Blickt finster drein: Spielertrainer Marc Außenhof hat sich den Start in das neue Jahr anders vorgestellt. Die Stimmung beim Gruppenligisten ist im Keller - das passt zum Tabellenstand. Foto: TAP

Maintal

Gruppenliga Frankfurt Ost: Dicke Luft beim 1. FC Hochstadt

Fußball. Schon nach dem ersten Spieltag des Jahres in der Gruppenliga Frankfurt Ost brennt beim ohnehin abstiegsbedrohten 1. FC Hochstadt der Baum. Die 0:7-Auftaktklatsche ist sowohl Trainer Marc Außenhof als auch dem Vorstand um den Vorsitzenden Manfred Maier gehörig auf den Magen geschlagen.

Von Frank Schneider

Dem Traditionsverein droht mehr denn je der Abstieg in die Kreisoberliga Hanau. „Die aktuelle Entwicklung geht mir sehr nahe“, merkt Vereinschef Manfred Maier an. Doch wo sind die Auswege? Eigentlich waren alle Verantwortlichen nach der Vorbereitung positiv gestimmt. „Uns haben im Winter keine Spieler verlassen und die Spieler haben versprochen, sich für den Klassenerhalt richtig reinzuhängen“, erzählt Maier.

Das Match in Obertshausen brachte aber das Gegenteil zu Tage. Spätestens nach den beiden Gegentreffern kurz nach der Pause zum 0:3 und 0:4 ergaben sich die Kicker der Lila-Weißen völlig ihrem Schicksal. Dabei waren die Maintaler bis auf Daniel Griepentrog und Rino Fangacci in Bestbesetzung zum Offenbacher Kreisvertreter gereist. „Um solch eine Leistung abzuliefern, brauche ich in der Vorbereitung nicht fünfmal die Woche zu trainieren“, geht Marc Außenhof mit seinen Schützlingen hart ins Gericht.

„Das hat mich persönlich getroffen“Besonders enttäuscht sei er vom Auftritt der erfahrenen Spieler, langjährige Mitstreiter von ihm, mit denen er zeitweise zehn bis 15 Jahre zusammen gespielt hat. „Das hat mich persönlich getroffen“, so Außenhof. Fehlt den alten Haudegen der Mumm für den Abstiegskampf? Dieser ist in Hochstadt ja keineswegs Programm gewesen in den vergangenen Jahren. Beständig bewegte sich der frühere Hessenligist in der Gruppenliga Frankfurt Ost in der oberen Tabellenhälfte. „Unsere Spieler können ja in der Winterpause nicht alle das Fußballspielen verlernt haben“, hakt Manfred Maier ein. Also lag es an der Einstellung.

Das 0:7 in Obertshausen schlägt vereinsintern hohe Wellen. „Seit Sonntagnachmittag steht mein Telefon nicht still“, berichtete Maier gestern Nachmittag. Viele Vereinsmitglieder treibt die Sorge, dass der Verein, der in den vergangenen Jahren mit dem Sportheim-Neubau und der Errichtung eines Kunstrasenplatzes in Sachen Infrastruktur Vorbildliches geleistet hat, sportlich sehr schweren Zeiten entgegengeht.

Man habe keine starke MannschaftLangjährige Leistungsträger wie Metin Oymak, Ilija Ljubicic, Markus Westenburger oder auch Außenhof selbst gehen auf die 40 Jahre zu und befinden sich längst im Spätherbst ihrer fußballerischen Laufbahn. „Leider haben wir keine starke Mannschaft und auch aus der A-Jugend kann ich niemanden einsetzen“, sorgt sich Marc Außenhof auch wegen der fehlenden Qualität im Unterbau.

Hinsichtlich des aktuellen Kaders will er künftig verstärkt auf die jungen Akteure setzen, zu sehr war er von den erfahrenen Spielern in Obertshausen enttäuscht. Als Ausnahme sieht er sich selbst. „Ich habe mich in Obertshausen auf die Bank gesetzt, weil ich anderen Spielern die Chance geben wollte. Jetzt aber werde ich selbst wieder jedes Spiel machen.“

„Wer mit Herz dabei ist, lässt sich nicht so abschießen“Außenhof will nicht aufgeben, noch sind im Kampf um den Klassenerhalt nicht alle Felle davongeschwommen. Der Rückstand zum rettenden Ufer könnte aber zu groß werden, wenn nicht alsbald die Trendwende gelingt. Schon im anstehenden Heimspiel gegen Türk Gücü Hanau zählt für den FCH eigentlich nur ein Sieg. „Von den Spielern, die in Obertshausen gespielt haben, kommt bestimmt keine Reaktion. Wer mit Herz dabei ist, lässt sich nicht so abschießen. Wir können uns bei Björn Wiegand bedanken, dass wir in Obertshausen keine zehn Stück bekommen haben“, begründet Marc Außenhof, weshalb er gedenkt, die Startformation im nächsten Match durcheinanderzuwirbeln.

„Der erste Auftritt nach der Winterpause war ein Schock. Das geht bei den Spielern in Kopf, Bauch und Beine“, befürchtet Maier, dass das 0:7 in Obertshausen mehr als nur eine Niederlage gewesen sein könnte. Ist die angeknackste Moral reparabel? Manfred Maier und der Spielausschuss hoffen darauf. Folgen weitere Niederlagen, wird der FC Hochstadt angesichts der ohnehin schon prekären Tabellenlage bei aktuell sechs Punkten Rückstand auf das rettende Ufer und bei sechs drohenden Absteigern kaum mehr zu retten zu sein.

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