19 Tore hat Andrej Kolchak in dieser Spielzeit für Steinheim erzielt. Mehr werden es nicht: der SVG hat sich mit sofortiger Wirkung vom Stürmer getrennt. Archivfoto: TAP

Gruppenliga

Vor Gruppenliga-Spieltag: Steinheim schmeißt Kolchak-Brüder raus

Fußball. Der Spieltag in der Gruppenliga Frankfurt Ost startet am Freitagabend mit der Partie zwischen Spitzenreiter FC Germania Großkrotzenburg und der SG Nieder-Roden (Anpfiff 19.30 Uhr). Die Gäste könnten ihrem Nachbarverein JSK Rodgau im Titelrennen Schützenhilfe leisten, müssen dafür dem Ligaprimus aber ein Bein stellen.

Dies wäre freilich eine Überraschung, denn das Team von Coach Roland Gerhardt hat vier der letzten fünf Ligaspiele verloren und ist auf Rang zehn abgerutscht.

„Vor solchen Spielen habe ich mehr Magenschmerzen, als wenn es gegen ein anderes Spitzenteam geht“, warnt Großkrotzenburgs Trainer Matthias Filbrich vor einem Gegner, der befreit aufspielen kann und nichts zu verlieren hat. „Trotz Personalnot ist die Motivation bei uns hoch, da wir alle Möglichkeiten haben, aufzusteigen“, betont Filbrich. Der am Saisonende ausscheidende Coach geht davon aus, dass nach der Osterpause auch die zuletzt schmerzlich vermissten Robin Prey und Connor Storm wieder mitwirken können.

Türk Gücü Hanau ist in diesem Jahr noch ungeschlagen und hat sich zu einem Aufstiegskandidaten gemausert. Aufgrund der jüngsten Erfolge des VfR Wenings fährt der Tabellendritte am Sonntag aber mit viel Respekt Richtung Vogelsberg. „Beide Mannschaften haben derzeit einen guten Lauf, besonders die Offensive ist beim VfR Wenings stark besetzt“, meint Türk Gücüs Spielertrainer Tim Müller. Gerne möchte er mit einem weiteren Sieg in die dann 20 Tage andauernde Pflichtspielpause gehen. Personell entspannt sich die Lage nur leicht. Der lange Zeit verletzte Avdullah Dragoshi wird erstmals seit Februar im Kader stehen. Ob Kerem Yücel rechtzeitig fit wird, steht noch in den Sternen.

Die SG Bruchköbel genießt gegen den VfB Oberndorf Heimrecht. Beide Teams haben bei jeweils einem weniger ausgetragenen Spiel zehn Punkte Rückstand auf Platz zwei. Heißt: Um die noch theoretisch vorhandene Aufstiegschance zu wahren, bedarf es für beide einer Siegesserie bis zum Saisonende. Für den Verlierer wäre das Aus im Kampf um einen der ersten beiden Plätze wohl besiegelt.

Im Tabellenmittelfeld geht es für die Nachbarn Pars Neu-Isenburg und SG Marköbel um eine gute einstellige Platzierung in der Endabrechnung. „Für uns ist das Spiel eine große Herausforderung, da Pars für mich zu den besten Teams der Liga zählt“, sagt Marköbels Trainer Wolfram Rohleder. Mit vollbesetztem Kader wollen die Hammersbacher diese reizvolle Aufgabe angehen.

Einen Paukenschlag setzte es unter der Woche beim SVG Steinheim: Die Brüder Andrej und Alexey Kolchak werden ab sofort nicht mehr für den Gruppenligisten spielen. Besonders den Abgang von Torjäger Andrej Kolchak bedauert Trainer Jürgen Baier. „Ihn hätte ich gerne behalten, doch ich akzeptiere natürlich die Entscheidung des Vereins.“ Bedingt durch die angespannte Personalsituation und den durch die jüngsten Niederlagen ausgelösten Schwund des Selbstvertrauens, sind die Steinheimer gegen den Tabellenzweiten lediglich Außenseiter. Der Druck liegt freilich bei den Gästen, denn die jüngsten Punkteverluste gegen Klein-Krotzenburg (3:3) waren in der Aufstiegsrechnung nicht einkalkuliert.

Viertletzter gegen Vorletzter: Allein die Tabellenplatzierungen unterstreichen die Bedeutung des Duells zwischenGermania Niederrodenbach und dem FC Dietzenbach. Die Gastgeber tankten zuletzt mit einem Sieg in Obertshausen Selbstbewusstsein, während der FCD im Jahr 2019 noch ungeschlagen ist und bei seiner Aufholjagd in Richtung Klassenerhalt voll im Plan liegt.

„Es ist für beide Mannschaften ein absolutes Endspiel“, unterstreicht Niederrodenbachs Trainer Jochen Breideband, dass im Monat April für sein aktuell in Bestformation agierendes Team nur bedeutsame Partien anstehen. Der Klassenerhalt bleibt das große Ziel der Germania. Freilich wird in Niederrodenbach im Hinblick auf die kommende Saison auch zweigleisig geplant. Das Gros des Kaders hat ligaunabhängig für die neue Runde zugesagt und seit dieser Woche steht mit Tobias Kühn (SG Bruchköbel) der erste Neuzugang fest. fs

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