Es geht wieder um Punkte: Samet Ünal (links) spielt mit Türk Gücü Hanau gegen den starken VfB Oberndorf, Collin Busch mit dem SVG Steinheim gegen Kickers Obertshausen.
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Es geht wieder um Punkte: Samet Ünal (links) spielt mit Türk Gücü Hanau gegen den starken VfB Oberndorf, Collin Busch mit dem SVG Steinheim gegen Kickers Obertshausen.

Kaltstart

Gruppenliga: Mannschaften aus dem Kreis mit einigen Problemen vor dem ersten Saisonspiel

Am zweiten Spieltag der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost sind erstmals alle 20 teilnehmenden Vereine am Start. Türk Gücü Hanau hat vom FSV Bischofsheim einen Tiefschlag erhalten, der Trainer vom FC Hanau 93 II ist vor dem Trip in die Kurstadt nervös. Germania Dörnigheim konnte seinen Gegner genau beobachten, der SVG Steinheim trifft auf viele ehemalige Kicker. Die SG Bruchköbel startet aus der „kalten Hose“ und die SG Marköbel muss sich ordentlich steigern.

Von Frank Schneider

Türk Gücü Hanau - VfB Oberndorf: Türk Gücü genießt bei seiner Saisonpremiere Heimrecht und empfängt gleich einen der Aufstiegskandidaten. Spielertrainer Tim Müller sieht die nicht von Corona-Einschränkungen betroffenen Oberndorfer im Wettbewerbsvorteil. In der Tat ist der VfB nach einigen Pokalrunden und dem ersten Punktspiel (4:0 gegen Marköbel) gut im Spielrhythmus. „Für mich sind sie das in der Offensive bestbesetzte Team der Liga“, zeigt Müller großen Respekt vor dem Gegner aus dem Kreis Gelnhausen. Seine eigenen Jungs seien aber richtig heiß, was dem Spielertrainer wiederum große Hoffnung vor dem Knüller macht.

Die Integration der neuen Spieler habe über die lange Vorbereitungszeit gut funktioniert. Dass der Kader deutlich an Breite gewonnen hat, hilft, Ausfälle zu kompensieren. So ist Kerem Yücel rotgesperrt, Neuzugang Tom Spiegel noch im Urlaub. Paul Muwanga fällt wegen eines Knorpelschadens gar länger aus. Fraglich für Sonntag sind zudem die Einsätze von Madi Barnett, Avdulla Dragoshi und Müller selbst.

Bitter für Türk Gücü: Neuzugang Haris Sejdovic ist noch bis zum 12. Oktober gesperrt. „Leider hat der FSV Bischofsheim erst am 1. September um 0.25 Uhr die Freigabe erteilt“, berichtet Müller. Es war exakt 26 Minuten zu spät.

Sportfreunde Oberau - Germania Dörnigheim: Beim Büdinger Kreisvertreter tat sich die als Mitfavorit gehandelte Germania in der vergangenen Saison sehr schwer und kassierte am Sportplatz an der Waldsporthalle eine schmerzliche 1:2-Niederlage. Dörnigheims Trainer Sven Reuter beobachtete Oberau bei der 1:2-Auftaktniederlage in Gedern. „Man hat gesehen, dass Oberau Fußball spielen kann. Das Team ist jederzeit in der Lage, Gegner vor Probleme zu stellen“, geht Reuter nicht von einem Selbstläufer aus, auch wenn die Favoritenrolle wohl eher beim eigenen Team liegt.

Die Dörnigheimer sind heiß auf den Start und haben keine Personalsorgen. Reuter hat in Sachen Startelf die Qual der Wahl und steht vor schwierigen Entscheidungen.

SVG Steinheim - Kickers Obertshausen: Dank einiger prominenter Neuzugänge wird der SVG im Vorfeld der Saison als heiße Aktie gehandelt. Das erste Heimspiel gegen Obertshausen wird gleich eine ernsthafte Standortbestimmung für das Team von Trainer Raduan Belaajel, denn die Kickers wussten in ihrem ersten Spiel mit einem 2:1-Sieg gegen die SG Rosenhöhe zu überzeugen.

„Wir wissen nicht, wo wir stehen, denn es gibt keine tief greifenden Erkenntnisse, da wir die vergangenen drei Wochen nicht spielen konnten“, spricht der SVG-Coach von einem Kaltstart und einem schweren Gegner. Für Brisanz sorgt die Tatsache, dass bei den Gästen mehrere ehemalige Steinheimer, etwa Matthias Fischer, Marius Krikser oder Daniel Bacher, auflaufen werden.

Verzichten muss Belaajel auf die noch aus der vergangenen Saison rotgesperrten Paa-Kofi Boateng und Anil Ucar. Weitere Ausfälle drohen, da den einen oder anderen Akteur muskuläre Probleme plagen. Ein breit aufgestellter Kader und in den Einheiten motiviert zu Werke gegangene Spieler stimmen den Trainer allerdings für das Kickers-Spiel optimistisch.

SG Nieder-Roden - SG Bruchköbel: Die SGB war zuletzt von der Pandemie heftig gebeutelt. Zwei Covid-19-Fälle sorgten für eine Quarantäne, dann kam das Wettbewerbsverbot. „Dass wir aus der kalten Hose starten, ist ein Fakt“, erläutert Coach Claus Schäfer. Grundsätzlich seien seine Spieler motiviert, doch die Findungsphase noch lange nicht abgeschlossen. Zu sehr überlagerte das Thema Corona in den vergangenen Tagen und Wochen das Geschehen bei der SGB. „Wir haben in Nieder-Roden nichts zu verlieren“, hofft Schäfer trotz aller personellen Unwägbarkeiten und Fragezeichen auf einen guten Start.

SG Marköbel - FC Alemannia Gedern: Trainer Wolfram Rohleder sah sich nach der 0:4-Niederlage beim VfB Oberndorf in seiner Befürchtung bestätigt, dass seine Mannschaft von ihrer Topform noch ein ganzes Stück entfernt ist. „Wir brauchen gegen eine sehr interessante, junge und qualitativ gute Mannschaft eine klare Leistungssteigerung“, meint der SGM-Coach vor dem ersten Heimspiel. Der Aufsteiger aus der Wetterau wird nach dem 2:1-zum Auftakt gegen Oberau selbstbewusst nach Hammersbach reisen. Die Gastgeber müssen definitiv auf André Naumann, Sascha Roloff und Niklas Oppermann verzichten.

FSV Bad Orb - FC Hanau 93 II: Für den Aufsteiger geht es am Sonntag in der Kurstadt los. „Obwohl ich schon so lange Fußballer bin, bin ich doch ein bisschen nervös“, sagt HFC-Trainer Burim Gashi vor dem Gruppenligadebüt. Seine junge Truppe betritt in der neuen Spielklasse schließlich totales Neuland.

Einige seiner Jungs durften zuletzt im Hessenliga-Kader mittrainieren, sollen aber weiter im B-Team Spielpraxis sammeln. „Wir wollen das erste Spiel einfach gut meistern und eine Leistung abliefern, auf der wir für die kommenden Aufgaben aufbauen können“, so Gashi.

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