Der ehemalige Bundesliga-Profi Jürgen Baier ist nicht mehr Trainer des Gruppenligisten SVG Steinheim. Archivfoto: TAP

Fußball

Gruppenliga: SVG Steinheim trennt sich von Trainer Jürgen Baier

Fußball. Gruppenligist SVG Steinheim hat auf die sportliche Talfahrt der vergangenen Wochen reagiert und sich mit sofortiger Wirkung von seinem Trainer Jürgen Baier getrennt. Der frühere Bundesliga-Profi hatte die Steinheimer im Januar 2017 übernommen und auf Anhieb als Meister in die Gruppenliga Frankfurt Ost geführt.

Von Frank Schneider

Dort endet nach knapp drei Jahren sein Engagement beim SVG auf dem aktuellen neunten Tabellenplatz. Im letzten Punktspiel dieses Jahres beim 1. FC Langen wird der Sportliche Leiter Bernd Hartmann das Team coachen. Noch in diesem Jahr will der Gruppenligist den Baier-Nachfolger präsentieren.

Gespräche mit Nachfolgern laufen bereits

Das Anforderungsprofil steht, erste Gespräche mit Wunschkandidaten sind bereits angelaufen. Laut Hartmann wird es sich beim neuen SVG-Coach um eine externe Lösung und um einen reinen Trainer handeln. Die Trennung vom 61-jährigen Baier ist dem Steinheimer Sportchef freilich nicht leicht gefallen. „Wir haben Jürgen sehr viel zu verdanken, denn er hat uns in die Gruppenliga geführt und uns dort etabliert.“

Der Klassenerhalt habe jedoch höchste Priorität und so reifte im Vorstand des SVG der Entschluss, noch vor dem aus tabellarischer Sicht überaus wichtigen Spiel in Langen noch für einen Impuls zu sorgen und der Mannschaft ein mögliches Alibi zu nehmen. Der FCL hat aktuell drei Punkte weniger als die Steinheimer auf dem Konto und rangiert damit vor dem abschließenden Spieltag des Fußballjahres auf dem ersten Abstiegsplatz.

Sportliche Krise verschärft sich

Für Hartmann ein echtes Sechs-Punkte-Spiel. Unlängst hatten Baier und Hartmann Gespräche in der Winterpause angekündigt, um die sportliche Lage zu analysieren. Durch die schlechten Auftritte und die sich häufenden Niederlagen verschärfte sich jedoch am Sportgelände am Pfaffenbrunnen die sportliche Krise, was nun das Ziehen der Reißleine zur Folge hatte. Vermutlich hätten sich Verein und der in Sulzbach lebende Übungsleiter in der Winterpause ohnehin getrennt.

Bernd Hartmann legt derweil Wert auf die Feststellung, dass keineswegs Baier der Hauptverantwortliche an der aktuellen sportlichen Situation sei, ungeachtet dessen, dass die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Team nicht mehr so gepasst hat. „Die Leistungen wurden leider zuletzt immer schlechter, woran die Mannschaft natürlich nicht unschuldig ist“, erläutert der Funktionär.

Sechs Niederlagen aus sieben Spielen

Am vergangenen Sonntag waren die Steinheimer bei der 0:5-Heimniederlage gegen Spitzenreiter SV Pars Neu-Isenburg absolut chancenlos. Nach eigentlich gutem Saisonstart war die jüngste Ligabilanz des SVG mit sechs Niederlagen aus sieben Partien verheerend. Mit den Heimklatschen gegen die Sportfreunde Seligenstadt (1:7) und SG Marköbel (1:5) fing die Misere an. Trotz des zwischenzeitlichen 3:1-Erfolgs bei der SG Nieder-Roden erholte sich das ambitioniert in die Runde gestartete Team von diesen unerwarteten Pleiten nicht mehr.

„Wir werden uns daher in der Winterpause kritisch mit dem Kader auseinandersetzen“, ergänzt der Sportliche Leiter. Heißt übersetzt: Zu- und Abgänge sind nicht ausgeschlossen. Da der neue Trainer in Sachen Personalplanung ein gehöriges Wort mitreden soll, wird laut Bernd Hartmann eine zeitnahe Verpflichtung angestrebt.

Baier ist offen für neue Aufgaben

Baier selbst, der als Trainer einige Jahre im Nachwuchsbereich der Offenbacher Kickers arbeite und im Seniorenbereich vor seiner Steinheimer Zeit den SV Erlenbach und den Regionalligisten Viktoria Aschaffenburg betreute, ist offen für andere Vereinsanfragen aus dem Bereich des hessischen oder bayrischen Fußballverbandes.

Das jähe Ende beim SVG Steinheim hat den erfahrenen Übungsleiter enttäuscht. „Es war eine geile Zeit, die leider abrupt zu Ende gegangen ist.“ Gerne hätte Baier selbst für die Trendwende am Pfaffenbrunnen gesorgt. „Wenn jede Ehe nach einer erste Krise geschieden würde, hätten wir keine verheiraten Menschen mehr“, zieht Baier den Vergleich ins Privatleben und drückt damit sein Unverständnis für die Entscheidung der Vereinsverantwortlichen des SVG Steinheim aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema