Europas Beste: Die deutschen U17-Juniorinnen wurden 2013 in England Europameister. Samantha Dick ist hinten rechts zu sehen.
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Europas Beste: Die deutschen U17-Juniorinnen wurden 2013 in England Europameister. Samantha Dick ist hinten rechts zu sehen.

Frauenfußball

Europameisterin spielt bei Neu-Hessenligist 1. FC Mittelbuchen

  • vonAchim Dürr
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Samantha Dick feierte Erfolge mit den Nachwuchsmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes und trug das Trikot des VfL Wolfsburg. Eine schwere Knieverletzung warf sie aber zurück. Seit 2018 trägt die ehemalige Zweitligaspielerin das Trikot des 1. FC Mittelbuchen.

Hanau – Die Fußballerinnen des 1. FC Mittelbuchen fiebern seit Monaten dem Saisonstart in der Hessenliga entgegen. Heute ist es soweit, wenn an der Kesselstädter Straße um 15 Uhr der Anpfiff gegen die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg ertönt.

In der Startformation der Grün-Weißen wird dann auch Samantha Dick stehen, die es kaum erwarten kann: „Nach einer so langen Pause sind alle heiß. Wir haben gut trainiert, sind gut vorbereitet und in der Lage, es mit jedem Gegner in der Hessenliga aufzunehmen“, erklärt die 23-Jährige.

Hanau: FC Mittelbuchen habe ein starkes Team aufgebaut

Der Sportliche Leiter Uwe Ebert habe in den vergangenen drei Jahren zusammen mit seinen Mitstreitern ein starkes Team aufgebaut. „Was mich besonders fasziniert, ist, dass der eigenen Jugend eine echte Chance gegeben wird. In Mittelbuchen wird weit professioneller gearbeitet als beim Großteil höher spielender Mannschaften.“

Zweitliga-Erfahrung: Samantha Dick (rechts) im Wolfsburger Trikot gegen die damalige Bremerin Pia-Sophie Wolter, die inzwischen beim deutschen Meister Wolfsburg spielt.

Samantha Dick weiß, wovon sie redet. Schließlich hat die im öffentlichen Dienst arbeitende geborene Hanauerin in ihrer jungen Karriere schon einiges erlebt. In der Jugend kickte sie beim 1. FFC Frankfurt – zunächst in der U15 und U16. Mit der U17 spielte sie in der Bundesliga.

Zahlreiche Erfolge für Neu-Hanauerin Samantha Dick

Und Samantha Dick feierte Erfolge: Länderpokalsieger mit Hessen im Jahr 2012, Nordic-Cup-Sieger 2013 mit der deutschen U16-Nationalmannschaft und U17-Europameister im gleichen Jahr. In diesem Team spielte auch die heutige A-Nationalspielerin Lea Schüller.

Nachdem die Mittelfeldspielerin zu den Seniorinnen aufgerückt war, spielte sie mit der zweiten Frankfurter Mannschaft in der 2. Bundesliga und erhielt ein Angebot des VfL Wolfsburg. Drei Jahre spielte sie in der VW-Stadt, trainierte mit dem Bundesliga-Team, spielte aber in der zweiten Mannschaft in der 2. Liga.

„Ich hatte vor Wolfsburg in der Schule bis zu 100 Fehltage, weil ich durch den Fußball immer auf Reisen, Schulungen und sonstigen Sachen war. Da sprang dann eben nur der Realabschluss heraus“, erzählt sie. In Wolfsburg holte sie das angestrebte Abitur nach.

Samantha Dick wohnt seit kurzem im Erlensee bei Hanau

Im April 2017 nahm ihre Karriere eine bittere Wende. „Ich erlitt einen Kreuzbandriss und der Meniskus in beiden Knien war hin“, berichtet Samatha Dick, die seit Kurzem in Erlensee lebt und sich selbst als fußballverrückt beschreibt. Nach der Operation des Wolfsburger Mannschaftsarztes verlief der Heilungsprozess – wohl auch aufgrund einer Fehldiagnose – nicht zufriedenstellend. „Da wurden Fehler gemacht, mehr will ich dazu lieber nicht sagen. Die ganze Reha hat sich unnötig lange hingezogen“, erinnert sich Samatha Dick nicht gerne an diese Zeit zurück.

Seit 2018 im FCM-Trikot: Für Samantha Dick beginnt heute die neue Hessenliga-Saison.

Zwar wollte der VfL Wolfsburg ihren Vertrag verlängern, doch sie entschied sich, dem Beruf den Vorzug zu geben. „Im Frauenfußball verdient man nicht so viel. Darauf ein Leben aufbauen wollte ich nicht“, sagt sie. So zog es sie zurück in die Heimat, wo sie im August 2018 erstmals wieder mit dem Ball am Fuß auf dem grünen Rasen stand – auf dem des FC Mittelbuchen. „Es war der klassenhöchste Verein in der Region und ein Leben ohne Fußball kam für mich nicht infrage“, erklärt die ehemalige Nationalspielerin.

Mit den Grün-Weißen geht sie nun in ihre dritte Saison –und das voller Zuversicht und Überzeugung in die Stärke des eigenen Teams: „Die Mischung der Mannschaft stimmt, das Trainerteam ist absolut top und die Bedingungen sind weit besser als bei manchen Zweitligisten. Der FCM ist meine zweite Familie geworden, solch einen Zusammenhalt habe ich nirgendwo anders erlebt. Wir haben auf jeden Fall das Zeug, oben mitzuspielen.“

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