Niklas Oppermann (am Ball) läuft auf gewöhnungsbedürftigem Untergrund Kerem Yücel davon. Die SG Marköbel hat sich im Kreisduell mit 1:0 gegen Türk Gücü Hanau durchgesetzt und dem Tabellenzweiten eine empfindliche Niederlage zugefügt. Foto: TAP

Fußball

Gruppenliga: SG Marköbel stoppt Türk Gücü

Fußball. In der Gruppenliga Frankfurt Ost sind fünf Mannschaften bei der Verfolgung von Spitzenreiter Germania Großkrotzenburg eng beisammen. Nach der 0:1-Niederlage im Kreisduell bei der SG Marköbel musste Türk Gücü Hanau den zweiten Tabellenplatz an den VfB Oberndorf (6:0 gegen Altenhaßlau/Eidengesäß) abtreten.

Von Frank Schneider

Der Tabellensechste SVG Steinheim verkürzte den Rückstand auf Tabellenplatz zwei dank eines 2:0-Auswärtssieges bei Pars Neu-Isenburg auf zwei Punkte. Im Tabellenkeller gelang Kickers Obertshausen ein Riesensatz. Mit dem 4:1-Sieg gegen Eintracht Oberrodenbach überholte das Team von Coach Marcel Dindorf gleich vier Mannschaften und stoppte auf einem Nichtabstiegsrang.

Marköbel ringt Türk Gücü nieder

SG Marköbel – Türk Gücü Hanau 1:0 (0:0): Mit einer starken kämpferischen Leistung rang die SG Marköbel die als Tabellenzweiter angereisten Hanauer nieder. Das auf dem Hartplatz ausgetragene Spiel bot den Zuschauern nur wenige Torchancen. „Eigentlich war es ein typisches 0:0-Spiel“, fand Türk Gücüs Spielertrainer Tim Müller. Niklas Oppermann bot sich die erste Chance für Marköbel, auf der Gegenseite scheiterte Samet Ünal (33.). Kurz vor der Pause entschärfte Gäste-Schlussmann Burak Tok einen noch abgefälschten Schuss von Oppermann.

Ali Karan kam in Hälfte zwei als erster zum Abschluss, doch der Akteur von Türk Gücü zielte knapp daneben. In der 73. Minute fiel nach einer Ecke von Marvel Gerken das Tor der Tages: Tok unterschätze den Ball und Benjamin Marx köpfte am langen Pfosten stehend zum 1:0 ein. Wenig später hätte Christian Karges per Kopf erhöhen können, doch diesmal war Tok zur Stelle. Türk Gücü versuchte alles, vergab durch Justin Netzband und Sertan Cakar noch zwei gute Möglichkeiten. „Aufgrund der kämpferischen Einstellung war unser Sieg nicht unverdient“, meinte Marköbels Sprecher Luca Topitsch. Tim Müller stimmte zu, wollte seiner Mannschaft aber nicht den Einsatzwillen absprechen. „Wir waren halt diesmal vorne zu harmlos“, meinte Türk Gücüs Spielertrainer nach dem Hanauer Kreisderby.

Marköbel: Sticher – Marx, Vetchel, Außenhof, Karges, Gerken, Kuhl, Oppermann, M. Völke, Schabet (88. Maisch), Kayalar (90. +1 Waller)Türk Gücü: Tok – Shima, Yücel, Karan, Ünal (74. Sözen), Netzband, Mustafa (87. Korkmaz), Müller, Selcuk (60. Cakar), Sungun, Aalaoui – Tor: Marx (73.) – Schiedsrichter: Schneider (Neuhof) – Zuschauer: 110 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistungen

Gastgeber haderten

SV Pars Neu-Isenburg – SVG Steinheim 0:2 (0:0): Die Gastgeber haderten mit der Chancenverwertung und fühlten sich vom Schiedsrichter benachteiligt. Steinheim war es egal: Dank des Auswärtssiegs bleibt die Mannschaft von Jürgen Baier oben dran. „So langsam macht es keinen Spaß mehr, wir brauchen in der Gruppenliga den Videobeweis“, haderte Neu-Isenburgs Coach Sasan Tabib. Vielleicht hätte kurz vor Ende das Wembley-Tor von Semir Duljevic gezählt? Vor dem 0:1, das Matthias Fischer in der 76. Minute im Anschluss an einen Eckball erzielte, soll ein Foulspiel der Steinheimer vorgelegen haben, beim 0:2 protestierten die Neu-Isenburger auf Abseits. „Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben super gespielt, doch leider die vielen Chancen nicht genutzt. In meinen Augen war der Sieg für Steinheim eher glücklich“, resümierte Tabib.

Steinheim: Winter – Fischer, J. Hartmann, Emge, Hilser, Brighache, Bacher (78. Camara), Arnold, Khederzadeh (87. Kaminski), Krikser (78. Balzer), Andrej Kolchak – Tore: 0:1 Fischer (76.), 0:2 Khederzadeh (85.) – Schiedsrichter: Hartmann (Frankfurt) – Zuschauer: 50 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / Brighache

Foulelfmeter bei erstem Angriff

FC Dietzenbach – SG Bruchköbel 1:3 (1:0): Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Schon beim ersten Angriff bekamen die Gastgeber einen Foulelfmeter zugesprochen. Ismail Amallah verwandelte zum 1:0. Die Gäste aus Bruchköbel erholten sich von diesem Schock und übernahmen die Spielkontrolle. Der entfachte Druck verfehlte aber zunächst seine Wirkung, da in vorderster Front die Durchschlagskraft fehlte. Beide Teams boten auf dem schwer bespielbaren Rasenplatz eine engagierte Partie. Lange Zeit sah es so aus, als könne der FCD eine Überraschung landen, weil sich die Reljic-Elf immer wieder aus gefährlichen Situationen befreien konnte. Nicht so in der 67. Minute als der eingewechselte Felix Tugend einen Fehler des ansonsten sehr stark spielenden Torwarts Michael Knecht mit dem 1:1 bestrafte. Vier Minuten später traf der nächste SGB-Joker. Sträflich freigelassen schob Ogün Arslan zum 1:2 ein.

In der 78. Minute verwandelte Dorian Ahouandjinou einen Foulelfmeter zum 1:3. Binnen zehn Minuten hatte die favorisierte SG Bruchköbel das Match beim Tabellenletzten gedreht. „Wir müssen uns aufrappeln und am kommenden Spieltag in Oberrodenbach unbedingt gewinnen“, meinte FCD-Sportchef Werner Marquardt.

Bruchköbel: Gräfe – Dickerhoff, Fleischer, Rohner, Lehr, Kappes, Ahouandjinou, Quantz, Kühn (67. Tugend), Özkan (65. Walter), van Haaren (65. Arslan) – Tore: 1:0 Amallah (1./FE), 1:1Tugend (68.), 1:2 Arslan (72.), 1:3 Ahouandjinou (78./FE) – Schiedsrichter: Luschberger (Eltville) – Zuschauer: 45 – Beste Spieler: Knecht, Awad / Ahouandjinou, Quantz

Obertshausen gewinnt Kellerduell

Kickers Obertshausen – Eintracht Oberrodenbach 4:1 (2:0): Die Kickers landeten im Abstiegskampf einen Befreiungsschlag und gewannen im Kellerduell verdient. „Die Jungs haben verstanden, dass es in diesem Spiel nicht um den Wurstzipfel, sondern die ganze Wurst ging und haben Vollgas gegeben“, war der Kickers-Verantwortliche Siggi Herth nach dem Spiel erleichtert. Mit dem 4:1-Sieg endete eine längere Durststrecke der Dindorf-Elf.

Die Gäste konnten nicht an die starke Leistung des Oberndorf-Spiels anknüpfen. Schon beim Aufwärmen begann das Dilemma: Torjäger Rodney Kurz klemmte sich einen Nerv ein und musste zunächst draußen bleiben. „Er hat eine Schmerztabelle bekommen, die erst in der Halbzeit gewirkt hat“, berichtete Eintracht-Trainer Andreas Jäger.Kurz traf sieben Minuten nach seiner Einwechslung, doch zu diesem Zeitpunkt lagen die Kickers durch Treffer Kai Jenrich und Ediz Davulcu bereits 2:1 vorne. Nach dem Anschlusstreffer dauerte es nur zwei Minuten, ehe Mateusz Petryszyn mit dem 3:1 den alten Abstand wieder herstellte. Nach dem 4:1 von Lucas Roth (72.) war das Spiel entschieden. In der Schlussminute sah Gästespieler Adrian Steier wegen groben Foulspiels noch die Rote Karte. „Der Sieg von Obertshausen war verdient, wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, erläuterte Andreas Jäger.

Oberrodenbach: Philipp – Müller (46. Kurz), Robok, Blocher, Samur, Schilling, Hüttel, Lötschert, Gütermann (62. Barthelmie), Eckhardt, De Carvalho (74. Steier) – Tore: 1:0 Jenrich (28.), 2:0 Davulcu (33.), 2:1 Kurz (52.), 3:1 Petryszyn (54.), 4:1 Roth (71.) – Schiedsrichter: Lindemann (Burghaun) – Vorkommnis: Rote Karte für den Oberrodenbacher Steier (90.) – Zuschauer: 110 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistungen

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