Zweikampf von zwei Fußballern auf dem Hartplatz der SG Marköbel
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Bloß keine Bruchlandung hinlegen wollen Marcel Gerken (vorne) und die SG Marköbel.

Trainer übt Kritik

Gruppenliga: SG Marköbel bedient sich in der Kreisoberliga - Mammutsaison bereitet Sorgen

Hammersbach – Die SG Marköbel geht ab September bereits in ihr 15. Gruppenligajahr in Folge. Aufgrund der sich abzeichnenden Rahmenbedingungen spricht Trainer Wolfram Rohleder von einer großen Herausforderung für sein Team.

Von Frank Schneider

In der vergangenen Runde hielt sich das Team vor der Corona-Unterbrechung in sicheren Tabellengefilden auf. „Es werden viele englische Wochen auf uns zukommen, das ist ein Nachteil für Vereine, die über keinen breiten Kader verfügen und den einen oder anderen älteren sowie viele berufstätige Akteure in ihren Reihen haben“, meint der Ex-Profi.

SG Marköbel: Trainer kritisiert Saisonabbruch in Hessen

Rohleder kritisiert die durch eine Terminhatz ausgelösten Anforderungen an die Amateurfußballer und hätte sich ein Modell wie in Bayern gewünscht, wo die im März unterbrochene Saison frühestens ab September zu Ende gespielt wird.

„In meinen Augen war es keine durchdachte Entscheidung, einen Abbruch zu beschließen, ohne zu wissen, wann die neue Runde wegen der Pandemie überhaupt beginnen kann“, erläutert der Coach, der bei der SG Marköbel bereits in der elften Saison auf der Trainerbank Platz nimmt.

SG Marköbel für Saisonabbruch - Trainer persönlich dagegen

Rohleder hätte kein Problem gehabt, den im März unterbrochenen Wettbewerb fortzuführen und somit notfalls die Spielzeit 2020/21 zu opfern. „Dann wären alle Entscheidungen auch sportlich gefallen. Dass jetzt Mannschaften den Klassenerhalt gefeiert haben, die bis März nur einen Punkt geholt haben, kann doch nicht im Sinne eines sportlichen Wettbewerbs sein“, sagt Rohleder, betont aber gleichzeitig, dass es sich hierbei um seine persönliche Meinung handelt.

Im Vorfeld des virtuellen Verbandstages hatte sich seine SGM in der Hanauer Kreiskonferenz für einen Saisonabbruch ausgesprochen. Rohleder versteht natürlich auch die Argumente für den jetzt vonstattengehenden Neustart, sieht aber im prall gefüllten Spielplan richtige Tücken.

Vor dem Rundenauftakt am 6. September beim ambitionierten VfB Oberndorf, ist die SG Marköbel noch im Kreispokalwettbewerb der alten Saison gefordert. Im Viertelfinale heißt der Gegner auswärts Eintracht Oberissigheim.

SG Marköbel bedient sich einmal mehr in der Kreisoberliga

Im neuen Kader der SGM halten sich Zu- und Abgänge die Waage. Die Hammersbacher bleiben unterdessen ihrer Philosophie treu und setzen auf Verstärkungen aus den unteren Ligen. Sämtliche Neuen spielten zuletzt in der Kreisoberliga oder tiefer.

„Wir bieten den Spielern an, dass sie sich bei uns zu Gruppenligaspielern entwickeln können“, weiß Wolfram Rohleder, dass sein Verein trotz niedrigem Personaletat aufgrund der attraktiven Spielklasse für Neuzugänge interessant ist.

Zwei neue Stürmer: SG Marköbel rüstet in der Offensive auf

Fündig wurde die SGM in erster Linie im Kreis Büdingen. Mit Armin Bazmani Mamaghani (SV Seemental, 15 Saisontreffer) und Björn Reichert (Germania Ortenberg, neun Tore) kommen zwei neue Stürmer, sodass Rohleder in der Offensive über reichlich Alternativen verfügt.

Im Mittelfeld zuhause ist Christian Mäser von der SG Wolferborn/Michelau/Bindsachsen. Die drei Akteure spielten in ihren Vereinen in der Kreisoberliga Büdingen eine gewichtige Rolle, verfügen jedoch über keine Gruppenliga-Erfahrung.

Ex-Spieler kehrt zur SG Marköbel zurück

Anders Samuel Schröder: Der Defensivspieler von Kewa Wachenbuchen kehrt zu seinem Ex-Verein nach Marköbel zurück und spielte in früheren Jahren auch mit dem SV Somborn höherklassig. Marius Weitzel (SSV Lindheim) kommt als zusätzlicher Torwart, dürfte aber am Nummer-Eins-Status von Felix Sticher nicht kratzen können.

Verlassen haben die SGM Marvin Schneider (Phönix Düdelsheim), Maximilian Vogler (SV Altenmittlau) und Manuel Gibaja-Lofink (SV Kilianstädten). Das Trio spielte – teilweise aus Verletzungsgründen – beim Gruppenligisten zuletzt keine entscheidende Rolle. Mit Benjamin Marx hat unterdessen ein langjähriger Leistungsträger und Führungsspieler seine aktive Laufbahn beendet – seine Erfahrung wird fehlen. Marcel Waller und Mirko Djordjevic wollen eine Fußballpause einlegen und werden daher kein fester Bestandteil des Kaders sein.

Saisonziel ist klar.: SG Marköbel will den Klassenerhalt

Auch wenn im 20er Feld fünf oder sechs Teams der Abstieg ereilen wird, so darf man sicher sein, dass die SGM auch in dieser Runde alles in die Waagschale werfen wird, um den sportlichen Status quo erneut zu erhalten.

Dass es beim Saisonziel nur um das Thema Klassenerhalt gehen kann, steht für Wolfram Rohleder völlig außer Frage. Zusammenhalt und eine stabile Physis waren immer die besten Argumente der SG Marköbel im Kampf um den Ligaverbleib.

SG Marköbel: Saisonvorbereitung beginnt Ende Juli

Nachdem auf dem Sportgelände am Ortsmittelpunkt zuletzt in regelmäßigen Übungseinheiten unter Corona-Bedingungen und ohne Wettkampfdruck der Spaß im Vordergrund stand, so wird in der ab Ende Juli beginnenden Saisonvorbereitung hartes Arbeiten an der nötigen Ausdauer wieder ein Schwerpunkt sein.

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