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Aus Angst vor dem Coronavirus hat der FC Alemannia Gedern das Spiel gegen die Sportfreunde Seligenstadt im Oktober abgesagt.

Gedern verliert Seligenstadt-Spiel

Gruppenliga: Mannschaft sagt Spiel wegen Corona-Angst ab - Sportgericht fällt Urteil

In der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost ist es trotz der spielfreien Zeit zu einem Führungswechsel in der Tabelle gekommen. Das Frankfurter Regionalsportgericht unter dem Vorsitz von Jürgen Weil (Offenbach) hat entschieden, dass die am 28. Oktober ausgefallene Partie zwischen den Sportfreunden Seligenstadt und dem FC Alemannia Gedern mit drei Punkten und 3:0 Toren für Seligenstadt gewertet wird.

Von Frank Schneider

Die Gäste aus Gedern hatten an diesem Mittwoch die Reise in den Fußballkreis Offenbach aufgrund der dort herrschenden hohen Inzidenzwerte und den damit verbundenen Risiken von Corona-Infektionen abgelehnt. Mit den drei kampflosen Punkten übernehmen die Sportfreunde Seligenstadt von der SG Bruchköbel die Tabellenführung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wird dies aber wohl in den kommenden Tagen werden. Wie der Vorsitzende des FC Alemannia Gedern, Kai Grüning, auf Anfrage mitteilte, wird der Büdinger Kreisvertreter auf eine Berufung verzichten und sich den Gang vor das Verbandssportgericht sparen. „Die Rechtslage ist nun mal so. Wir bleiben ausdrücklich bei unserer Meinung, dass wir aus gesundheitlichen Aspekten das Risiko für unsere Spieler und Betreuer an diesem Tage als zu hoch angesehen haben, akzeptieren aber auch die Tatsache, dass die Spielordnung für ein Nichtantreten nun mal den Spielverlust vorsieht“, sagt Grüning.

Urteil könnte zum Präzedenzfall im Fußball werden

Pikant: Einen Tag nach dem Nichtantreten des FCA, setzte der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes aufgrund der immer dramatischer werdenden Entwicklung der Corona-Pandemie den Spielbetrieb zunächst bis zum Jahresende aus.

Das Urteil könnte in ähnlich gelagerten Fällen als Art Präzedenzfall dienen, sofern es aufgrund der Pandemie nicht noch zu einer Anpassung in der Strafordnung des Hessischen Fußball-Verbandes kommen wird. Aktuell gilt der durchaus diskutable Fakt: Wer aus gesundheitlichen Bedenken nicht zu einem Spiel antreten möchte, der wird vom HFV bestraft. „Einen solchen Fall habe ich in meiner Laufbahn im Rechtswesen des Verbandes noch nicht erlebt“, sagt Jürgen Weil nachdenklich.

Sportgericht tut sich mit Urteil nicht leicht

„Uns ist das Urteil sehr schwergefallen, weil wir die Argumente des FC Alemannia Gedern menschlich gut nachvollziehen konnten. Schlussendlich hat uns die rechtliche Seite aber keine andere Wahl gelassen“, betont der Offenbacher. Mit „uns“ meint Weil noch die beiden Beisitzer Alexander Koch (Wächtersbach) und Manfred Schmidt (Büdingen-Rinderbügen), die mit dem Vorsitzenden des Regionalsportgerichts das Urteil im schriftlichen Verfahren ausarbeiteten. Bei der satzungsgemäß zu verhängenden Geldstrafe setzten die Sportrichter wegen der besonderen Umstände bewusst den niedrigsten Satz an: 25 Euro. Zudem muss Gedern, sollte es zu einem Rückspiel kommen, dieses bei in Seligenstadt austragen.

Gederns Grüning hatte gehofft, dass sein Verein die Möglichkeit erhält, dort das am 28. Oktober nicht stattgefundene Spiel regulär als Hinspiel anzusetzen. „Ich hätte mir die Vergabe der Punkte auf sportlichem Weg gewünscht, doch nun ist es eben anders gekommen.“

Mannschaft war wenige Tage zuvor noch aktiv

Laut Jürgen Weil flossen bei der Bewertung der Sachlage auch die Umstände ein, dass an besagtem Mittwochabend weitere Fußballspiele – auch in der Gruppenliga – stattgefunden hätten und der FC Alemannia Gedern überdies auch drei Tage zuvor zum Punktspiel beim Tabellenletzten FC Gelnhausen angetreten war. Zu dieser Zeit lag der Inzidenzwert im Main-Kinzig-Kreis in ähnlicher Höhe wie jener Wert in Seligenstadt.

„Wir hätten das Spiel gerne ausgetragen und das Risiko wäre für die anreisenden Gäste ja auch sehr gering gewesen, da aufgrund der behördlichen Vorgabe gar keine Zuschauer zugelassen waren“, erklärt Sven Kittler, der Fußball-Abteilungsleiter der Sportfreunde Seligenstadt.

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