Murat Selcuk (links) und Marco Kappes lieferten sich in der vergangenen Runde packende Duelle. Kappes' Bruchköbeler verloren beide Partien knapp. In der kommenden Saison wird seinem Team aber mehr zugetraut als Selcuks Türk Gücü Hanau. Archivfoto: TAP

Fußball

In der Gruppenliga wird die SG Bruchköbel hoch gehandelt

Das Meisterrennen in der Gruppenliga Frankfurt Ost erscheint völlig offen, ein klarer Favorit kristallisiert sich im Vorfeld der Saison 2019/20 nicht heraus.

Von Frank Schneider

Mit dem JSK Rodgau hat sich im Schlepptau von Meister Germania Großkrotzenburg ein Verein in die Verbandsliga Süd verabschiedet, der in den vergangenen Spielzeiten ein Dauer-Abo auf die Spitzenplätze hatte. Als Favoriten werden die Teams der SG Bruchköbel, dem SV Pars Neu-Isenburg, aber auch vom VfB Oberndorf am häufigsten genannt.

Nicht ausgeschlossen ist zudem, dass von den sechs Aufsteigern einige vorne mitmischen. Die Sportfreunde Seligenstadt, Germania Dörnigheim und Aufstiegsrundensieger FC Bayern Alzenau II werden jedenfalls stark eingeschätzt.

Der Trend der Vorjahre, wonach die Gruppenliga Frankfurt Ost zahlenmäßig von Vereinen aus dem Fußballkreis Offenbach dominiert wird, setzt sich fort. Bluten musste der Fußballkreis Hanau. Statt sechs Vereine wie in der Vorsaison, tummeln sich mit der SG Bruchköbel, Türk Gücü Hanau, Dauerbrenner SG Marköbel und dem starken Neuling Germania Dörnigheim nur noch vier Kreisvereine im 17er Feld.

Der Fußballkreis Gelnhausen

Bayern Alzenau II, der FSV Bad Orb und der VfB Oberndorf halten die Fahne des Fußballkreises Gelnhausen hoch, während der kleine Büdinger Fußballkreis nach dem Klassenerhalt des VfR Wenings zusätzlich mit Kreisoberliga-Meister Sportfreunde Oberau wieder einmal zwei Vereine an den Start schickt. Die übrigen acht teilnehmenden Vereine sind allesamt dem Fußballkreis Offenbach zuzuordnen.

Von den Spitzenteams der vergangenen Runde kann der VfB Oberndorf auf ein eingespieltes Team setzen. Der erfahrene Coach Reinhold Jessl begrüßt mit Lukas Hagemann einen Akteur, der bei Buchonia Flieden Hessenligaluft schnupperte. Überdies sind alle Leistungsträger, darunter auch der mehrfache Liga-Torschützenkönig Kai Helmchen, den Jossgründern erhalten geblieben.

Zu den Favoriten zählt freilich auch die SG Bruchköbel, die sich im ersten Jahr nach dem Verbandsligaabstieg erstaunlich stabil präsentierte. Platz drei und der Einzug ins Hanauer Kreispokalfinale konnten sich sehen lassen. Im Verein setzten die Verantwortlichen auf Nachhaltigkeit. „Wir wollen mit jungen Spielern eine Mannschaft mit Perspektive formen, die auch in fünf Jahren noch zusammenspielen kann“, so Trainer Albert Repp. Der Wunsch nach attraktivem Fußball steht beim erfahrenen Coach vor der Ligazugehörigkeit. Repp: „Es ist mir als Trainer besonders wichtig, dass die Zuschauer gerne zu uns auf den Sportplatz kommen.“

Mehr Besucherzuspruch erwünscht

Über etwas mehr Besucherzuspruch würde sich der SV Pars Neu-Isenburg freuen. Der junge Verein stellt ein spielstarkes Team, doch die Partien auf dem Kunstrasenplatz in Zeppelinheim finden häufig vor spärlichen Kulissen statt. Trainer und Vereinschef Sasan Tabib will mit einem etwas veränderten Kader in der Spitzengruppe der Liga mitmischen.

Einen großen Umbruch gab es beim SVG Steinheim zu verzeichnen. Viele Leistungsträger haben das Team von Trainer Jürgen Baier verlassen. „Wir haben dafür aber auch interessante Leute geholt“, meint Sportchef Bernd Hartmann und denkt dabei auch an Routinier Evangelos Zormpalas (zuletzt VfB Offenbach) und Alessandro Fröb (Rot-Weiß Großauheim). Zwei Akteure, die an früheren Wirkungsstätten schon höherklassig ihre Treffsicherheit unter Beweis gestellt haben. Reichlich Erfahrung bringen auch Alexander Blocher (Eintracht Oberrodenbach) und Sven Goldammer (Kickers Obertshausen) mit. Das Saisonziel „Platz eins bis fünf“ klingt schon mal ambitioniert.

Ex-Profi Baier ist zudem als Trainer viel zu ehrgeizig, um vorab bereits mit einem Mittelfeldplatz zufrieden zu sein. Viele Vereine halten sich beim Formulieren ihrer Ansprüche zurück. „Frühzeitiger Klassenerhalt“ oder „eine sorgenfreie Runde spielen“ sind häufige Angaben, die beim näheren Betrachten von teils namhaften bestückten Kadern hier und da ein wenig nach Understatement klingen. Natürlich trägt auch die traditionell hohe Zahl an Absteigern (maximal fünf) dazu bei, dass sich viele Vereinsvertreter im Vorfeld nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen wollen.

"Liga ist sehr ausgeglichen"

„Die Liga ist sehr ausgeglichen, mit Germania Dörnigheim, den Sportfreunden Seligenstadt und Bayern Alzenau II sind sehr starke Aufsteiger dazugekommen“, erklärt beispielsweise Tim Müller, der Spielertrainer von Türk Gücü Hanau. Auch der Tabellenfünfte der Vorsaison hat mit „Klassenerhalt“ eine bescheidene Zielvorgabe gewählt und findet sich damit in bester Gesellschaft.

Die SG Marköbel, der VfR Wenings, die Sportfreunde Oberau, Germania Dörnigheim, der 1. FC Langen und die Sportfreunde Seligenstadt geben das gleiche Ziel an. „Alles andere wäre vermessen“, unterstreicht Manfred Eckhardt, der Spielausschuss-Vorsitzende der SG Marköbel. Freilich traut er der eigenen Elf wieder einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu. Die Hammersbacher sind erfahren, spielen schon seit 13 Jahren am Stück in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Eckhardt hofft wieder auf einen guten Saisonstart. „Mir hat gefallen, dass wir in der abgelaufenen Runde in Ruhe überwintern konnten, das Zittern bis zum Ende braucht kein Mensch.“

Als Geheimtipp wird Germania Dörnigheim gehandelt. Mit Gjorgi Trajanov und Ugur Erdogan verpflichteten die Maintaler gleich zwei Spieler vom Verbandsligisten SC 1960 Hanau, dazu lotste Trainer Hicham Abdessadki seinen ehemaligen Bischofsheimer Mitspieler Maximilian Walter bei der SG Bruchköbel weg.

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