Der Großkrotzenburger Tim Franz (links) schoss auf dem Oberrodenbacher Hartplatz zwei Tore. Aufsteiger Eintracht Oberrodenbach und Faruk Samur hatten dem nicht so viel entgegenzusetzen. Foto: Adrian

Fußball

Gruppenliga Frankfurt Ost: Spitzenreiter kennt kein Erbarmen

Fußball. Germania Großkrotzenburg und Türk Gücü Hanau sind für ihr direktes Duell zum Hinrunden-Finale am kommenden Wochenende bestens gerüstet. Spitzenreiter Großkrotzenburg feierte bei Eintracht Oberrodenbach einen 7:0-Kantersieg und darf sich als Herbstmeister feiern lassen.

Von Frank Schneider

Türk Gücü hielt den SV Pars Neu-Isenburg mit 5:1 nieder und rückte auf Platz zwei vor, da der VfB Oberndorf beim FC Dietzenbach (2:2) Federn ließ.Im Kreisderby besiegte die SG Bruchköbel die SG Marköbel mit 2:0. Der SVG Steinheim hält nach einem 4:3-Erfolg gegen den VfR Wenings Kontakt zur Spitze.Ein Zeichen im Abstiegskampf setzte Germania Niederrodenbach mit einem 3:2-Erfolg bei der SG Altenhaßlau/Eidengesäß.

Eintracht Oberrodenbach – Germania Großkrotzenburg 0:7 (0:5): Ein Eigentor von Darius Kolodziej leitete aus Eintracht-Sicht ein unerwartetes Debakel ein. Zehn Minuten waren bis dahin auf dem Oberrodenbacher Hartplatz gespielt und die Gastgeber hatten in der Anfangsphase sogar leichtes Oberwasser. Das 0:1 wirkte aber wie ein Schock – beziehungsweise erwies sich für die favorisierten Krotzenburger als idealer Dosenöffner. „Ich dachte eigentlich wir hätten schon genug Lehrgeld in dieser Runde bezahlt“, haderte Oberrodenbachs Vorsitzender Helmut Reinert. Individuelle Fehler und die Schnelligkeit von Connor Storm entschieden innerhalb von nur fünf Minuten die Partie. Dank des „Blitz-Hattricks“ des Stürmers lag die Truppe von Matthias Filbrich nach 17 Minuten schon 4:0 vorne und hatte die Punkte da schon sicher im Sack. Die nächsten beiden Treffer (28./55.) gingen auf das Konto von Tim Franz, der ebenfalls ein sehr starkes Spiel machte und in der Mitte immer wieder Akzente setzte. Dem eingewechselten Philipp Hertzke war es gegönnt, denn Treffer zum 7:0-Endstand zu erzielen.Oberrodenbach: Hamburger – Robok, Samur (46. Kotyza), Blocher, Kolodziej (46. Steier), Schilling, Hüttel, Lötschert, Eckhardt, Gütermann, KurzGroßkrotzenburg: Schlund – Hein, Scholz, Meub, Blam, Woitynek, Maicher (46. Schörner), Prey, Becker (58. Hertzke), Franz, Storm (46. Kalb)Tore: 0:1 Eigentor Kolodziej (10.), 0:2, 0:3 und 0:4 Storm (12./13./17.), 0:5 und 0:6 Franz (28./55.), 0:7 Hertzke (70.) – Schiedsrichter: Vogel (Linden) – Zuschauer: 100 – Beste Spieler: – / Prey, Storm, Franz

Türk Gücü Hanau – SV Pars Neu-Isenburg 5:1 (3:0): Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, denn schon in der dritten Minute lag der Ball erstmals im Netz des SV Pars Neu-Isenburg. Ali Karan hatte abgezogen und Volkan Sungun den Ball noch entscheidend abgefälscht. „Wir haben stark angefangen und danach befreit aufgespielt“, erzählte Türk Gücüs Pressesprecher Mehmet Bayram.Die Gäste aus dem Fußballkreis Offenbach traten nicht so stark wie vermutet auf. Es fehlte an Schnelligkeit und Durchschlagskraft in der gegnerischen Hälfte. Der früh eingewechselte Mohamed Aalaoui nutze direkt seine Chance und schoss zum 2:0 ein. Kurz vor der Pause erhöhte Karan auf 3:0 und sorgte damit schon für eine kleine Vorentscheidung.Manuel Profumo gelang nach 55 Minuten der Ehrentreffer, doch richtig spannend wurde es an der Rudi-Völler-Sportanlage nicht mehr. Die Gäste dezimierten sich nach 65 Minuten, als Kapitän Gökhan Öztas nach einer angeblichen Tätlichkeit die Rote Karte erhielt. Vier Minuten später zog Aalaoui mit seinem zweiten Treffer dem SV Pars den Stecker. Auch das 5:1 in der Nachspielzeit ging auf das Konto des Stürmers, der zum Mann des Spiels avancierte. „Kompliment an meine Mannschaft, sie hat die taktischen Vorgaben super umgesetzt“, meinte Türk Gücüs Spielertrainer Tim Müller.Türk Gücü: Tok – Shima, Hogic, Yücel, Mustafa, Netzband (16. Aalaoui), Karan, Müller, Ünal (74. Dragoshi), Sungun (81. Sözen), Selcuk – Tore: 1:0 Sungun (3.), 2:0 Aalaoui (17.), 3:0 Karan (44.), 3:1 Profumo (55.) 4:1 und 5:1 Aalaoui (70./90.+2) – Schiedsrichter: Lenssen (Darmstadt) – Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für den Neu-Isenburger G. Öztas (65.) – Zuschauer: 40 – Beste Spieler: Sungun, Aalaoui / Profumo

SG Bruchköbel – SG Marköbel 2:0 (0:0): Die SGM hatte für das Derby eine eher defensivere taktische Ausrichtung gewählt. Zunächst ein probates Mittel, denn trotz eines durch eine hohe Ballbesitzquote begründetes optisches Übergewicht, erspielte sich die Elf von Coach Albert Repp zunächst keine Großchancen. Ein Latten-Kopfball von Tobias Kühn (43.) war die spektakulärste Aktion. Auch die SGM war in der Offensive recht harmlos, das 0:0 zur Halbzeit folglich keine riesengroße Überraschung.In der 59. Minute löste die SGB den Knoten mit dem Führungstreffer. Felix Rohner brachte den Ball auf den Flügel zu Maximilian Walter, der wiederum Dorian Ahouandjinou bediente. Aus spitzem Winkel erzielte der Bruchköbeler Leistungsträger das 1:0. Ab da lief der Ball besser in den Reihen der SGB, Marköbel baute etwas ab. Die Entscheidung ließ aber auf sich warten. „Wir müssen zu viel Aufwand betreiben, um Tore zu machen“, meinte SGB-Sprecher Volkmar Höhne und zielte auf eine abermals verbesserungswürdige Chancenverwertung ab. Marköbels Torwart Felix Sticher hielte sein Team bis zur 85. Minute im Spiel, danach war nach dem zweiten Treffer von Ahouandjinou die Messe gelesen.Bruchköbel: Gräfe – Dickerhoff, Fleischer, Rohner, Lehr, Ahouandjinou, Strüter, Nacci, Oezkan (61. Quantz), Walter (87. Griepentrog), Kühn (61. van Haaren)Marköbel:Sticher – Vetchel, Maisch, Marx, Außenhof, Kuhl, M. Völke, Karges, Gerken, N. Gibaja-Lofink (20. M. Gibaja-Lofink), Waller.Tore: 1:0 und 2:0 Ahouandjinou (59. und 85.) – Schiedsrichter: Schaub (Hilders) – Zuschauer: 140 – Beste Spieler: Ahouandjinou, Walter / Sticher

SVG Steinheim – VfR Wenings 4:3 (2:1): Steinheim schließt die Vorrunde mit 30 Punkten ab. Der angepeilte Heimsieg gegen den Büdinger Kreisvertreter war im Endeffekt ein hartes Stück Arbeit und hing phasenweise am seidenen Faden, zwischenzeitlich lag Wenings mit 3:2 in Führung.Anfangs sah es nach einer klaren Angelegenheit aus. Torjäger Andrej Kolchak brachte die Gastgeber nach elf Minuten in Führung. Nach gut einer halben Stunde unterlief VfR-Akteur Radu Bumbar ein Eigentor. „Danach sind wir etwas überheblich geworden“, meinte SVG-Sportchef Bernd Hartmann. Unsicherheiten schlichen sich ein, Wenings kam stärker auf. Neuzugang Cosmin Rada gelang vor der Pause der Anschlusstreffer.Direkt nach Wiederanpfiff glich der Weningser Spielertrainer Adrian Ionescu aus. Bumbar traf in der 52. Minute gegen verunsicherte Steinheimer auch ins richtige Tor. Steinheimer verstärkte die Offensive und bekam noch die Kurve. Andrej Kolchak erzielte in der 62. Minute den Ausgleich. Zehn Minuten vor dem Ende bog Payam Khederzadeh mit seinem Siegtreffer zum 4:3 die Partie erneut um. „Wir haben nach dem Rückstand wieder mehr für das Spiel getan und im Endeffekt war der Sieg aus meiner Sicht verdient“, so Hartmann.Steinheim: D. Hartmann – Fischer, J. Hartmann, Emge (75. Krikser), Hilser, Camara, Arnold, Khederzadeh, Natale (60. Balzer), Bacher (80. Kaminski), Andrej Kolchak – Tore: 1:0 Andrej Kolchak (11.), 2:0 Eigentor Bumbar (32.), 2:1 Rada (35.), 2:2 Ionescu (46.), 2:3 Bumbar (52.), 3:3 Andrej Kolchak (62.), 4:3 Khederzadeh (80.) – Schiedsrichter: Czypull (Reichenbach) – Zuschauer: 50 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistungen.

SG Altenhaßlau/Eidengesäß – Germania Niederrodenbach 2:3 (2:1): Die Elf von Jochen Breideband hatte im Kellerduell bei der SG Altenhaßlau/Eidengesäß den längeren Atem und freute sich dem späten Siegtreffer von Emanuele Giuliana über einen Auswärtssieg. Es war auch ein bisschen Glück dabei, denn die gastgebenden Linsengerichter verzeichneten gleich drei Aluminiumtreffer. Zunächst lief es für die SG Altenhaßlau/Eidengesäß gut, denn Enrico Pappert gelang mit einem Heber das 1:0. Ein Schuss von Andreas Geiger ans Lattenkreuz war einer der Höhepunkte eines offenen Schlagabtauschs. Gäste-Torwart Julian Scharlau lenkte einen Kopfball von SG-Spielertrainer Cosimo De Cicco an den Pfosten.Kurze Zeit später erzielte Emanuele Giuliana nach feinem Pass von Breideband aus halblinker Position den 1:1-Ausgleich. Die Freude währte nicht lange, denn Christoph Geiger markierte mit einer starken Direktabnahme noch vor der Pause das 2:1 für die SG.Nach der Wechsel waren die Gastgeber erneut im Alu-Pech, als ein Freistoß von Pappert an den Pfosten klatschte. Auf der anderen Seite glich David Klimas zum 2:2 aus. Beide Teams wollten den Sieg und die Germania hatte das bessere Ende auf ihrer Seite. Giuliana stieg zwei Minuten vor dem Ende nach einem Eckball am höchsten und köpfte zum 3:2-Sieg ein.Niederrodenbach: Scharlau – Terhoeven, Breideband, Klimas, S. Bekirov, Akcay (38. Bulut), Giuliana, Goldmann, Gesch, Derse, Fuchs – Tore: 1:0 Pappert (7.), 1:1 Giuliana (32.), 2:1 C. Geiger (40.), 2:2 Klimas (57.), 2:3 Giuliana (88.) – Schiedsrichter: Reuben (Kelsterbach) – Zuschauer: 70 – Beste Spieler: De Cicco, C. Geiger / Breideband, Klimas, Giuliana.

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