Gute Defensivarbeit: Tim Müller, Spielertrainer von Türk Gücü Hanau, lobt seine beiden Innenverteidiger Sascha Jakicevic (rotes Trikot) und Ervis Shima. Auch dank einer gut stehenden Defensive geht es bei den Hanauern aufwärts. Archivfoto: TAP

Fußball

Gruppenliga: Türk Gücü dank neuer Innenverteidiger im Aufwind

Fußball. Kollektives Durchatmen war im Lager von Türk Gücü Hanau nach dem erkämpften 4:2-Heimsieg gegen die SG Nieder-Roden angesagt. Endete in der Gruppenliga Frankfurt Ost für das Team von Spielertrainer Tim Müller doch eine Durststrecke von zuletzt vier sieglosen Spielen.

Von Frank Schneider

Da auch die SG Bruchköbel ihr Heimspiel gegen den FSV Bad Orb gewann (2:1), bleiben die Hanauer weiter auf einem sicheren Abstiegsplatz.

Es geht nur um den Klassenerhalt

„Wir haben bis zum Saisonende nur noch Endspiele“, verdeutlicht Müller, dass es für sein Team in dieser Saison einzig und allein um den Klassenerhalt gehen wird. Entspannung ist nur im Kreispokalwettbewerb angesagt. „Wir sind da noch vertreten, vielleicht können wir den Wettbewerb wie vor einigen Jahren noch einmal gewinnen“, orakelt der Spielertrainer.

In der Gruppenliga stehen bis zur Winterpause noch vier Spiele an, Tim Müller würde aus diesen Partien gerne noch sechs Punkte einstreichen. „Das wäre für die Rückserie eine gute Grundlage.“ Dass es in dieser Saison eng werden könnte, hatte der 32-Jährige bereits vor der Saison geahnt. „Unser Saisonziel Klassenerhalt wurde uns als Understatement ausgelegt, da wir in der vergangenen Saison ja lange ganz vorne mitgespielt haben. Doch ich habe das realistisch eingeschätzt. Wir hatten Veränderungen im Kader und im Gegensatz zum vergangenen Jahr können nun wichtige Spieler nicht immer trainieren, weil sie vom Beruf oder Studium her weniger Zeit für ihr Hobby haben“, berichtet Müller.

Bis zu sieben Verletzte auf einmal

Hinzu kam – und das war freilich nicht einkalkuliert – großes Verletzungspech. Ständig waren die Hanauer zu Umstellungen gezwungen, gerade im Defensivbereich. Teilweise musste der Gruppenligist sieben Akteure auf einmal ersetzen. Auf die Spitze wurden die Personalsorgen beim 2:2-Remis bei Schlusslicht Germania Klein-Krotzenburg getrieben. „In diesem Spiel war die Not so groß, dass ich sogar unseren Physiotherapeuten Sascha Auet einwechseln musste“, blickt Müller auf turbulente Wochen an der Rudi-Völler-Sportanlage zurück.

Unruhig war es auch, weil die Ergebnisse nicht stimmten. So kassierte Türk Gücü bei der SG Rosenhöhe in Offenbach eine 1:6-Klatsche. Seit dem torlosen Remis gegen das Spitzenteam des VfB Oberndorf ist aber eine gewisse Stabilität eingekehrt. Mit dazu beigetragen haben die neuen Innenverteidiger Sascha Jakicevic und Ervis Shima. Auf den beiden defensiven Außenpositionen in der Abwehrkette haben sich die jungen Hasan Mustafa und Ahmet Dilki Stammplätze erkämpft. „Einige haben lange auf ihre Chance gewartet. Die beiden haben sie genutzt und werden jetzt erstmal spielen“, lobt Tim Müller die beiden Youngster.

Abwehr hat sich stabilisiert

Dass die Abwehr seit Wochen gut steht, ist für Tim Müller ein Indiz, dass es weiter aufwärts gehen wird. „Wir lassen zuletzt kaum Gegentreffer aus dem Spiel heraus zu. Viele unsere gefangenen Tore waren Elfmeter.“ So auch am Sonntag gegen die SG Nieder-Roden, die bei der 2:4-Niederlage in Hanau beide Male vom Punkt traf. Müller lobt die Einstellung und vor allem die Konzentration seiner Mannschaft. Das Team scheint in den vergangenen Wochen begriffen zu haben, um was es geht.

Das Tabellenbild könnte für Türk Gücü Hanau wesentlich besser aussehen, wären da nicht einige unglückliche Punktverluste gewesen. Gegen die SG Marköbel und Aufsteiger 1. FC Langen verloren die Hanauer jeweils kurz vor Schluss unglücklich mit 0:1. „Und gegen Wenings haben wir ein Chancenverhältnis von 18:2 und spielen nur 0:0“, erinnert sich Müller. Selbst gegen Germania Dörnigheim sei seine Mannschaft besser gewesen, doch am Ende stand eine 0:2-Niederlage zu Buche. Im Offensivbereich drückt schon seit geraumer Zeit der Schuh.

Knoten im Sturm scheint geplatzt zu sein

Der Spielertrainer ist daher froh, dass am Sonntag gegen die SG Nieder-Roden der Knoten geplatzt ist und seine Elf gleich vier Mal eingenetzt hat. Mit Mohamad Aalaoui steht zudem wieder ein Fixpunkt im Sturm zur Verfügung. In den vergangenen Wochen wurde er wegen einer fünf Spiele andauernden Rotsperre in der Offensive schmerzlich vermisst. Auch andere Spieler wie Justin Netzband oder Ali Karan werden ihr Team wieder verstärken. „Wir wollen jetzt eine kleine Serie starten und uns dann in der Winterpause neu sammeln und über eine gute Fitness alle Kräfte mobilisieren“, geht Tim Müller davon aus, dass Türk Gücü Hanau auch in der Saison 2020/21 fester Bestandteil der Gruppenliga Frankfurt Ost sein wird.

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