Vor dem Tor oft eiskalt: Emanuel Becker von Germania Dörnigheim hat schon 24 Saisontreffer erzielt. Er sei mit dem Alter abgebrühter geworden, begründet der 29-Jährige seine gute Torqoute. Hier versucht Bruchköbels Keeper Yannick Dauth einen Becker-Treffer zu verhindern. Archivfoto: TAP

Fußball

Gruppenliga: Torjäger "Manosch" Becker lässt Dörnigheim träumen

Fußball. Drei Tore in einem Spiel – damit hat Emanuel Becker von Germania Dörnigheim seinen Verein unlängst zum 6:1-Sieg gegen den VfR Wenings geschossen. Für den Torjäger des Gruppenligisten war es bereits der zweite Dreierpack in der laufenden Saison, bisher kommt er in 17 Spielen auf 24 Treffer.

Von Robert Giese

Eine überragende Torquote, die sich auch für die Dörnigheimer bezahlt macht, denn diese stehen auch dank der Treffsicherheit ihres Torschützen vom Dienst als Aufsteiger auf dem zweiten Tabellenplatz in der Gruppenliga Frankfurt Ost.

Mit 29 Jahren cooler vor dem Tor als früher

„So eine gute Quote hatte ich noch nie“, meint der 29-Jährige, der schon in der Hessen- und Verbandsliga gekickt hat, „aber das Team macht es mir auch leicht.“ Schnelles Konterspiel, direkte Bälle über die Außen, ein „ordentlicher Offensivfußball“ – dadurch ergäben sich viele Chancen. „Mit 29 Jahren hat man dann auch eine gewisse Routine und ist vor dem Tor cooler als früher“, erklärt sich Becker seine beeindruckenden Werte in dieser Saison.

Für seinen Trainer Hicham Abdessadki ist Beckers Quote in dieser Saison vor allem auf dessen Trainingsfleiß zurückzuführen: „Er investiert viel, und das ist der Ertrag.“

Schnell, dribbelstark und eiskalt im Abschluss

Allerdings bringe Becker auch viele Talente mit, die ihm das Toreschießen erleichterten: Pfeilschnell sei „Manosch“, wie er von allen genannt werde, dazu dribbel- und abschlussstark und verfüge zudem über ein gutes taktisches Verständnis und einen tollen Instinkt vor dem Tor. „Von der Spielweise her kann man ihn vielleicht mit Kingsley Coman oder Serge Gnabry vergleichen“, meint Abdessadki, denn auch er ziehe mit viel Tempo in Richtung Strafraum und suche dort den Abschluss.

Abdessadki kennt Becker bereits seit vielen Jahren aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FSV Bischofsheim. „Ich habe seine Entwicklung seitdem miterlebt, er war schon früh sehr talentiert und hat sich jetzt zu einem erfahrenen Fußballer weiterentwickelt.“ Der Dörnigheimer Trainer jedenfalls ist heilfroh, dass „Manosch“ mit an Bord ist: „So einen Fußballer wie ihn wünscht sich jeder Trainer“, und meint damit nicht nur die Leistungen Beckers auf dem Platz, sondern auch dessen Einstellung.

Bei der Germania kickt er mit Freunden

Dieser scheint in Dörnigheim, wo er seit knapp anderthalb Jahren spielt, eine Art fußballerische Heimat gefunden zu haben und fühlt sich dort sehr wohl. Als zweifachen Familienvater zog es Becker damals vom Verbandsligisten aus Altwiedermus zur Germania, wo er mit einigen Spielern zusammenspielt, mit denen er schon einige Jahre zuvor für Bischofsheim gemeinsam auf dem Platz stand.

„Das macht großen Spaß“, sagt Becker über das Zusammenspielen mit seinen alten Kumpels, doch daran habe auch der Sportliche Leiter der Dörnigheimer großen Anteil. „Jochen Kostiris ermöglicht uns viel und holt uns auch mal auf den Boden zurück. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben“, so „Manosch“.

Spitzname war irgendwann einfach da

Wo genau der Spitzname Beckers seinen Ursprung habe, weiß der 29-Jährige übrigens selbst nicht. „Das wissen nicht einmal meine Eltern, der war in meiner Kindheit einfach plötzlich da“, erzählt der Torjäger und lacht – seitdem begleitet er Becker jedenfalls.

Zumindest in dieser Saison ebenfalls ein ständiger Begleiter ist die Torgefahr, die „Manosch“ ausstrahlt. Ein bestimmtes Saisonziel hat Becker sich dennoch nicht gesetzt. „Ich habe mir nicht vorgenommen 30 oder 35 Tore in dieser Saison zu schießen, denn im Fußball kann es ganz schnell gehen mit einer Verletzung“, weiß der Offensivspieler, „darum ist es für mich am wichtigsten, gesund zu bleiben.“

Aufsteiger mischt die Liga auf

Für seine Mannschaft, die als Aufsteiger derzeit auf dem zweiten Rang in der Gruppenliga liegt und möglicherweise den Durchmarsch schaffen von der Kreisoberliga in die Verbandsliga könnte, sieht das anders aus. „Als Fußballer möchte ich selbstverständlich jedes Spiel gewinnen, da müssen wir am Saisonende mal sehen, was dabei rumkommt und was möglich ist.“

Mit seinem unnachahmlichen Torriecher könnte „Manosch“, so viel ist sicher, weiterhin dafür sorgen, dass seine Mannschaft im Aufstiegsrennen noch lange ein Wörtchen mitredet.

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