Da wäre mehr drin gewesen: Keeper Christian Marggraf und Germania Dörnigheim trauern liegengelassenen Punkten nach. 
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Da wäre mehr drin gewesen: Keeper Christian Marggraf und Germania Dörnigheim trauern liegengelassenen Punkten nach. archiv

Maintaler Fußballer setzen auf Interimscoach Jochen Kostiris

Gruppenliga: Germania Dörnigheim ist nicht auf Trainersuche

Germania Dörnigheim schielt in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt Ost nach oben. Das offensivstarke Team wird definitiv bis Sommer von Jochen Kostiris, der von Sven Reuter übernahm, trainiert. Kostiris blickt mit Sorgen auf die 30 regulär auszutragenden Spiele.

Von Frank Schneider

Maintal – Die aktuelle Corona-Pause dient dem Fußball-Gruppenligisten FC Germania Dörnigheim auch ein wenig zum Durchschnaufen. Als Mitfavorit gestartet, blickt der ambitionierte Maintaler Klub auf eine ereignisreiche und teils turbulente erste Saisonphase zurück. Negativer Höhepunkt war die Trennung vom erst zu Saisonbeginn verpflichteten Trainer Sven Reuter.

Der Sportliche Leiter Jochen Kostiris hat inzwischen an der „Dicken Buche“ auch das Zepter als Trainer übernommen und will mit seinem offensivstarken Team nach dem Re-Start voll angreifen. Zwar rangiert die Germania im aktuellen Klassement nur auf dem zehnten Platz, doch der Zug nach oben ist für die Dörnigheimer noch lange nicht abgefahren – auch weil die meisten der weiter vorne platzierten Teams eines oder zwei Spiele mehr als die Kostiris-Elf bestritten haben.

„Wir wollen uns schon noch ein bisschen verbessern“, meint Kostiris. Ein paar Punkte mehr als die bislang erreichten 13 Zähler wären nach Meinung des Deutsch-Griechen locker drin gewesen. Das unnötige Unentschieden gegen die SG Marköbel und die bittere Niederlage gegen den SVG Steinheim sind Kostiris besonders in Erinnerung geblieben. Dass mit Emanuel Becker der Torschützenkönig der vergangenen Runde mehrere Spiele verletzungsbedingt verpasst hat, will Kostiris nicht als Ausrede gelten lassen, dazu sei die offensive Gesamtqualität im Team einfach zu hoch.

„Klar ist er unser Aushängeschild in Sachen Tore und wenn er spielt, haben andere mehr Räume, da Emanuel immer eng gedeckt wird, doch das soll jetzt nicht heißen, dass wir ohne ihn keine Tore erzielen können“, so Kostiris. In der Restrunde hofft der Trainer auf einen fitten Becker.

Personelle Veränderungen wird es in der Winterpause bei den Maintalern vermutlich nicht geben. „Das ist in diesem Jahr schwierig, wir wissen ja alle nicht, wie es wegen der Pandemie weitergeht“, sagt Kostiris. Aufgrund der ungewissen Lage hat der Verein auch den Trainermarkt nicht weiter sondiert. „Es macht keinen Sinn, jetzt jemanden zu verpflichten“, betont Kostiris. Er wird somit definitiv bis zum Saisonende als Nachfolger von Sven Reuter das Traineramt ausüben.

Kostiris kennt den Verein und die Mannschaft und bringt die dazu nötige Erfahrung für die gewiss nicht leicht Aufgabe mit. In früheren Jahren coachte er in Verbandsspielklassen unter anderem die Spvgg. Oberrad und die SG Bruchköbel. Anfang der 2000er Jahre war Kostiris schon einmal für die Germania als Trainer tätig.

„Als einzige Katastrophe“ bezeichnet der Sportliche Leiter und Trainer die aktuelle Saison in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Kostiris sprach sich im Sommer gegen eine Liga mit 20 Mannschaften aus – und sieht sich jetzt im Nachhinein bestätigt. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Runde regulär beendet wird und das war ja auch ein Stück weit zu erwarten.“ Gehen Hin- und Rückrunde wie geplant über die Bühne, müsste Germania Dörnigheim bis zum Saisonende noch 30 Partien bestreiten, Spiele im Kreispokal noch gar nicht eingerechnet. „Ich kann mir vorstellen, dass nur eine halbe Runde gespielt wird und dann Schluss ist“, meint der Germania-Trainer. Dass der Verband bislang hinsichtlich Alternativpläne noch nichts Konkretes hat verlauten lassen, kritisiert Kostiris unverhohlen.

Für den 15. Januar hat der erfahrene Coach pro forma den Start der Wintervorbereitung gelegt und hofft, dass bis dahin von der Politik grünes Licht für den Start eines Trainingsbetriebs gegeben ist. Bis dahin bewegen sich die Gruppenliga-Kicker der Dörnigheimer individuell und bleiben über WhatsApp in Kontakt. „Die meisten bewegen sich ja von sich aus, doch bei einigen muss man auch nachhaken“, schmunzelt Kostiris.

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