraumspieler will seine Handballschuhe nicht an den Nagel hängen, konnte zu einem möglichen neuen Verein aber noch keine Angaben machen. Seine früheren Teamkollegen wollen trotz der schwierigen Situation nicht den Kopf in den Sand stecken.

„Langsam wird es eng, aber da müssen wir einfach noch mehr zusammenrücken“, meinte HSG-Kreisläufer Yannik Woiwod nach der Niederlage gegen Großsachsen und deutete an, die Ausfälle intern kompensieren zu wollen, „die HSG Hanau hat schließlich eine hervor‧ragende Jugendarbeit und ‧eine super zweite Mannschaft“.

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