Neue Aufgabe: Luca Topitsch aus Marköbel arbeitet seit Sommer auf der Geschäftsstelle des SV Eintracht Trier. Der 23-Jährige ist auch Pressewart des Fußballkreises Hanau.
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Neue Aufgabe: Luca Topitsch aus Marköbel arbeitet seit Sommer auf der Geschäftsstelle des SV Eintracht Trier. Der 23-Jährige ist auch Pressewart des Fußballkreises Hanau.

Glücklich in Deutschlands ältester Stadt

Marköbeler Luca Topitsch arbeitet in der Geschäftsstelle des SV Eintracht-Trier

Ein Hobby zum Beruf zu machen, bleibt für viele ein unerfüllter Traum. Der Marköbeler Luca Topitsch ist auf dem besten Wege, diesen zu realisieren. Der 23-Jährige ist beim rheinland-pfälzischen Traditionsverein SV Eintracht-Trier auf Halbtagsbasis als Geschäftsstellenmitarbeiter für die Bereiche Medien, Kommunikation und Marketing eingestiegen.

Hammersbach/Trier – Dass der kürzlich zum Pressewart des Fußballkreises Hanau gewählte Topitsch trotz seiner jungen Jahre bei seinem Heimatverein SG Marköbel und bei Hessenligist SG Barockstadt Fulda-Lehnerz schon reichlich praktische Erfahrungen in der ehrenamtlichen Vereinsarbeit gesammelt hat, kam ihm beim Einstellungsprozess zugute. „Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe. Gerade in Corona-Zeiten sind Festanstellungen bei einem Fünftligisten nicht selbstverständlich.“

Der Umzug an die Mosel fiel Luca Topitsch nicht schwer. Die älteste Stadt Deutschlands hat auch abseits des Sports einiges zu bieten und fußballverrückt sind die Trierer auch. Die Zeiten, in denen die Eintracht um die Jahrtausendwende unter Trainer Paul Linz in der 2. Bundesliga mitmischte und auch regelmäßig als Pokalschreck im DFB-Pokal Erstligisten das Fürchten lehrte, sind jedoch schon lange vorbei.

In der Saison 1997/1998 warf die Trierer Eintracht nacheinander die beiden damals amtierenden Europapokalsieger FC Schalke 04 und Borussia Dortmund aus dem Wettbewerb und zog bis ins Halbfinale ein. Durch die knappe Niederlage im Elfmeterschießen gegen den MSV Duisburg verpasste der SVE seinerzeit nicht nur das DFB-Pokalfinale, sondern auch die damit verbundene Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger.

Bis zum „Lockdown light“ war Eintracht-Trier ungeschlagener Tabellenführer

Es folgten nach dem Zweitliga-Abstieg 2005 einige Jahre in den Regionalligen West und Südwest, aktuell ist Eintracht-Trier nun schon das vierte Jahr in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar angesiedelt. Ein fünftes Jahr soll vermieden werden.

Bis zum von der Bundesregierung verhängten „Lockdown light“ führte Eintracht-Trier die Tabelle in der vor der Saison zweigeteilten Liga souverän und ungeschlagen vor der U21 des 1. FC Kaiserslautern und Hassia Bingen an. Kann die Saison fortgesetzt werden, gilt der Tabellenführer der Parallelstaffel, Wormatia Worms, als schärfster Konkurrent um den direkten Aufstieg in die Regionalliga.

„Eintracht-Trier hat ein kritisches, aber sehr treues Publikum“, hat der neue Mitarbeiter aus dem Main-Kinzig-Kreis festgestellt. Im Normalfall, so Topitsch, beträgt der Zuschauerschnitt im Moselstadion knapp über 1000 Besucher – für einen Oberligisten ein guter Wert, wenn man zum Vergleich die dagegen eher kargen Zuschauerzahlen des FC Hanau 93 in der Hessenliga gegenüberstellt.

Luca Topitsch fühlt sich in Trier sowohl beruflich als auch privat wohl

Ein Aufstieg, das ahnt auch Luca Topitsch, würde seine Chancen auf eine Vollzeitstelle erhöhen. Aktuell steht bei dem bald 24-Jährigen weniger auf dem Gehaltszettel als es bei seiner vorigen Arbeitsstelle als ausgelernter Industriekaufmann einer Nidderauer Firma der Fall war. „Klar verdiene ich jetzt weniger, aber ich habe einen Job, der Spaß macht. Ich habe gezielt nach einer solchen Stelle geschaut, das Geld hat da eine untergeordnete Rolle gespielt.“

Luca Topitsch fühlt sich sowohl beruflich als auch privat in seinem neuen Umfeld wohl, mit dem nahezu gleichaltrigen Geschäftsstellenleiter Björn Berens, einem Praktikanten und einem geringfügig Beschäftigten erledigt der Marköbeler mit großer Freude die anfallenden Arbeiten beim Oberliga-Spitzenreiter. Dass er gerade im Themengebiet Marketing viele eigene Ideen einbringen kann, reizt ihn an seinem neuen Job besonders.

An den Spieltagen betreut Topitsch die Medienschaffenden, bespeist die Social-Media-Kanäle und verfasst einen Spielbericht. „Es war für mich immer ein Traum, in einem Fußballverein zu arbeiten. Dass die erste Stelle jetzt gleich bei einem Traditionsverein ist, macht die Sache für mich besonders.“

Vier Jahre Lang war Topitsch Pressewart bei der SG Marköbel

Die ersten Berührungen in Sachen Vereinsarbeit waren eher zufällig. Es begann an einem tristen Sonntagnachmittag im Herbst. Nur wenige Zuschauer wollten sich schon zur Mittagszeit das Hartplatz-Spiel der zweiten Mannschaft der SG Marköbel anschauen. Der junge Luca Topitsch war einer von ihnen. Auf dem Sportgelände am Ortsmittelpunkt jagte er schon als Knirps dem runden Leder hinterher und obwohl die eigene Laufbahn im B-Jugendalter ins Stocken geriet und er schließlich das Interesse am Kicken verlor, verfolgte Luca Topitsch die Seniorenspiele des Gruppenligisten regelmäßig als Fan.

„Der damalige Pressewart Peter Heinz musste während des Zweitmannschaftsspiels kurz weg, drückte mir einfach sein Klemmbrett in die Hand und sagte, ich sollte dort notieren, falls in den nächsten 20 Minuten etwas auf dem Feld passiert“, erinnert sich Topitsch.

Als kurze Zeit später ein fester Nachfolger für Heinz gesucht wurde, boten die Verantwortlichen der SG Marköbel Luca Topitsch den Posten an, der von nun an das jüngste Mitglied im Spielausschuss des Gruppenligisten war. Von 2015 an begleitete Luca Topitsch vier Jahre lang das Amt des Pressewartes der SG Marköbel.

Topitsch plant Fortbildungen im Bereich Sportmanagement

„Ich habe ihn als engagierten, talentierten jungen Mann kennengelernt“, berichtet Adolf Möller. Das langjährige Vorstandsmitglied baute den zwei Generationen jüngeren Vereinskameraden sofort in die Planung und Abwicklung des traditionellen Hammersbach-Cups ein. Möller beschreibt die Mitarbeit von Luca Topitsch beim mehrtägigen Turnier als „zuverlässig und kooperativ“ und drückt dem immer noch durch Familie und Freunde eng in Marköbel verwurzelten Topitsch für dessen weiteren Werdegang fest die Daumen. „Vielleicht ist Eintracht Trier für Luca ja ein Sprungbrett“, meint Möller.

Eine spannende Erfahrung ist die neue Aufgabe für den jungen Hammersbacher allemal. Genauso wie seine letztjährige Tätigkeit bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

Für das kommende Jahr hat der Marköbeler Fortbildungen im Bereich Sportmanagement geplant. Ob der Mitarbeiter des SV Eintracht-Trier in den kommenden Jahren dauerhaft beruflich im Vereinsfußball Fuß fassen wird, muss die Zeit zeigen. Ehrgeiz und Enthusiasmus dafür bringt Luca Topitsch mit.

Von Frank Schneider

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