Der nächste Offenbacher Kreisvertreter: Kürzlich holten die Dörnigheimer um Mimoun Attanin (rechts) ein Unentschieden gegen den 1. FC Langen. Am Mittwoch sind die Germanen beim Tabellenletzten in Klein-Krotzenburg zu Gast. Archivfoto: TAP

Fußball

Gruppenliga: Germania Dörnigheim kann sich vorne festkrallen

Fußball. Aufsteiger Germania Dörnigheim kann heute Abend auf den zweiten Tabellenplatz der Gruppenliga Frankfurt Ost klettern. Voraussetzung hierfür ist ein Sieg beim Tabellenletzten Germania Klein-Krotzenburg. „Das wird wieder ein interessantes Spiel“, sagt Germania-Spielertrainer Hicham Abdessadki.

Von Frank Schneider„Klein-Krotzenburg steht unter Zugzwang und wird uns alles abverlangen, außerdem haben wir in dieser Saison bei einigen Spielen unter der Woche nicht überzeugen können“, so die Begründung des Mittelfeldspielers. Das 3:0 zuletzt bei der SG Bruchköbel war zwar hochverdient, doch die Partie habe auf tiefem Geläuf stattgefunden und daher auch „einige Kraft gekostet“, meint Abdessadki.

Ein Alibi will er seiner Mannschaft damit vorab nicht geben – das Ziel lautet drei Punkte. „Wir nehmen die Favoritenrolle an und wollen auf dem Platz Verantwortung übernehmen“, meint der 34-Jährige. Abdessadki stand zuletzt selbst in der Startelf, obwohl er eigentlich mehr und mehr in die Rolle als reiner Trainer schlüpfen wollte.

Junge Spieler hätten sich entwickelt

Personelle Engpässe und taktische Unzulänglichkeiten führten beim Deutsch-Marokkaner zu einem Sinneswandel. „Wir haben einfach zu schnell die Bälle im Mittelfeld wieder verloren“, so Abdessadki. Als Trainer setzt er auf Ballbesitz-Fußball und mit seiner Erfahrung kann er das Spiel in der Zentrale auch mal beruhigen.

Die Personallage an der Dicken Buche entspannt sich derweil etwas. Nach Patrick Schreiber kehrt nun auch Mario Cardaci in den Kader zurück. Bei anderen Akteuren wie dem zweifachen Torschützen des Bruchköbel-Spiels, Felix Teicher, oder Angreifer Alexander Turan registrierten Abdessadki und der Sportliche Leiter Jochen Kostiris zuletzt einen deutlichen Formanstieg. Auch junge Spieler wie Luka Schäfer oder Vincent Borack hätten weitere Entwicklungsschritte gemacht.

Neuer Krotzenburg-Coach das erste Mal auf der Bank

Sehr gerne würde sich Abdessadki mit seinem Team in der vorderen Tabellenhälfte etablieren. Bis auf die 0:5-Niederlage beim SV Pars Neu-Isenburg hielt der Aufsteiger in jedem Spiel gut mit und zeichnete sich durch eine ordentliche Punktausbeute aus. „Dem SV Pars wird wohl niemand die Meisterschaft streitig machen können, denn sie sind eine Klasse für sich. Doch dahinter ist die Gruppenliga sehr ausgeglichen“, analysiert Abdessadki. Heißt übersetzt: Der spielstarke Neuling verspürt zwar keinen Druck, schielt aber ein klein wenig auf den zweiten Tabellenplatz.

Tabellenschlusslicht Klein-Krotzenburg und sein erst zu Saisonbeginn verpflichteter Trainer Mirko Leuschner haben sich nach der 0:5-Niederlage beim SVG Steinheim in beidseitigem Einvernehmen getrennt. Im Heimspiel am Mittwoch (ab (19.30 Uhr) gegen Dörnigheim wird der neue Coach Stefan Lutz auf der Trainerbank Platz nehmen. Der erste Trainerwechsel in der Gruppenliga Frankfurt Ost ist perfekt.

Eine saubere Trennung

Der 52-jährige Lutz trainierte zuletzt für wenige Monate den damaligen Gruppenligisten FC Hanau 93 und war davor lange Jahre als Co-Trainer von Klaus Reusing bei Bayern Alzenau und danach bei den Sportfreunden Seligenstadt beschäftigt. „Wir sind froh, dass Stefan Lutz das Amt übernommen hat und wir glauben mit ihm den richtigen Mann für das Saisonziel Klassenerhalt gefunden zu haben“, berichtet Klein-Krotzenburgs Vorsitzender Roger Weih.

Die Trennung von Lutz-Vorgänger Leuschner bezeichnet Weih als eine „saubere“. Nach dem Spiel in Steinheim sei Leuschner auf ihn zugekommen. Im gemeinsamen Gespräch kamen Weih und Leuschner zur Auffassung, dass es im Sinne des Vereins am besten sei, eine Veränderung auf der Trainerposition herbeizuführen. „Wir haben einfach zu wenig Punkte“, rechtfertigt Weih den Trainerwechsel auch anhand nackter Zahlen.

Karriereende nach Last-Minute-Klassenerhalt

Mit nur sieben Punkten aus zwölf Spielen nimmt die Germania aktuell den letzten Tabellenplatz ein, der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz beträgt bereits sechs Zähler. Die Gastgeber brauchen die Punkte am Mittwochabend dringend, um den Anschluss ans hintere Mittelfeld nicht zu verlieren und würden mit drei überraschenden Heimpunkten die Rote Laterne an den Büdinger Kreisvertreter Sportfreunde Oberau weiterreichen.

Für den in Klein-Krotzenburg lebenden Leuschner dauerte die Amtszeit als Germania-Trainer nur wenige Monate. Im Sommer hatte der 45-Jährige sein Amt als Sportlicher Leiter des damaligen Kreisoberligisten Spvgg. Seligenstadt aufgegeben, um am Triebweg die Nachfolge von Langzeit-Trainer Wolfgang Kaufmann anzutreten, der mit einem Last-Minute-Klassenerhalt am letzten Spieltag seine Trainerkarriere beendete.

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