Hanaus Trainer Patrick Beer hat seine Spieler nach der ersten Heimniederlage nach rund 18 Monaten wieder aufgerichtet. Die Niederlagen in Bruchköbel und gegen Groß-Bieberau sowie die Diskussionen mit den Schiris sind abgehakt. Mit den Fans soll die Main-Kinzig-Halle wieder zur Festung werden. Archivfoto: TAP

Hanau

HSG Hanau: Hoffen auf den Umschwung

Handball. Ein halbes Dutzend verletzte Spieler, die Derby-Pleite in Bruchköbel und am vergangenen Sonntag auch noch die erste Heimniederlage seit über anderthalb Jahren – für die HSG Hanau lief es in den vergangenen Wochen in der 3. Liga Ost alles andere als rund.

Von Robert Giese

In dieser schwierigen Situation wartet mit der SG Leutershausen am morgigen Sonntag (17 Uhr, Main-Kinzig-Halle) ein echter Prüfstein auf die Hanauer, die in eigener Halle so schnell wie möglich zu alter Heimstärke zurückfinden wollen.

Die Pleite gegen die MSG Groß-Bieberau/Modau am vergangenen Wochenende war für Patrick Beer und seine Spieler im ersten Moment eine herbe Enttäuschung: „Am Montag waren wir schon sehr niedergeschlagen“, schildert der Hanauer Trainer die Gefühlswelt seines Teams nach der ersten Heimniederlage seit gut anderthalb Jahren, inzwischen seien die Köpfe aber wieder oben. Längere Nachwirkungen befürchtet Beer ohnehin nicht, schließlich habe die Mannschaft „in der 3. Liga inzwischen genug Erfahrung gesammelt. Wir sind gefestigt genug, um das zu verkraften.“

Dabei sei die 28:32-Niederlage gegen die „Falken“ durchaus vermeidbar gewesen, wie Beer betont – was ihn einerseits ärgert, ihm andererseits aber auch Hoffnung gibt. „Die Halle war da“, blickt der HSG-Coach auf die überwältigende Unterstützung aus dem Publikum zurück, „aber wir haben die Big Points, die entscheidenden Tore, einfach nicht gemacht.“

Insbesondere vom Kreis war die Trefferquote der Hanauer ausbaufähig, hätte Gästekeeper Martin Juzbasic hier weniger Würfe weggenommen, „hätte das Spiel auch anders laufen können“.

Mit diesem Wissen im Hinterkopf haben sich die Hanauer unter der Woche auf Leutershausen vorbereitet, wobei Beer bei der Trainingsgestaltung vor der ein oder anderen Herausforderung stand. „Ich muss die Jungs fordern, ohne sie kaputt zumachen“, sagt Beer mit Blick auf das gutbestückte Lazarett der HSG, es sei nicht einfach, die richtige Balance zu finden.

Da alle Spieler im Lazarett noch für mindestens zwei Wochen ausfallen – Maximilian Bergold und Michael Hemmer könnten zwar demnächst wieder aufs Spielfeld zurückkehren, am Sonntag sei ein Einsatz aber ausgeschlossen –, bleibt die Ersatzbank der HSG auch gegen Leutershausen eher dünn besetzt.Besonders im Rückraum herrscht damit weiter Personalnot, die Patrick Pareigis zumindest etwas beheben könnte: Der in Hanau meist auf Außen spielende Rechtshänder, der nach einer Fingerverletzung auch erst seit Kurzem wieder einsatzfähig ist, könnte in den Rückraum rücken.

Zumindest quantitativ deutlich besser aufgestellt als die HSG ist Leutershausen, wo nach einigen verletzungsbedingten Ausfällen zu Saisonbeginn inzwischen der Großteil der Spieler wieder mit an Bord ist. Leutershausen kann aber nicht nur quantitativ punkten: „Niklas Ruß, die Jäger-Brüder, Maximilian Rolka oder auch Hendrik Wagner – Leutershausen hat jede Menge Qualität“, merkt Beer anerkennend an – nicht von ungefähr steht die SGL derzeit auf dem dritten Tabellenplatz.

Als wären die vielen Hochkaräter in Reihen des Tabellendritten noch nicht genug, dürfte Leutershausen die HSG auch noch mit einer speziellen taktischen Maßnahme fordern: „Sie spielen gerne mit einem siebten Feldspieler und haben da mehrere gute Konzepte“, hat Beer beobachtet. Sein Team sei darauf aber gut eingestellt und werde nicht zwanghaft versuchen, bei Ballgewinnen gleich in den verwaisten Kasten des Gegners zu treffen.

„Wir müssen den Ball sichern und dann in unser Umschaltspiel kommen“, fordert der HSG-Coach – dieses habe seine Mannschaft zuletzt nämlich zu sehr vernachlässigt. Auch die Abwehrstärke, die sonst immer ein Markenzeichen der Hanauer war, will Beer gegen Leutershausen gerne wiederbeleben. „Das wird gegen den siebten Feldspieler zwar eine Herausforderung, aber“, meint der Hanauer Trainer mit Blick auf die zurückliegenden Wochen, „wir müssen jetzt einfach die Stimmung in der Halle abholen und zu Hause etwas reißen.“

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