Akrobatisch versucht 1960-Akteur Engin Arslan (in der Luft) an den Ball zu kommen, den aber Jens Westenberger, Keeper von Hanau 93, ganz fest hält. Sein Spielertrainer Christoph Prümm beobachtet die Situation. Nach einem spannenden Spiel feiern die 93er den ersten Saisonsieg in der neuen Liga. Foto: TAP

Hanau

Hanau-Derby: Gischewskis Last-Minute-Tor lässt 93er jubeln

Fußball. Patrick Gischewski, dem zuvor nicht allzu viel gelungen war, avancierte in der Nachspielzeit des Hanauer Stadtderbys zwischen dem SC 1960 Hanau und dem FC Hanau 93 zum umjubelten Matchwinner.

Als viele der über 1000 Zuschauer im Herbert-Dröse-Stadion bereits mit einem 2:2-Remis rechneten, schlug der Ex-Bruchköbeler mit dem 3:2-Siegtreffer (90.+2) zu und bescherte dem Aufsteiger einen Auftakt nach Maß in der Verbandsliga Süd. Lange Gesichter gab es dagegen bei den Gastgebern, die aus allen Träumen gerissen wurden. Slavisa Dacic sprach von einem verdienten Sieg seiner Mannschaft. „Wir waren im zweiten Durchgang die bessere Mannschaft und haben nach vorne mehr investiert als die Gastgeber.

Das hat sich letztlich ausgezahlt“, meinte der Coach der 93er, der gemeinsam mit Spielertrainer Christoph Prümm die 93er coacht. Beim HSC trauerte man der Riesenchance von Kosuke Komiya in der 50. Minute nach. Frei vor dem gegnerischen Tor zielte er neben das Gehäuse – es wäre das 3:1 gewesen. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Nur zwei Zeigerumdrehungen später glich der enorm laufstarke Kahraman Damar (52.) nach einer Rechtsflanke von Sascha Ries per Kopf zum 2:2 aus. Ein Ergebnis, das bis in die vorletzte Minute der Nachspielzeit Bestand hatte.    

Gästebemühungen werden belohntDer HSC kam besser ins Spiel und ergriff sofort die Initiative. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Max Grammel in der 6. Minute. Seine 35-Meter-Freistoßgranate lenkte Jens Westenberger mit Mühe zur Ecke. Fünf Minuten später die verdiente Führung der Hausherren. Nach einer Flanke des agilen Sercan Demir war der aufgerückte Serhat Yildiz (11.) per Kopf erfolgreich.

In der Folge ruhte sich der HSC auf dem 1:0 aus. Die 93er übernahmen das Kommando und hatten durch Kahraman Damar (18.) die erste Chance. Nach einem Freistoß des Ex-Hochstädters Ilker Bicakci scheiterte der 93er-Kapitän an HSC-Keeper Abdul Ersöz. Eine Minute später wurden die Gästebemühungen belohnt als Prümm (19.) eine Damar-Flanke per Kopf zum 1:1 verwandelte. Danach wurde der HSC wieder stärker und das Kopfball-Festival nahm seinen Lauf. Nach Flanke von Demir erzielte Komiya (34.) die erneute Führung der Platzherren, womit es auch in die Pause ging.

Verletzung von Engin ArslanNach dem Ausgleich von Damar schien es als ob die 93er sich mit dem Unentschieden zufrieden geben würden. Der HSC besaß durch Semih Aydilek (67.) und den eingewechselten Antonio Parker (74.) gute Möglichkeiten. Parkers 25-Meterschuss fischte Westenberger noch aus dem Winkel. In den letzten Minuten besaßen die Gäste den längeren Atem. Bevor Gischewski traf, hatten schon der eingewechselte Christian Fischer (84.), Prümm (89.) und Damar (90.) den Siegtreffer vor Augen.

Für Seref Zangir, der von einem guten, temporeichen Derby sprach, war die Verletzung von Engin Arslan ausschlaggebend für die Niederlage. Der Youngster war zehn Minuten vor Schluss unglücklich auf die Schulter gefallen, musste aber durchhalten, da der HSC sein Auswechselkontingent bereits ausgeschöpft hatte. „Quasi mit nur zehn Spielern konnten wir das Remis leider nicht über die Runden retten“, analysierte der HSC-Coach.  

SC 1960 Hanau: Ersöz – Komiya (72. Antonio Parker), Mahboob, Yildiz, Travis Parker – Dauber (65. Takahashi), Demir, Günel – Grammel, El Aadmi (53. Arslan), Aydilek

Hanau 93: Westenberger – Ries, Prümm, Cimen, Raafat – Di Natale (60. Fischer), Fink, Gischewski, Ünal (70. Boos), Bicakci (86. Gogol) - Damar

Tore: 1:0 Yildiz (11.), 1:1 Prümm (19.), 2:1 Komiya (34.), 2:2 Damar (52.), 2:3 Gischewski (90.+2) – Schiedsrichter: Heß (Heppenheim) – Zuschauer: 1100 – Beste Spieler: Demir, Yildiz/Damar, Prümm, Riesgeb

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