Auf die Defensivqualitäten von Rico Fleischer (rot-weißes Trikot) wird es auch im Rückspiel zwischen der SG Bruchköbel und seinem Ex-Klub Germania Niederrodenbach ankommen. Archivfoto: TAP

Bruchköbel

Gruppenliga: Rico Fleischer ist ein Garant in der SGB-Defensive

Fußball. Die stabile Defensive ist das Prunkstück der SG Bruchköbel. Der Tabellendritte der Gruppenliga Frankfurt Ost hat erst acht Gegentreffer kassiert und in zwölf von 17 Spielen „zu Null“ gespielt. Neuzugang Rico Fleischer ist als Innenverteidiger Bestandteil der sattelfesten Abwehr des Verbandsliga-Absteigers.

Von Frank Schneider„Als Abwehrspieler freust du dich über ein solides 2:0 eben mehr als über einen 4:2-Sieg“, räumt der 22-Jährige ein. Auch am Sonntag will er mit seinem Team ohne Gegentreffer bleiben.

Für Rico Fleischer steht mit dem Kreisderby gegen den FC Germania Niederrodenbach ein besonders Spiel an. Schließlich geht es gegen die ehemaligen Kameraden. „Ich hatte zwei tolle Jahre in Niederrodenbach“, erzählt der Abwehrspieler.

Neuzugang der Kategorie „Volltreffer“

Er ging als Kreisoberliga-Meister zu seinem Heimatverein zurück und erwies sich im Team von Trainer Albert Repp als Neuzugang der Kategorie „Volltreffer“. Für Fleischers ehemaligen Coach Jochen Breideband keine Überraschung: „Er war einer unserer Garanten für die Meisterschaft und hat in den vergangenen eineinhalb Jahren einen großen Entwicklungsschritt vollzogen. Mir war klar, dass die SGB mit ihm einen guten Fang gemacht hat. Schade, dass uns Rico nach dem Aufstieg verlassen hat. Er hätte uns mit Sicherheit sehr weitergeholfen.“

An der Seite verbandsligaerfahrener Akteure wie Marius Dickerhoff und Felix Rohner fühlte sich Rico Fleischer im neuen Umfeld auf Anhieb wohl. Die Gründe, weshalb die SGB die mit Abstand wenigsten Gegentreffer aller Gruppenligisten kassiert hat, sind für den in Erlensee lebenden Abwehrspieler jedoch vielschichtig. „Wir verteidigen als gesamtes Team gut, sind nicht nur in der Abwehrkette, sondern auch auf der Sechserposition und auch im Tor gut aufgestellt.“

Harmonie und Zusammenhalt im Kader

Keeper Yannik Dauth und Vertreter Janis Gräfe zählen freilich zu den stärksten Torstehern der Gruppenliga. Für Trainer Albert Repp und Rico Fleischer sind auch die Harmonie und der Zusammenhalt im Kader Garanten für den aktuellen Erfolg. „Es passt menschlich wie sportlich sehr gut bei uns. Die Laufwege passen sehr gut, jeder weiß, was er zu tun hat“, so Fleischer. Albert Repp ist froh, dass die SG Bruchköbel dem robusten Verteidiger im Sommer einen Wechsel schmackhaft machen konnte. „Rico ist ein menschlich feiner, umgänglicher und anständiger Kerl und hat in der Zeit bei uns auch schon einiges dazugelernt“, lobt Repp.

Auch wenn seitens des Vereins kein Druck auf das Team ausgeübt wird, schielt Rico Fleischer schon auf die ersten beiden Plätze. „Wenn wir aufsteigen, dann nehmen wir das gerne an“, so Fleischer, der sich zum Ziel gesetzt hat, irgendwann in der Verbandsliga spielen zu wollen. „Ob das bei der SG Bruchköbel der Fall sein wird, sei mal dahingestellt“, mag Albert Repp sein homogenes Team nicht aufs Favoritenschild der Liga heben. Derzeit wirkt das Team sehr eingespielt. Erfahren genug ist es auch, doch Repp weiß, dass das gute Abschneiden für ein doch sang- und klanglos aus einer Liga abgestiegenes Team keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist.

Torgefährlich nur in der vergangenen Saison

Davon, dass für Rico Fleischer die Gruppenliga nicht das Ende der Fahnenstange sein muss, ist der erfahrene Übungsleiter überzeugt. „Rico kann noch weitere Entwicklungsschritte nehmen und folglich auch höherklassig spielen. So was liegt aber in erster Linie am Spieler selbst“, betont Repp. Rico Fleischer ist ehrgeizig, doch vor drei Jahren hat er gezeigt, dass er auch andere Prioritäten legen kann. Nach Ablauf seiner Jugendzeit in Bruchköbel und ersten Gehversuchen im Seniorenbereich beim 1. FC Erlensee legte er eine Fußballpause ein, um sich auf seine berufliche Ausbildung zu konzentrieren. Nach dem Wechsel nach Niederrodenbach hat der Innenverteidiger Blut geleckt.

Im Meisterjahr der Germania machte er auch als torgefährlicher Spieler von sich reden. Insgesamt zehn Treffer gingen auf das Konto des groß gewachsenen Spielers. In Bruchköbel hält sich Fleischer bislang mit dem Toreschießen zurück. „In Niederrodenbach bin ich immer mit nach vorne gegangen, das ist in meinem jetzigen Team etwas anders“, berichtet der 22-jährige Defensivspezialist. Ein Tor gegen die Ex-Kollegen am Sonntag wäre freilich ein besonders Bonbon, doch wichtiger sind für Rico Fleischer, der sich aufgrund nach wie vor guter Kontakte nach Rodenbach sehr auf das Wiedersehen freut, die drei Punkte und möglichst wieder ein „Zu-Null-Sieg“.

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