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Hanau 93 fehlt die Kreativität

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Jean Bosco Makengo, hier gegen Hadamars Tristan Burggraf, vergibt im ersten Durchgang eine der wenigen guten Chancen der Hanauer.
Jean Bosco Makengo, hier gegen Hadamars Tristan Burggraf, vergibt im ersten Durchgang eine der wenigen guten Chancen der Hanauer. © Scheiber

Die geforderte Reaktion ist ausgeblieben: Der FC Hanau 93 kassierte gegen den Tabellenletzten Rot-Weiß Hadamar eine bittere 0:2-Heimpleite. Der Trainer haderte und hatte zwei Verletzte zu beklagen.

Hanau – So spielt kein Spitzenteam: Der FC Hanau 93 enttäuschte in der Fußball-Hessenliga seine Anhänger bei der überraschenden 0:2 (0:0)-Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Rot-Weiß Hadamar mit einer faden Leistung. Die von Trainer Kreso Ljubicic geforderte Reaktion auf die erste Saisonniederlage (1:4 in Gießen) ist ausgeblieben. „Ich war bereits in Gießen bitter enttäuscht, doch gegen Hadamar war es noch schlimmer“, war Ljubicic mit dem Auftritt seiner Mannschaft überhaupt nicht einverstanden.

Unter dem Strich war die Niederlage des HFC nicht unverdient, denn es fehlte an diesem tristen Fußballnachmittag an vielem. Auch wenn es sicherlich zu einfach wäre, die schwache Performance mit dem Fehlen von Leistungsträgern zu entschuldigen, so war es doch offensichtlich, dass gegen Hadamar die zündenden Ideen eines Cem Kara, die ordnende Hand von Spielertrainer Ljubicic und auch die Torgefahr von Kristijan Bejic schmerzlich vermisst wurden. Die als Tabellenletzter und dazu noch ersatzgeschwächt angereisten Rot-Weißen aus Hadamar spielten einfach und mit großem Einsatz und wurden in der zweiten Hälfte immer mutiger, als sie merkten, dass gegen schwache Hanauer durchaus drei Punkte einzustreichen sind. In der 77. Minute verwandelte Luca Teller einen Freistoß durch die Hanauer Abwehrmauer zum 0:1. Vier Minuten später gelang dem eingewechselten Hadamarer Larion Kosuchin mit einem sehenswerten Distanzschuss das 0:2, das bereits die Vorentscheidung bedeutete.

Wer weiß, welchen Verlauf das Spiel genommen hätte, wenn der Hanauer Ivan Samardzic die erste Großchance für die 93er genutzt hätte. Aus kurzer Distanz kam der ehemalige Zeilsheimer in der Anfangsphase frei zum Schuss, brachte die Kugel aber nicht im Netz der Gäste unter. Nach der Verletzung von Timucin Sen mussten die 93er frühzeitig in der Zentrale wechseln. Niklas Biehrer kam in die Partie, schied dann aber auch zu Beginn der zweiten Hälfte verletzt aus.

Das Spiel bot in der ersten Hälfte nicht viele Höhepunkte. Hadamar spielte couragiert, aber bieder – der Ljubicic-Ef fehlte es an Kreativität. Zwei gute Chancen zur Führung gab es vor dem Halbzeitpfiff dennoch: So köpfte Jean Bosco Makengo nach feiner Einzelleistung von Marco Ferukoski freistehend drüber (38.). Vier Minuten später verlängerte Semih Sentürk den Ball nach einer Ecke gut, doch Niklas Biehrer drosch den Ball mit der Sohle über den Querbalken. „Gegen einen verunsicherten Gegner muss man solche Chancen nutzen, um ihn frühzeitig zu demoralisieren“, meinte Ljubicic. Die Mittelhessen pfeifen schließlich personell aus dem letzten Loch. Sogar Trainer Stefan Kühne stand als Auswechselspieler auf dem Bogen. Bitter für die Rot-Weißen: Torjäger Marco Koch schied kurz vor der Pause verletzungsbedingt aus. Chancen erspielten sich die Gäste insgesamt nur wenige. Allerdings hielt die Kühne-Elf gut dagegen.

Kurz nach der Pause die bis dahin beste Aktion der 93er: Semih Sentürk tankte sich durch, spielte Ferukoski gut frei, doch dieser scheiterte im Eins-gegen-Eins an Hadamars Torsteher Leon Hasselbach, der die Situation mit guter Fußabwehr entschärfte. Der für Makengo eingewechselte Terry Danso vergab wenig später aus guter Position. Je länger es 0:0 stand, umso unpräziser wurden die Aktionen des Favoriten. Rot-Weiß Hadamar verteidigte gut und schlug schließlich in der Endphase eines allenfalls durchschnittlichen Hessenligaspiels eiskalt zu.

Am Samstag sind die 93er bei Türk Gücü Friedberg zu Gast. Die Ljubicic-Elf muss sich gewaltig steigern, will sie beim Tabellenführer die dritte Saisonniederlage in Folge verhindern.

Hanau 93: Brao - Kaiser, Sentürk, Sejdovic, Aslan (46. Kovjenic) - Ünal, Sen (14. Biehrer/54. Baumann) - Samardzic, Kalata, Ferukoski (73. Türker) - Makengo (56. Danso)

Hadamar: Hasselbach - Teller, Dillmann, Burggraf, Zouaoui (75. Ramcilovic) - Kittel, Sumak, Koch (41. Kosuchin) - Fosuhene, Dimter, Wilhelmy (90.+3 Marquardt)

Schiedsrichter: Radl (Biebesheim) - Zuschauer: 170 - Tore: 0:1 Teller (77.), 0:2 Kosuchin (81.)

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