In die Mangel genommen: Die Niederrodenbacher Emre Akcay (links) und Thomas Goldmann rechts nehmen Türk Gücüs Ervis Shima in die Zange. Am Ende gewinnt die Germania mit 3:1. Foto: Tap

Fußball

Gruppenliga: Germania Niederrodenbach gewinnt gegen Tük Gücü

Fußball. Germania Großkrotzenburg ist zurück an der Tabellenspitze der Gruppenliga Frankfurt Ost. Die Filbrich-Elf setzte sich gegen Kickers Obertshausen locker mit 4:0 durch und überholte den diesmal spielfreien JSK Rodgau. Die Aufstiegsambitionen von Türk Gücü Hanau erhielten beim 1:3 in Niederrodenbach einen Dämpfer.

Von Frank Schneider

Die Gastgeber dürfen dank des überraschenden Derbysiegs dagegen wieder vom Klassenerhalt träumen.Auch Eintracht Oberrodenbach war erfolgreich und tütete beim 3:0 auf der Rosenhöhe in Offenbach drei wertvolle Zähler ein. Im Tabellenmittelfeld bejubelte die SG Marköbel einen 3:2-Sieg in Oberndorf, während der SVG Steinheim mit 3:4 gegen Germania Klein-Krotzenburg den Kürzeren zog. Ohne Sieger (1:1) endete die Partie zwischen der SG Bruchköbel und der SG Nieder-Roden. Mit der SG Altenhaßlau/Eidengesäß (0:5 in Wenings) steht der erste direkte Absteiger fest.

Mögliche Überraschung zur Halbzeit

Germania Niederrodenbach – Türk Gücü Hanau 3:1 (0:0):Schon in der ersten Halbzeit deutete sich eine mögliche Überraschung an. Gleich drei Mal bewahrte Türk Gücüs Torwart Sercan Schlüssler mit starken „Eins-gegen-Eins-Situationen“ vor einem Rückstand. Die Torchance der Gäste im ersten Abschnitt hatte Dominik König auf dem Fuß. Türk Gücü startete gut in Abschnitt zwei, doch nach einer vergebenen Doppelchance der beiden Spielertrainer Tim Müller und Dominik König, die jeweils am Aluminium scheiterten, wendete sich das Blatt und die Germania biss sich mit Kampf und Wille in die Partie hinein.

Thomas Goldmann brachte die Breideband-Elf nach 62 Minuten in Führung und nur fünf Zeigerumdrehungen später setzte Dejan Gesch einen Freistoß in die Maschen. Bei diesem 2:0 machte Schlüssler wiederum keine gute Figur. Türk Gücü machte nun auf und lief in einen Konter. Marco Veit bejubelte das 3:0. Der Anschlusstreffer des eingewechselten Mohamad Aalaoui kam in der 89. Minute aus Sicht von Türk Gücü Hanau eindeutig zu spät.

„Der Sieg von Niederrodenbach ging in Ordnung, denn die Germania hat einfach den größeren Willen gezeigt“, meinte Türk Gücüs Spielertrainer Tim Müller. „Wir haben um drei Klassen besser agiert als gegen Dietzenbach und Marköbel. Und in den entscheidenden Momenten konzentrierter und entschlossener als gegen Oberrodenbach. Wir sind schon eine ziemliche Wundertüte“, sagte Germania-Trainer Jochen Breideband nach dem in seinen Augen besten Saisonspiel seiner Elf.

„Neben Einsatz, Laufbereitschaft und Willen hat auch das spielerische Auftreten gepasst hat“, ergänzte der Coach. „Es hat uns offenkundig gut getan, dass wir nichts mehr zu verlieren hatten und einfach unbelastet Fußball gespielt haben“, so Breideband weiter. Nach der Partie verkündete er den nach Tobias Kühn (SG Bruchköbel) zweiten fixen Neuzugang der kommenden Runde. Vom abstiegsbedrohten Kreisoberligisten Spvgg. Langenselbold 1910 wechselt Offensivspieler Marcel Heuer zur Germania.

Niederrodenbach: Scharlau – Wissenbach, Kröhl, Becker, Klimas, Akcay (88. Protzmann), S. Bekirov, Hinz, Veit, Goldmann, GeschTürk Gücü: Schlüssler – Shima, Korkmaz, Günes (46. Karan), Selcuk, Netzband (75. Kocagöl), Müller, König (72. Aalaoui), Ünal, Yücel. Ölmez – Tore: 1:0 Goldmann (62.), 2:0 Gesch (67.), 3:0 Veit (82.), 3:1 Aalaoui (89.) – Schiedsrichter: Koc (Schlüchtern) – Zuschauer: 100 – Beste Spieler:Wissenbach, Gesch, Veit, Becker / Yücel

Hochdramatisches Derby

SVG Steinheim – Germania Klein-Krotzenburg 3:4 (2:1): Im Derby am Hellenhang ging es hochdramatisch her. Die Gastgeber kamen gut ins Spiel und gingen durch Treffer von Matthias Fischer und Marius Krikser mit 2:0 in Führung. Andre Scheel gelang fünf Minuten vor der Pause der für die Gäste wichtige Anschlusstreffer. Klein-Krotzenburg kam motiviert aus der Kabine und drehte dank eines Doppelpacks von Torjäger Filippo Serra die Partie.

Die in den vergangenen Wochen nicht vom Erfolg verwöhnten Steinheimer gaben jedoch nicht auf und der gut spielende Krikser krönte seine Leistung mit dem Ausgleich in der 88. Minute. Dieser hätte schon drei Minuten eher fallen können, doch Fouad Brighache verschoss einen Foulelfmeter. Dieser war ebenso umstritten wie der Elfer, den Germania Klein-Krotzenburg in der Nachspielzeit erhielt. Serra behielt die Nerven und schoss zum umjubelten 4:3-Sieg der Kaufmann-Elf ein. Dank des Auswärtserfolgs bleibt die Germania im Kampf um den Klassenerhalt im Rennen.

Steinheim: D. Hartmann – Fischer, Emge, Brighache, Camara, Khederzadeh, Krikser, Breitgraf (50. Balzer), Bacher, J. Hartmann, Hauschild (65. M. Natale) – Tore: 1:0 Fischer (25.), 2:0 Krikser (34.), 2:1 Scheel (40.), 2:2 und 2:3 Serra (50./55.), 3:3 Krikser (88.), 3:4 Serra (90.+1/FE) –Schiedsrichter:Ferel (Wiesbaden) –Zuschauer:150 – Beste Spieler:Krikser / Serra

Ein vorerst taktisches Spiel

Germania Großkrotzenburg – Kickers Obertshausen 4:0 (1:0):Die erste Hälfte war sehr ausgeglichen und von Taktik geprägt. „Man konnte nicht erkennen, wer um den Aufstieg spielt und wer gegen den Abstieg kämpft“, berichtete Germania-Sprecher Gerald Trageser von recht ereignisarmen ersten 45 Minuten. Der Höhepunkt der ersten Hälfte war das schöne Dropkick-Tor von Daniel Erbe, das der Filbrich-Elf einen knappen Vorsprung bescherte.

Nach der Pause ging es im Oberwaldstadion etwas lebhafter zu, wobei die Kickers trotz Rückstand ihre Defensivtaktik zunächst nicht über Bord warfen. Ab der 69. Minute war Großkrotzenburg endgültig im Vorteil: Nach guter Vorarbeit von Daniel Erbe schob Tim Franz die Kugel zum 2:0 ein. Obertshausen steckte nach dem zweiten Gegentreffer auf und der neue Spitzenreiter erhöhte noch auf 4:0. Zunächst vollendete Mario Filbrich nach Vorarbeit von Julien Nolde zum 3:0. Auch Tim Franz profitierte beim 4:0 von einer Vorlage Noldes.

„Eine gute taktische und eine durchschnittliche Leistung haben uns in diesem Spiel gereicht“, fasste Gerald Trageser zusammen.

Großkrotzenburg:Schlund – Scholz, Blam, Maicher, Nolde (85. Woitynek), Becker, Franz, Erbe (78. Hosemann), M. Filbrich, Schörner, Kalb (70. Hertzke) – Tore: 1:0 Erbe (30.), 2:0 Franz (69.), 3:0 M. Filbrich (76.), 4:0 Franz (84.) – Schiedsrichter:Heckener (Welkers) – Vorkommnis:Gelb-Rote Karte für den Obertshausener Cwielong (86.) – Zuschauer:150 – Beste Spieler: M. Filbrich, Becker / geschlossen

Ein "etwas dubioses" Tor

SG Bruchköbel – SG Nieder-Roden 1:1 (0:0): Beide Teams begegneten sich in einem Match auf überschaubarem Gruppenliga-Niveau weitgehend auf Augenhöhe. Sowohl SGB-Coach Albert Repp als auch sein Gegenüber Roland Gerhardt hatten dem einen oder anderen jungen Spieler eine Chance von Anfang an gegeben. Nach ausgeglichenen ersten 45 Minuten ging es torlos in die Pause.

Das 1:0 durch Jan Strüter (61.) bezeichnete SGB-Sprecher Volkmar Höhne als „etwas dubios“. Der Treffer soll aus einer klaren Abseitsstellung erzielt worden sein. Vor dem Ausgleich durch Benedict Ring (71.) half Bruchköbels Verteidiger Marius Dickerhoff mit, indem er kurz vor dem Strafraum den Ball vertändelte. Im Endeffekt war die Punkteteilung gerecht.

Bruchköbel: Gräfe – Sachs, Dickerhoff, Ahouandjinou, Lehr, Kühn (75. Rohner), Arslan (46. Fleischer), Özkan, Nacci (70. Barcik), Kappes, Strüter – Tore: 1:0 Strüter (51.), 1:1 Ring (71.) –Schiedsrichter: Roß (Lengfeld) – Zuschauer:90 – Beste Spieler: Sachs, Strüter / Piesker, Ring

"Grottenschlechte erste Halbzeit"

VfB Oberndorf – SG Marköbel 2:3 (0:3): „In der ersten Halbzeit waren wir grottenschlecht“, stöhnte Oberndorfs Pressewart Gerald Geiger. Dies machten sich die Gäste aus Marköbel mit einer effektiven Chancenverwertung zunutze. In der 18. Minute tankte sich Michael Meinzer durch und schoss zum 0:1 ein. Ein Abwehrfehler ermöglichte Noah Gibaja-Lofink nach gut einer halben Stunde das 0:2.

Zwei Minuten später legte der talentierte Offensivspieler noch einen Treffer nach. Aus 16 Metern schlug der Ball im Torwinkel ein – ein sehenswerter Treffer. Nach der Pause ein völlig anderes Bild. Plötzlich gab der VfB Oberndorf den Ton an. Nach dem schön herausgespielten 1:3 (Torschütze Kai Helmchen) keimte bei der Elf von Trainer Reinhold Jessl wieder Hoffnung auf. Der eingewechselte Jonas Abersfelder glänzte auch beim zweiten Treffer von Helmchen wieder als Vorbereiter.

Marköbel:Sticher – Meinzer (86. Maisch), Gerken, Außenhof, Marx, Kuhl (83. M. Gibaja-Lofink), Vetchel, Karges, N. Gibaja-Lofink, Schabet (73. Naumann), Kayalar – Tore: 0:1 Meinzer (18.), 0:2 und 0:3 N. Gibaja-Lofink (31./33.), 1:3 und 2:3 Helmchen (64./76.) –Schiedsrichter: Steib (Dortelweil) – Zuschauer:140 –Beste Spieler:Hagemann / Außenhof, Marx, N. Gibaja-Lofink.

Bestrafung nach der Pause

SG Rosenhöhe Offenbach – Eintracht Oberrodenbach 0:3 (0:0):Die spielerisch stärkeren Offenbacher nutzten in der ersten Hälfte ihre Chancen nicht und wurden nach der Pause bestraft. „In der ersten Hälfte hatten wir teilweise ein bisschen Glück, doch am Ende war der Sieg verdient“, sagte Eintracht-Trainer Andreas Jäger und erhielt Zustimmung von Rosenhöhe-Sprecher Tim Kleinschmidt.

Der sah seine Mannschaft in der zweiten Hälfte völlig neben der Spur. Knackpunkt war das 0:1 durch Angelo De Carvalho, dessen Flachschuss aus 20 Metern genau neben dem Pfosten einschlug. Oberrodenbach setzte nun auf Konter und hatte in den Offensiv-Assen Rodney Kurz und Ronny Barthelmie die stärksten Akteure auf dem Feld. Absolut sehenswert, wie Kurz in der 75. Minute den Ball in die lange Ecke schlenzte.

In der 85. Minute legte Kurz noch einen Treffer nach. Die SGR hatte die Partie zu diesem Zeitpunkt schon abgehakt. „Wir haben alles in die Waagschale geworfen“, freute sich Andreas Jäger über drei weitere wichtige Punkte auf dem Weg zum Klassenerhalt.

Oberrodenbach:Hamburger – Robok (46. Lötschert), Blocher, Geberbauer, Samur, Steier, Schilling (43. Müller), De Carvalho, Gütermann, Barthelmie, Kurz (85. Kotyza) –Tore: 0:1 De Carvalho (63.), 0:2 und 0:3 Kurz (75./85.) –Schiedsrichter: Siefert (Oberzent) – Zuschauer: 100 – Beste Spieler:geschlossene Mannschaftsleistung / Kurz, Barthelmie

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