Zwei Männer, ein Ziel: Abteilungsleiter Oliver Gust (links) hat Claus Schäfer als Trainer der SG Bruchköbel gewonnen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Foto: Roland Adrian

Fußball

Gruppenliga: Schäfer soll SG Bruchköbel vor dem Abstieg retten

Fußball. Claus Schäfer ist wieder an Bord. Wie berichtet hat der Fußball-Lehrer am gestrigen Dienstag die Trainingsleitung bei der SG Bruchköbel übernommen. Er löste Abteilungsleiter Oliver Gust ab, der interimsmäßig nach dem Rücktritt von Albert Repp die Mannschaft zwei Wochen betreute.

Schäfer soll das SGB-Schiff, das in der Gruppenliga Frankfurt Ost überraschend in raue See geraten ist, wieder in ruhigeres Fahrwasser führen. Gust bringt es auf den Punkt: „Für Schäfer gibt es nur ein Ziel und das heißt, den Verein vor dem Abstieg retten“.

Schäfer hat SGB-Vergangenheit

Für die breite Öffentlichkeit war die Verpflichtung des 52-Jährigen, der bereits von 1997 bis 2001 am Sportplatz am Wald tätig war, eine Überraschung, nicht für Gust. „Der Kontakt zu Schäfer war nie abgerissen, wir liefen uns immer mal wieder über den Weg.“ Gust stimmte sich mit dem geschäftsführenden Vorstand ab und kontaktierte Schäfer wenige Tage nach der Demission Repps.

„Der Anruf Gusts überraschte mich schon. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Repp sein Amt aufgibt, sondern gehofft, dass er das Ruder wieder herumreißen kann“, sagt Schäfer. Nach einem Gedankenaustausch mit Gust überschlief er die neue Lage, um nach reiflicher Überlegung zuzusagen.

Neuer Coach musste Zusage des DFB abwarten

„Die SG Bruchköbel ist wie eine alte Liebe. Ich habe dort eine Superzeit verbracht und viele Freunde gewonnen, mit denen ich noch heute engen Kontakt pflege“, freut sich der in Nidda-Eichelsdorf wohnende Übungsleiter auf seine neue Aufgabe, die er ohne Zustimmung seines Arbeitgebers nicht angetreten hätte. Schäfer ist im 14. Jahr beim DFB als „Koordinator Talentförderung Hessen“ tätig.

Da der DFB nach den Worten Schäfers daran interessiert ist, die Trainingsphilosophie des Verbandes auch in den Amateurvereinen zum Tragen zu bringen, war die Zustimmung nur Formsache. Terminliche Überschneidungen sind laut Schäfer nicht vermeidbar, aber verkraftbar. „Da ist eben Flexibilität eines jeden gefragt“, sagt Schäfer und meint dabei nicht nur die Spieler.

Er hat die SGB in dieser Saison dreimal gesehen, gegen die Büdinger Vereine VfR Wenings und Sportfreunde Oberau sowie das Kreisderby bei der SG Marköbel. Interessehalber, ohne Hintergedanken, wie er ausdrücklich betont. Nach dem Spiel am Sonntag bei Bayern Alzenau II (3:3) wurde er abends im Klubheim der Mannschaft vorgestellt. „Das war wie ein Heimkommen“, gesteht er.

Schäfer führte SGB einst in die Landesliga

Am 1. Januar 1997 begann die heimliche Liebe zwischen ihm und der SGB. Als Nachfolger von Stephan Häuser übernahm der damals 29-Jährige als Spielertrainer die Mannschaft. Die Zielsetzung war die gleiche wie heute: Nichtabsteigen. Zwei Jahre später herrschte eitel Sonnenschein am Sportplatz am Wald. Bruchköbel wurde Meister der Gruppenliga Frankfurt Ost und stieg in die damalige Landesliga Süd auf. Einem neunten Platz in der Saison 1999/2000 folgte ein Jahr später die Ernüchterung, nach zwei Jahren stieg die SGB wieder ab.

Schäfer legte in dieser Zeit seine Fußball-Lehrer-Prüfung ab und stand nicht immer zur Verfügung. Für manche mit ein Grund für den Abstieg. Schäfer schlug danach hauptberuflich seine Zelte beim Hessischen Fußball-Verband auf, den aber nach vier Montane wieder verließ, um bei der Frankfurter Eintracht anzuheuern, wo er die B-Junioren und später die A-Junioren übernahm. Nach fünf Jahren am Riederwald wechselte er 2006 zum DFB, seinem jetzigen Arbeitgeber.

Von Qualität der Mannschaft überzeugt

Dem ersten Spiel am Sonntag gegen Aufsteiger FSV Bad Orb fiebert er wie ein Erstklässler dem ersten Schultag entgegen. „Das ist schon sehr emotional. Man verspürt ein gewisses Kribbeln, einfach ein tolles Gefühl.“ Schäfer ist von der Qualität der Mannschaft überzeugt, „sonst hätte ich mich nicht auf dieses Abenteuer eingelassen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema