Ervin Skela. Archivfoto: TAP

Hanau

Hanau 93 vs. Eintracht: Für Skela ist das Ergebnis zweitrangig

Vor dem Spiel der Eintracht gegen Hanau 93 schwelgen drei Spieler in Erinnerungen an ihre Profi-Zeit. Heute: Ervin Skela

Was ist Ihre schönste Eintracht-Erinnerung:„Ganz klar das 6:3 gegen Reutlingen, als Alexander Schur in der letzten Sekunde das Kopfballtor macht und wir aufgestiegen sind. Das war 2003, ein Jahr, in dem ich als Spieler die meisten Tore geschossen habe. Wir hatten eine sehr schwierige Zeit damals bei Eintracht Frankfurt, standen kurz vor der Insolvenz, hatten am Saisonstart nur 14 bis 15 Spieler im Training. Aber mit einer Notmannschaft haben wir Unglaubliches geschafft – in die Bundesliga aufzusteigen – womit keiner gerechnet hat.“

Worauf freuen Sie sich am Donnerstag besonders?„Ich freue mich erst einmal für die anderen Jungs von Hanau 93, dass sie so ein Spiel gegen den Pokalsieger bekommen. Aber auch für mich persönlich ist es ein besonderer Abend. Ich habe immer gesagt, dass mein Herz für die Eintracht schlägt. Dass ich noch einmal gegen die Eintracht spielen kann, ist toll. Die meisten Jungs kenne ich auch. Gerade zu den Frankfurter Jungs wie Marc Stendera und Marco Russ habe ich einen guten Draht. Mit Kevin Trapp verstehe ich mich gut. Mannschaftsbetreuer Franco Lionti ist ein sehr guter Freund von mir. Seit drei Jahren bin ich außerdem bei der Eintracht-Frankfurt-Jugendfußballschule tätig und Markenbotschafter, daher hat das Spiel noch mehr Bedeutung. Das wird lustig und eine fantastische Atmosphäre, glaube ich. Flutlicht, 125 Jahre Hanau 93 und ich als ehemaliger Eintracht-Spieler, was Schöneres gibt es nicht.“

Was ist Ihr Wunschergebnis für das Testspiel?„Das Ergebnis ist zweitrangig. Wir haben eine gute Mannschaft, wollen uns gut verkaufen und das Spiel ernst nehmen. Die Jungs sind gut drauf dieses Jahr. Gegen einen Bundesligisten können die Jungs mal sehen, wie es ist, gegen Leute zu spielen, die noch einmal eine andere Qualität haben, die schnell sind und in der Bundesliga seit Jahren ihre Leistung zeigen.“

Wer war Ihr bester Trainer?„Mit die beste Saison meiner Karriere war 2003 mit Willi Reimann bei Eintracht Frankfurt und dem Aufstieg als großem Erfolg. Er war ein Trainer, der mit sehr schwierigem Kader und anderen Problemen das Unmögliche möglich gemacht hat. Wir sind sehr viel gelaufen. Ich war in der Saison sehr, sehr fit. Aber für mich persönlich war auch die Zeit, als ich mit Michael Fink unter Uwe Rapolder in Bielefeld trainiert habe, erfolgreich. Ein akribischer Trainer, diszipliniert und hart, aber taktisch sehr gut. Da habe ich viel gelernt und wir haben richtig guten Fußball gespielt.“

Ist Hanau 93 bereit für die Hessenliga?„Was heißt bereit? Ich bin der Meinung, dass wir eine wirklich gute Mannschaft haben und im Sommer richtig gute Spieler bekommen haben und die Leistungsträger gehalten haben. Insgesamt sind seit Jahren die wichtigen Leute da geblieben. Die Mannschaft ist intakt und stabil. Aber natürlich gibt es noch Sachen zu verbessern. Gerade bei den späten Toren, die wir zuletzt bekommen haben, hätten wir uns cleverer anstellen müssen. Aber ich bin der Meinung, dass die Mannschaft richtig stark ist und diese Saison um den ersten oder zweiten Platz mitspielen kann. Sollten wir aufsteigen, müssen wir das Team auf alle Fälle zusammenhalten und ein paar Verstärkungen holen. Dann können wir auch weiter oben eine gute Rolle spielen. Aber so weit sind wir noch nicht, erst mal ein Schritt nach dem anderen. djk

Ervin Skela (41) spielte von 2001 bis 2004 insgesamt 92-mal für die Eintracht. Der gebürtige Albaner erzielte dabei 26 Tore. Seit 2014 trägt Skela das Trikot von Hanau 93.

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