Entthront: Titelverteidiger FC Hanau 93 hat das Endspiel des Hammersbach-Cups verloren. Neuzugang Salvatore Bari mühte sich vergeblich, der FC Erlensee eroberte sich den Pokal zurück. Foto: TAP

Hammersbach

Hammersbach-Cup: Erlensee schlägt 93er und holt sich Pokal zurück

Fußball. Der FC Erlensee hat sich für die im Vorjahr erlittene Endspielniederlage des Hammersbach-Cups revanchiert. Mit einem 3:1 (2:0)-Sieg gegen Titelverteidiger FC Hanau 93 holte sich das Team von Tobias Heilmann den Pokal zurück.

Von Gert Bechert

„Das freut mich sehr. Wir haben eine geschlossen gute Leistung geboten und hinten gut gestanden“, verwies Heilmann auf die Statistik, wonach der Verbandsligist von den letzten vier Endspielteilnahmen drei gewonnen hat. Besonders imponierte ihm, dass sein Team nicht der Musik hinterhergelaufen ist, sondern selbst Akzente setzte.

Dies besonders im ersten Durchgang, als die Chancenverwertung optimal war. Nach einer Abtastphase schlug der klassentiefere Verbandsligist in der elften Minute erstmals zu. Mit freundlicher Unterstützung des Hanauer Innenverteidigers Enis Muratoglu. Dessen zu kurze Rückgabe erlief Alexander Schunck, der anschließend HFC-Keeper Armend Brao keine Chance ließ.

250 Fans schauen zu

Die 93er hatten wenig später ihre erste gute Möglichkeit, der Drehschuss von Spielertrainer Michael Fink (14.) ging knapp vorbei. Die nächste kalte Dusche folgte nur drei Zeigerumdrehungen später. Der überragende Jan Lüdke (17.) zog aus 25 Metern ab, der Ball sprang von der Lattenunterkante hinter die Linie und dann wieder ins Feld zurück. Schiedsrichter Gahis Safi erkannte sofort auf Tor: 2:0.

Viele der 250 Zuschauer erinnerten sich an das vergangene Jahr zurück, als Erlensee ebenfalls 2:0 führte, aber noch 2:3 unterlag. Diesmal sollte sich die Geschichte nicht wiederholen, auch weil die 93er bis zum Seitenwechsel beste Chancen versiebten. Die Hochkarätigste besaß der Ex-Alzenauer Torjäger Salvatore Bari (22.), der aus kürzester Entfernung an die Latte köpfte.

Dreifachwechsel in der Pause

Spätestens ab der 37. Minute wurde Safi zum Buhmann der 93er. Er verweigerte dem frischgebackenen Hessenligisten einen klaren Strafstoß als Fink im Sechzehner gerempelt wurde. Kein Wunder, dass Giovanni Fallacara nach 45 Minuten nicht gut auf den Hessenliga-Referee zu sprechen war. Der HFC-Abteilungsleiter kritisierte aber auch das ungenügende Abwehrverhalten seiner Defensive.

Fink brachte ab der 46. Minute mit Torwart Jamal El Maged, Oktay Bulut und Patrick Gischewski drei neue Spieler, er selbst blieb auf der Bank. Ohne ihn ging viel Dynamik verloren, Erlensee, das auf die Urlauber Tom Niegisch, Philipp Wörner und Torben Becker verzichten musste, hatte wenig Mühe, die 93er in Schach zu halten.

Für die Entscheidung sorgte der kurz zuvor eingewechselte Sebastian Wagner (63.). Der Torjäger nutzte einen Fehler des ebenfalls eingewechselten Dennis Gogol eiskalt zum 3:0. Derweil versiebte der HFC weiter beste Chancen, so Bulut (70.), der das Leder aus fünf Metern an die Latte knallte. Nur eine Minute später traf er dann doch zum 1:3 aus Sicht des Titelverteidigers. Bezeichnend, dass in der Folge Bari (77./80.) weitere Möglichkeiten ungenutzt ließ.

Bruchköbel schlägt Großkrotzenburg

Zu diesem Zeitpunkt war der Zoff zwischen Fallacara und Safi längst eskaliert, der in einer Gelben Karte für den 93er Funktionär gipfelte. Noch schlimmer erwischte es Tolga Ünal, der in der 85. Minute wegen Meckerns mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde. „Der Schiedsrichter hat mit fragwürdigen Entscheidungen ins Spiel eingegriffen“, ließ Fallacara, der Safi die Note sechs verpasste, kein gutes Haar am Unparteiischen. Derweil freute sich der FCE über 1000 Euro Siegprämie, für die 93er waren die 600 Euro für Rang zwei nur ein schwacher Trost für den verpassten Sieg.

Hanau hatte sich am Samstag durch einen 3:0-Sieg gegen die SG Bruchköbel im letzten Gruppenspiel der Gernot-Hartig Gruppe für das Finale qualifiziert. Es war ein harterkämpfter Sieg, bis zur 70. Minute stand das Spiel auf des Messers Schneide. Erst mit einem Doppelschlag durch Tolga Ünal (70.) und Spielertrainer Michael Fink (73.) stellten die 93er die Weichen auf Gruppensieg. Der vom Regionalliga-Absteiger SC Hessen Dreieich gekommene Ljubisa Gavric (81.) setzte noch einen drauf.

Im kleinen Finale setzte sich Bruchköbel überraschend klar mit 4:1 gegen Germania Großkrotzenburg durch. Dabei profitierte der Gruppenligist von haarsträu-benden Abwehrfehlern des Verbandsliga-Aufsteigers. Fatih Özkan (17.), Mario Tokic (30.) und Armin Kuc (32./48.) trafen für die SGB, Antonio Sbano (24.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. In der 56. Minute sah Germania-Spieler Maik Neuendorf Gelb-Rot. Die SG Marköbel zeigte sich mit dem Zuschauerzuspruch zufrieden. Gegenüber dem Vorjahr (1350) gab es mit diesmal 1300 nur ein kleines Minus, was an dem deutlich schwächeren Finaltag lag.

93er lassen in Düdelsheim das Finale platzenDer KSV Langen-Bergheim hat den Autohaus-Best-Cup des SV Phönix Düdelsheim gewonnen – da Finalgegner FC Hanau 93 nicht antrat. Der Hessenligist spielte zeitgleich das Endspiel um den Hammersbach, das mit 1:3 gegen den FC Erlensee verloren ging.Der KSV hatte seine beiden Vorrundenspiele gegen die SG Büdingen und den FC Gelnhausen klar gewonnen, die 93er gaben sich gegen die TSG Ober Wöllstadt und Gastgeber Düdelsheim ebenso keine Blöße. Eigentlich sollte es gestern Nachmittag zum Finale der beiden Hanauer Kreisvertreter kommen, doch Hanau 93 trat nicht an.Für die erste Runde des Kreispokals steht diese Partie erneute auf dem Spielplan. Am Dienstag, 13. August, soll um 19 Uhr in Langen-Bergheim gespielt werden. Dann werden die 93er sicherlich eine Mannschaft schicken und dem KSV nicht kamplos das Feld überlassen.tj

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