Michael Fink zeigt es an: Mit dem FC Hanau 93 soll es nach oben gehen. Ob Fink als Spielertrainer in der Verbandsliga oder der Hessenliga seine Arbeit aufnimmt, entscheidet sich am Samstag Nachmittag. Archivfoto: TAP

Fußball

Hanau 93: Fink wird Spielertrainer

Fußball. Einen Tag vor dem entscheidenden Relegationsspiel um den Aufstieg in die Hessenliga hat der FC Hanau 93 die größte Planstelle für die Zukunft geschlossen. Michael Fink wird – unabhängig von der Ligazugehörigkeit – Spielertrainer bei Hessens ältestem Fußballverein.

Von Michael Bellack

Giovanni Fallacara, Sportlicher Leiter der 93er, verkündete geradezu euphorisch den Coup mit dem Ex-Profi, der seit Anfang Mai als Trainer bei den Hanauern eingesprungen war und diese Rolle eigentlich nur interimsweise übernehmen wollte. „Wir haben das bekommen, was wir von Anfang an wollten. Diese Besetzung ist für uns Gold wert.“

Nachdem Fallacara Anfang Mai vom Rücktritt des Trainerduos Christoph Prümm und Slavisa Dacic „überfallen“ worden war, konnte man mit Fink eine schnelle Lösung für die entscheidende Phase der Saison finden. Dass der 37-Jährige nun dauerhaft an der Kastanienallee bleiben wird, entschied sich erst am gestrigen Freitag. „Wir waren ja schon länger in Kontakt, ich war ja auch als Spieler hier aktiv. Da habe ich gemerkt, wie man hier wertgeschätzt wird. Und das gesehen, was hier entsteht“, begründet Fink seine Entscheidung.

Fink hätte in Gießen Regionalliga spielen können

Die ist durchaus bemerkenswert. Schließlich könnte Fink in der kommenden Spielzeit in der Regionalliga spielen. Beim Aufsteiger FC Gießen war Fink in der abgelaufenen Saison absoluter Leistungsträger, stand in allen 37 Pflichtspielen auf dem Platz. „Es hat dort nicht alles so gepasst, dass ich gesagt hätte, ich muss weiter machen“, sagt Fink. Den täglichen Trainingsaufwand habe er vor allem seinem besten Freund Daniyel Cimen zu Liebe auf sich genommen. Der FC Gießen habe die Entscheidung laut Fink gefasst aufgenommen, auch wenn dem Verein ein Eckpfeiler der Mannschaft abhanden gekommen ist. Für Fallacara ist Finks Absage an Gießen ein Zeichen der Verbundenheit zu Hanau 93. „Michael hat das am Ende alleine für sich entschieden, da gab es keine Drucksituation von unserer Seite“, so der Sportchef des Traditionsvereins.

Über die sportliche Bereicherung freut sich Fallacara umso mehr: „Bei uns wird er seine ganze Klasse ausspielen, ob als Sechser oder als Innenverteidiger. Er hat ja schon gezeigt, dass er Dreh- und Angelpunkt einer Mannschaft sein kann.“ Fink hat derweil noch lange nicht genug vom Dasein als aktiver Fußballer. „Ich denke nicht ans Aufhören, dafür habe ich noch viel zu viel Spaß am Spiel“, so Fink, der mit Blick auf das fortgeschrittene Alter anfügt: „Die Laufleistung hat auch immer noch gepasst.“

Ziel ist es, den Verein in der Hessenliga zu etablieren

Eine große Rolle, das hob Fink hervor, spielte neben dem Umfeld und den Möglichkeiten der Hanauer auch die 93er-Fanbasis. „Ein Anhang, den man nicht überall hat“, so Fink. Auch im heutigen Entscheidungsspiel beim SV Neuhof setzt er auf die lautstarke Unterstützung der Fans. Im Falle eines Nichtaufstiegs wird es derweil bei der Zusage von Fink bleiben. „Das Ziel ist definitiv, den Verein in der Hessenliga zu etablieren. Wenn wir es dieses Jahr nicht schaffen, werden wir es nächstes Jahr schaffen“, so Fink, der das „schlummernde Potenzial“ der 93er hervorhob. Weiteren Zukunftsplänen wollte er sich am Tag vor dem wegweisenden Duell gegen Neuhof nicht hingeben. „Es wäre unverschämt zu sagen, wir wollen noch weiter aufsteigen.“

Fallacara gab sich derweil gewohnt offensiv. „Morgen um 19 Uhr ist der FC Hanau 93 Hessenligist“, ließ er gestern keine Zweifel am Selbstvertrauen aufkommen. Die feste Verpflichtung Finks als Spielertrainer sei derweil ein „Zeichen an Verein und Stadt“ von der er sich auch weitere Unterstützung erhofft. Sowohl von Seiten der Stadt, die bei der Renovierung der Heinrich-Sonnrein-Sportanlage an der Kastanienalle gefragt sei, als auch von Seiten der Sponsoren. „Die Tendenz ist unabhängig des Ergebnisses vom Neuhof-Spiel ja klar. Hanau 93 ist ein Projekt, dass für Stadt und Sponsoren sehr interessant werden könnte“, sagte Fink. Gleiches gilt für den Ex-Profi.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema