Kampfbetonte Partie: Steinheim und Kastriot Krasniqi (links) hat sich mit einem Arbeitssieg gegen Marköbel und Marcel Gerken durchgesetzt. Foto: TAP

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Gruppenliga Frankfurt Ost: Steinheim siegt mit Köpfchen

Fußball. In der Gruppenliga Frankfurt Ost waren an diesem Spieltag knappe Siege an der Tagesordnung.

Von Frank Schneider

Der JSK Rodgau kam beim abstiegsbedrohten FC Hochstadt zu einem 1:0-Arbeitssieg. Verfolger SG Rosenhöhe strauchelte indes mit 1:2 bei Türk Gücü Hanau. Der FC Germania Großkrotzenburg übernahm wieder Platz zwei, bekleckerte sich beim 1:0-Erfolg beim Tabellenvorletzten FSV Bad Orb aber keineswegs mit Ruhm.

Den dritten 1:0-Erfolg des Spieltags tütete der SVG Steinheim bei der SG Marköbel ein. Der SV Altwiedermus hielt im Aufsteigerduell den VfB Oberndorf mit 2:1 nieder und hält damit den Kontakt zur Spitze.

FC Hochstadt – JSK Rodgau 0:1 (0:0): Déjà-Vu für den FC Hochstadt: Wie bereits am Donnerstag spielten die Lila-Weißen gegen einen Aufstiegskandidaten stark, ohne am Ende mit Punkten belohnt zu werden. Wie schon gegen den SV Altwiedermus so verlor die Truppe des neuen Coachs Sahin Arslanergül diesmal gegen Spitzenreiter JSK Rodgau mit 0:1.

Obwohl die abstiegsbedrohten Maintaler nicht so viele Torchancen wie vor wenigen Tagen herausarbeiteten, lobte Vereinschef Manfred Maier abermals das leistungswillige Auftreten.

„Rodgau war ein sehr starker Gegner, doch ein Punkt wäre möglich gewesen“, so Maier, dessen FC Hochstadt als Drittletzter des Klassements im Abstiegskampf weiterhin mit dem Rücken zur Wand steht.

Bitter für den FCH: Neuzugang Burak Hasret, der gegen Rodgau zu den stärksten seines Teams gehörte, zog sich der Schlussphase einen Nasenbeinbruch zu und musste mit dem Rettungsdient abgeholt werden.

Die ersatzgeschwächten Hochstädter verteidigten in der ersten Hälfte wacker, hatten aber auch Glück, dass die Gäste ihr Powerplay zwischen der 30. und 40. Minute nicht mit einem oder mehreren Torerfolgen krönten.

Vier Minuten nach der Pause war es aber soweit: Nach einem Getümmel im Strafraum stocherte Dominik Fischer den Ball zum 0:1 über die Linie.

Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Daniel Griepentrog fand wegen angeblicher Abseitsstellung keine Anerkennung. Hochstadt in der Folgezeit bemüht, doch es fehlte an der Durchschlagskraft, um die sehr konzentriert und routiniert verteidigenden Jügesheimer in Verlegenheit zu bringen. Trotz viel Ballbesitz sprangen für die Hausherren keine glasklaren Torchancen mehr heraus.

Hochstadt: Wiegand – Hogic, Westenburger, Kappes, Hasret (84. Eppler), Ljubicic, Eris, Bufi, Quantz, Griepentrog, Fangacci (82. Hyka).

Tor: 0:1 Fischer (49.) – Schiedsrichter: Weigand (Frankfurt) – Zuschauer: 80 – Beste Spieler: Westenburger, Bufi / Fischer, Klein.

SG Marköbel – SVG Steinheim 0:1 (0:0):In einem ausgeglichenen Spiel verließ der SVG Steinheim als glücklicher Sieger den Platz. Sebastian Hilser markierte mit einem platzierten Kopfball den goldenen Treffer. Insgesamt 80 kampfbetonte Minuten lagen zu diesem Zeitpunkt schon hinter den beiden Mannschaften. Schon in der chancenarmen ersten Hälfte war Hilser mit einem Kopfball gefährlich in Aktion getreten. Sechs Minuten nach der Pause setzte Michel Völke seinen Mitspieler Can Kayalar gut in Szene, doch der beste Saisontorschütze der SGM traf nur das Außennetz.

Beim nächsten guten Angriff versuchte es Völke selbst, doch sein Schuss wurde im letzten Moment von einem Steinheimer Abwehrbein abgeblockt. In der 70. Minute verhinderte Steinheims Torwart Daniel Hartmann gegen Kayalar das 1:0, während kurz darauf der eingewechselte Sven Wesenberg knapp daneben zielte. In der 78. Minute hielt Marköbels Felix Sticher einen Freistoß von Andrej Kolchak. Zwei Minuten später erneut Freistoß; diesmal fand Kolchak den Kopf von Hilser und der entscheidende Treffer war gefallen. Zwei Minuten vor dem Ende hatte Steinheims Daniel Bacher mit einem Pfostenschuss Pech. Marköbels Benjamin Marx erlebte die Nachspielzeit nicht mehr auf dem Feld mit, denn er sah in der Schlussminute „Gelb-Rot“.

Marköbel: Sticher – Naumann, Vetchel, Karges, Marx, M. Völke, Kuhl, Rustler (83. F. Maisch), Gerken (68. Gibaja-Lofink), L. Völke (55. Wesenberg), Kayalar.

Steinheim:Hartmann – Fischer, Shaheen (83. Kaminski), Micciche, Hilser, Brighache, Kolchak, Krasniqui, Balzer (60. Moussa), Bacher, Payam Khederzadeh (73. Sauer).

Tor: 0:1 Hilser (80.).

Schiedsrichter: Wiesner (Frankfurt) – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Marköbels Marx (90.) – Zuschauer:120 – Beste Spieler: beide geschlossene Mannschaftsleistungen.

Türk Gücü Hanau – SG Rosenhöhe Offenbach 2:1 (0:0): Die Schlussviertelstunde an der Rudi-Völler-Sportanlage hatte es in sich. Die Gastgeber gerieten in Rückstand, drehen diesen mit einer Energieleistung aber noch in einen Sieg um.

Das Verfolgerduell begann recht zerfahren. Beide Teams bekämpften sich im Mittelfeld und brachten kaum nennenswerte Tormöglichkeiten zustande. Der Fokus lag beidseitig auf einer stabilen Abwehrarbeit, ein torloses Remis war demnach ein folgerichtiges Halbzeitergebnis. Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst so weiter.

Der Führungstreffer der SG Rosenhöhe, den Evangelos Bellos im Anschluss an einen Freistoß erzielte, war für die Elf von Trainer Blerim Petrovci jedoch der Weckruf zur rechten Zeit.

Plötzlich legte Türk Gücü einen Zahn zu und bedrängte das Tor der Offenbacher. Fünf Minuten vor dem Ende stieg Tim Müller nach einer Linksflanke von Dominik König am höchsten und köpfte zum Ausgleich ein.

König war in der Nachspielzeit auch der Wegbereiter des 2:1-Siegtreffers. Volkan Sungun rechtfertigte seine Einwechslung, indem er nach dem abgewehrten König-Schuss zum Sieg abstaubte.

„Im Endeffekt wäre ein Unentschieden gerecht gewesen“, sprach Türk Gücüs Pressewart Mehmet Bayram von einem glücklichen Sieg seiner Elf.

Türk Gücü Hanau: Öztürk – Cimen, Jakicevic, Korkmaz, Shima, Bayin, Kaya (78. Saletnik), Fröb (70. Beqiraj), Müller, König, De Carvalho (46. Sungun).

Tore:0:1 Bellos (79.), 1:1 Müller (85.), 2:1 Sungun (90.+4) – Schiedsrichter:Martin (Darmstadt) – Zuschauer:80 – Beste Spieler: Kaya, Jakicevic / Bellos, Muhadzeri.

FSV Bad Orb – Germania Großkrotzenburg 0:1 (0:1): Am Ende feierte die Germania beim designierten Absteiger einen Arbeitssieg. Bad Orb verkaufte sich sehr teuer und war ebenso wie die spielstarken Gäste bemüht, einen ordentlichen Ball zu spielen. Nach verhaltenem Beginn setzten sich die Großkrotzenburger besser in Szene.

Eine Riesentat von Torwart Luke Schwarzer verhinderte jedoch den Rückstand. Mit den Fingerspitzen kratzte er den Ball nach einem Fallrückzieher von Alexander Hochheim aus dem Winkel und verwehrte den Gastgebern einen Treffer der Marke „Tor des Jahres“.

Auf der Gegenseite jubelte kurz vor der Pause Nils Becker. Nach einem Eckball landete eine Bad Orber Kopfballabwehr beim Großkrotzenburger Außenbahnspieler und Becker ließ sich die Chance nicht entgehen. Nach der Pause spielten beide Mannschaften nach vorne.

Die Germania drängte auf die Entscheidung, Bad Orb hoffte noch auf den Ausgleich. Beide Abwehrreihen ließen aber kaum Torchancen zu.

Die Partie war trotzdem keinesfalls langweilig, sondern von den Teams engagiert geführt und bis zum Schluss spannend. Dank des umkämpften Dreiers kann Großkrotzenburg weiter vom Wiederaufstieg träumen.

Großkrotzenburg: L. Schwarzer – Becker, Althaus, Meub, Blam, Prey, Maicher, Arnold, Schlögl, Woitynek (61. Lutz), Wissel (78. Schörner).

Tor: 0:1 Becker (41.) – Schiedsrichter: Wandlinger (Münster) –Zuschauer: 100 – Beste Spieler:beide geschlossene Mannschaftsleistungen.

SV Altwiedermus – VfB Oberndorf 2:1 (1:0):Die Ronneburger dezimierten sich frühzeitig. Michael Kohnke sah bereits in der 21. Minute die Gelb-Rote Karte. Laut SVA-Pressewart Frank Thomas eine „überzogenen Entscheidung“ des Unparteiischen.

Der SVA steckte den Platzverweis aber gut weg und ging nach knapp einer halben Stunde in Führung: Emanuel Becker wurde mustergültig von Nikola Andrejic in Szene gesetzt und musste den Ball nur noch zum 1:0 einschieben (28.).

Sieben Minuten später ein fast identischer Spielzug der Walther-Elf: Andrejic legte erneut Becker auf, der den Ball diesmal aber über das Oberndorfer Gehäuse setzte. Mimoun Attanin hatte die Gelegenheit zum 2:0, doch strich sein Schuss um Haaresbreite am Oberndorfer Kasten vorbei (44.).

Kurz nach der Pause war es der Oberndorfer Muminovic, der SVA-Keeper Kempf zu einer Parade zwang. Der VfB mit mehr Ballbesitz, die Gastgeber aber effektiver im Spiel nach vorne. So auch in der 67. Minute, als Attanin nach einer Hereingabe von Niklas Laumer VfB Keeper-Marcel Schneider prüfte, der gerade noch zur Ecke klärte.

Der Ausgleich für die Gäste fiel durch Kai Helmchen, der der aus 17 Metern den Ball einnetzte (75.). Die Eintracht resignierte nicht und spielte trotz Unterzahl weiter nach vorne.

In der 86. Minute belohnte sich der SVA durch Cedric Liuzzu, der eine unübersichtliche Situation in der VfB-Abwehr nutzte und zum 2:1-Siegtreffer traf.

Altwiedermus:Kempf – Stenger, Beier (46. Müller), Liuzzo, Schulz, Attanin, Laumer (83. J. Wolf), Franz, Andrejic, Becker (90. +1 Hillemann), Kohnke.

Tore: 1:0 Becker (24.), 1:1 Helmchen (75.), 2:1 Liuzzo (86.)

Schiedsrichter: Abbondanza (Wiesbaden) –Besonderes Vorkommnis:Gelb-Rote Karte für den Altwiedermuser Kohnke (21.) – Zuschauer: 160 – Beste Spieler: Kempf, Andrejic, Stenger / Thomas, Helmchen.

Die restlichen Spiele

Germania Klein-Krotzenburg – 1. FC Langen 4:2 (3:1)

Tore:1:0 Günsche (34.), 2:0 Serra (36.), 2:1 Beckmann (41.), 3:1 Hajzeraj (44.), 3:2 Cholewa (78.), 4:2 Protzel (90.+1) – Schiedsrichter: Schneider (Wiesbaden) –Zuschauer:150 –Beste Spieler: Menze, Zakarja / Max Werner, Beckmann.

Kickers Obertshausen – Sportfreunde Seligenstadt 2:1 (1:1)

Tore: 0:1 (30.) Willand, 1:1 Davuclu (37.), 2:1 Schwaiger (63.) – Schiedsrichter: Rüger (Petersberg) – Zuschauer: 90 – Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Seligenstadts Schüssler (88.), Gelb-Rote Karten für die Obertshäuser Davuclu (55.) und F. Dindorf (90.). Verschossener Foulelfmeter: Jenrich (58./Obertshausen) – Beste Spieler:geschlossene Mannschaftsleistungen.

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