Björn Wiegand vom FC Hochstadt gehört zu den besten Torhütern im Kreis. Das stellte er in den vergangenen Jahren beim Hallenmasters immer wieder unter Beweis. Im Finale konnte er am Sonntag das Zusammenspiel der 1960er Kaan Köksal (links) und Semih Aydilek nicht verhindern. Die Hanauer siegten 1:0. Foto: TAP

Hanau

Hallen-Masters: Das sind die interessantesten Notizen

Fußball. Finalfluch, Verkaufskönig und Absahner: Das sind die interessantesten Notizen zum 19. Hallen-Masters in Hanau.   

Von Gert Bechert

Die Ära des FSV Bischofsheim ist zu Ende gegangen. Der SC 1960 Hanau kegelte den Vierfachsieger der letzten Jahre beim 19. Hallen-Masters im Halbfinale mit 5:4 aus dem Rennen und hatte auch im Finale mit 1:0 gegen den FC Hochstadt knapp die Nase vorne. Hinter den Kulissen konnte man wieder einige interessante Notizen machen.

Überraschungen: Mit den Halbfinalisten SC 1960 Hanau, FC Hochstadt und FSV Bischofsheim musste gerechnet werden, aber nicht mit Eintracht/Sportfreunde Windecken. Zumal sich der A-Ligist in der Vorrunde nicht mit Ruhm bekleckerte. Mit gerade zwei Punkten zog das Team von Matthias Filbrich als Dritter der Opel.Brass-Gruppe in die Zwischenrunde ein.Dass sich die Nidderauer gegen die höherklassigen Clubs FC Erlensee und TSV 1860 Hanau durchsetzten, überraschte viele. Nicht aber Filbrich. „Ich habe etliche Spieler in meiner Mannschaft, die bereits höherklassig gespielt haben. Ich muss von ihnen verlangen können, gegen Kreisoberligisten mitzuhalten.“ Viel wichtiger als der dritte Platz war für ihn, dass sich keiner verletzte, wobei durchschimmerte, dass er nicht unbedingt ein Freund des Hallenfußballs ist.Enttäuschungen:Dass der arg gebeutelte VfR Kesselstadt sang- und klanglos Letzter in der Stadtwerke Hanau-Gruppe wurde, kam nicht überraschend. Schon eher das Abschneiden von Germania Großkrotzenburg. Zwar bekam der abstiegsbedrohte Verbandsligist, der im Vorjahr noch im Halbfinale stand, in der als Todesgruppe bezeichneten Karstadt-Sports-Gruppe dicke Brocken vorgesetzt, dass die Germania aber gerade einen Zähler ergatterte, war entschieden zu wenigBestrafungen:Teilweise ging es in der August-Schärttner-Halle recht ruppig zu. Die Schiedsrichter versuchten, hochkochende Emotionen mit Zeitstrafen im Zaum zu halten, einmal gelang dies aber nur durch Zücken einer Roten Karte. Übeltäter war Marco Bataineh von RW Großauheim, der im Spiel der Zwischenrunde gegen die SG Marköbel (5:4) den Einsatz übertrieb.Tore: Insgesamt fielen 229 Tore. Großen Anteil daran hatte Titelverteidiger Bischofsheim, der insgesamt 36 Buden erzielte. Am treffsichersten war erneut Michael Kohnke mit 13 Toren. Damit wurde der 26-Jährige zum dritten Mal Torschützenkönig. Die „Frösche“ stellten damit einen weiteren, bislang kaum registrierten Rekord auf. Seit 2012 kommt der Torschützenkönig aus Bischofsheim. Neben Kohnke (2012, 2016 und 2017) trugen sich Giuseppe Di Micco (2013) und Hicham Abdessadki (2014 und 2015) an die Spitze der in die Torschützenliste ein.

 

Bester Spieler, bester Torwart:Zum besten Spieler kürte die Jury Semih Aydilek vom SC 1960 Hanau. Mit neun Toren war er auch bester Schütze des neuen Titelträgers. Ein alter Bekannter wurde zum besten Torwart gewählt: Björn Wiegand vom FC Hochstadt. Bereits zum vierten Mal wurde dem mittlerweile 34 Jahre alten Zerberus diese Ehre zuteil. Erstmals 2002, beim ersten Titelgewinn der Lila-Weißen gegen Eintracht Oberissigheim.Verletzungen:Leider ging das Turnier nicht ohne Verletzungen ab. Am Samstag prallten der Keeper von RW Großauheim und Ömer Faruk Sengül (Hilalspor Hanau) mit den Köpfen zusammen. Sengül musste mit einer klaffenden Platzwunde ins Krankenhaus eingeliefert werden. Noch schlimmer erwischte es ebenfalls am Samstag den Bischofsheimer Haris Sejdovic.Mit Verdacht auf Bänderriss war für den Innenverteidiger der „Frösche“ bereits nach fünf Minuten Schluss. Michael Raudnitzky machte sich indirekt Vorwürfe. „Eigentlich war Haris für das Turnier gar nicht eingeplant. Ich nominierte ihn kurzfristig nach“, ärgerte sich der FSV-Coach. Mit dem an der Nase operierten Kapitän Cedric Liuzzo und Sejdovic fallen zwei wichtige Abwehrrecken wochenlang aus. Auch Tim Zimpel (FC Erlensee) zog sich eine Blessur zu.Preisgeld-Krösus: Der SC 1960 Hanau sahnte am Wochenende richtig ab. Insgesamt 1600 Euro an Preisgeld gab es für die Siege in Kahl (1000 Euro) und beim Hallenmasters (600 Euro).Endspiel-Fluch: Der FC Hochstadt zog zum siebten Mal ins Finale des Hanauer Hallen-Masters ein: Rekord. Doch nur zweimal (2002 und 2005) verließen die Lila-Weißen das Parkett als Sieger. Fünfmal zogen sie den Kürzeren, doch so knapp wie diesmal war es nie. Kollektives Versagen vor dem gegnerischen Tor gepaart mit einer Portion Pech vereitelten den greifbar nahen dritten Cup-Sieg.Starverkäufer: Ein Hallenmasters ohne den Verkauf von Schaumküssen ist mittlerweile unvorstellbar. Dabei entwickelt sich Karlheinz Keßler immer mehr zum Verkaufsgenie. Heuer hatte er 530 Exemplare geordert, am Samstag waren bereits 470 verkauft. „Im nächsten Jahr werde ich 600 bestellen“, blickt der ehemalige Oberliga-Schiedsrichter voraus. Dann muss sich allerdings um den Verkauf jemand anders kümmern. „Ich feiere im nächsten Jahr während des Masters meine Goldene Hochzeit. Da habe ich meiner Frau versprochen, das Familiäre in den Vordergrund zu stellen“, berichtet Keßler.Spenden der Vereine: Wie in den Vorjahren spendeten die beteiligten Vereine wieder für einen guten Zweck. Zwischen 50 und 100 Euro konnte Walter Heßler zumeist vereinnahmen. Den Vogel schoss wiederum die SG Bruchköbel mit 145 Euro ab.Zuschauer:Genau 689 Zahlende verfolgten an beiden Turniertagen die Spiele in der August-Schärttner-Halle. Gegenüber dem Vorjahr 40 weniger. Ein Minus, das Organisationschef Heßler leicht verkraften konnte. Da sich das Masters erstmals seit drei Jahren wieder mit den Bundesligaspielen überschnitt, hatten Pessimisten mit einem höheren Rückgang gerechnet. Und auch beim 20. Hallen-Masters im Jahr 2018 kann man der Bundesliga nicht aus dem Weg gehen. Diese beginnt wegen der WM in Russland noch früher.

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