Für Hanaus Tilman Werner (links) ist es ein besonderes Spiel. Gegen seinen Ex-Verein Groß-Umstadt wird er sicher genauso zupacken wie vor zwei Wochen gegen Nieder-Roden. Archivfoto: TAP

Hanau

HSG Hanau: Derby gegen Umstadt birgt besondere Brisanz

Handball. Zum Abschluss der Derby-Wochen trifft die HSG Hanau in der 3. Liga Ost am Sonntag (17 Uhr, Main-Kinzig-Halle) auf die MSG Groß-Umstadt. Das Duell mit dem Lokalrivalen gewinnt durch die Tabellensituation eine besondere Brisanz, denn beide Teams sind kurz vor der Abstiegszone direkte Tabellennachbarn.

Von Robert Giese

Die Hanauer liegen auf dem letzten Nichtabstiegsplatz, Groß-Umstadt liegt mit zwei Zählern mehr auf dem Konto direkt davor auf dem zwölften Rang.

„Das ist natürlich ein immens wichtiges Spiel“, versucht HSG-Coach Patrick Beer erst gar nicht, die Bedeutung des Kräftemessens mit den Groß-Umstädtern herunterzuspielen, „wir müssen unbedingt punkten.“ Bei einer Niederlage würden die Grimmstädter auf einen Abstiegsplatz stürzen, denn die beiden direkten Konkurrenten aus Leipzig und Bad Neustadt treten am Sonntag gegeneinander an; eines dieser beiden Kellerkinder könnte von einer möglichen Niederlage der Hanauer profitieren und die Abstiegszone verlassen.Heimsieg soll Distanz schaffenDas will Beer unbedingt vermeiden und durch einen Heimsieg mit Groß-Umstadt gleichziehen und die Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zumindest etwas auf Distanz halten. Einfach werde das nicht, wie die HSG schon in den beiden Vorbereitungsspielen gegen Groß-Umstadt erfahren musste, denn in eigener Halle setzte sich Hanau zwar durch, auswärts aber sei sein Team chancenlos gewesen, betont Beer.Als besonders stark schätzt der Hanauer Trainer die Abwehr der Groß-Umstädter ein – auch wenn sie in der Vorwoche bei der derben 22:35-Klatsche in eigener Halle gegen den Tabellenführer aus Hildesheim nicht überzeugen konnte. „Sie spielen eine sehr gute 3:2:1-Abwehr, bei der David Acic ganz vorne einen super Job macht – auf dieser Position ist er der wohl stärkste Verteidiger der Liga.“ Auch offensiv verfügt die MSG im Ex-Bruchköbler Florian See über einen extrem gefährlichen Spieler im rechten Rückraum, der in dieser Spielzeit bereits 51 Treffer erzielt hat. Reise in die Vergangenheit für Beer„Die ein oder andere Auslösehandlung“, habe er sich gegen das Abwehrbollwerk des Lokalrivalen bereits überlegt, verrät Beer, insgesamt wolle er sich aber nicht zu sehr an den Gegner anpassen. „Das wäre in meinen Augen ein Fehler. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und dürfen uns nicht zu sehr an der Spielweise des Gegners orientieren. Wenn wir unser Spiel durchziehen, dann zeigen wir – wie gegen Großwallstadt letzte Woche – auch gute Leistungen.“Für Beer ist das Duell mit Groß-Umstadt auch eine Reise in die Vergangenheit, schließlich spielte er selbst jahrelang für die Südhessen und führte sie dabei zeitweise auch als Kapitän an. Gastgeschenke werde es trotz dieser Verbindungen am Sonntag allerdings nicht geben: „Die Freundschaften werden für 60 Minuten ruhen“, macht der HSG-Coach klar, dass für ihn gegen seinen ehemaligen Verein nur der Sieg zählt.Keine Neuigkeiten aus Lazarett Keine Neuigkeiten gibt es indes aus dem Lazarett der Hanauer, in dem sich weiter Eric Schaeffter, Marc Strohl und Kai Best tummeln – was für die HSG gute Nachrichten sind, denn außer den drei Langzeitverletzten sind somit alle Spieler fit und hochmotiviert für das Derby.Beer hofft, dass das Publikum in der Main-Kinzig-Halle noch weiter zur Motivation beiträgt und für gute Derbystimmung sorgt: „Eine volle Halle zu haben mit lauter Fans, die uns anfeuern – das würde uns sehr helfen.“

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