Im Flug: Marköbels Mirko Djordjevic hebt im Zweikampf mit Leonel David Vargas Vicente ab. Foto: TAP

Hanau

Gruppenliga: Bruchköbels Krise spitzt sich zu

Fußball. Den von vielen Experten prognostizierten Alleingang des SV Pars Neu-Isenburg an der Tabellenspitze der Gruppenliga Frankfurt Ost wird es vorerst nicht geben. Der Tabellenführer ließ beim 1:2 bei Bayern Alzenau II Federn.

Von Frank Schneider

Ebenso ging Verfolger Germania Dörnigheim leer aus. Der spielstarke Aufsteiger unterlag vor heimischem Publikum dem SVG Steinheim mit 3:5. Neuer Zweiter ist der VfB Oberndorf (3:0-Sieger beim VfR Wenings). Im Tabellenkeller teilten Germania Klein-Krotzenburg und Türk Gücü Hanau beim 2:2 die Punkte. Unterdessen verschärft sich die Krise der SG Bruchköbel immer mehr. Die Mannschaft von Trainer Albert Repp zog im Derby bei der SG Marköbel mit 0:1 den Kürzeren und zementiert den Abstiegsrang, auf die als Mitfavorit gestartete SGB seit Wochen hockt.

Germania Dörnigheim – SVG Steinheim 3:5 (0:2):Mit schnörkellosem Spiel und guten Zweikampfwerten triumphierte der SVG Steinheim verdienter Maßen in Dörnigheim an der Dicken Buche und ließ die Spieler des als Tabellenzweiten ins Spiel gegangenen Aufsteigers ratlos zurück. Anfangs agierten die Maintaler ähnlich schwungvoll wie wenige Tage zuvor beim 6:1-Erfolg in Klein-Krotzenburg. Ein umstrittener Foulelfmeter, den Evangelos Zormpalas in der elften Minute für Steinheim verwandelte, brachte den Hanauer Kreisoberliga-Meister ab aus dem Konzept.

Die Baier-Elf nutzte die kurzzeitige Verunsicherung bei den Hausherren eiskalt aus und kombinierte sauber zum 0:2 durch Anil Ucar (18.). Doch es kam noch dicker Dörnigheim, denn Maximilian Walter sah in der 33. Minute wegen Nachtretens „Rot“. Was man den Gastgebern zugutehalten muss: Auch nach dem 0:3 durch Daniel Bacher (63.) gaben sie nicht auf. Spielertrainer Hicham Abdessadki verkürzte per Strafstoß auf 1:3 Danach warfen die Gastgeber alles und liefen in Konter. Ucar mit seinem zweiten Treffer und der gerade zuvor eingetauschte Colin Busch schraubten das Ergebnis auf 5:1 aus Steinheimer Sicht hoch.

In der Schlussphase gelang Dörnigheim durch Torjäger Emanuel Becker und Alexander Turan noch Ergebniskosmetik.

Dörnigheim: Strnad – Friedel, Schäfer, Hofmann, Abdessadki (67. Aydin), Attanin (80. Cardaci), Teicher (70. Borack), Roth, Walter, Becker, TuranSteinheim: Lopez – Lang, Blocher, Brighache, Camara, Sileshi (80. Gültekin), Ucar, Bacher (77. Busch), Khederzadeh, Balzer, Zormpalas, Tore: 0:1 Zormpalas (11./FE), 0:2 Ucar (18.), 0:3 Bacher (63.), 1:3 Abdessadki (67./FE), 1:4 Ucar (76.), 1:5 Busch (78.), 2:5 Becker (89.), 3:5 Turan (90.+1) - Schiedsrichter: Abbondanza (Wiesbaden) – Besonderes Vorkommnis:Rote Karte für Dörnigheims Walter (33.) – Zuschauer: 80 – Beste Spieler: Strnad, Schäfer / Brighache, Balzer, Khederzadeh

SG Marköbel – SG Bruchköbel 2:0 (1:0):Marköbels Pressesprecher Leon Völke sprach von einem hochverdienten Derbysieg, da die gastgebende Rohleder-Elf ein klares Chancenplus hatte. Die in der Offensive wieder einmal recht harmlos agierenden Bruchköbeler kamen im gesamten Spiel nur zu einer nennenswerten Chance, als ein Schuss von Fatih Özkan im letzten Moment von Audrius Vetchel abgeblockt wurde (23.). In der Anfangsphase vergaben die Marköbeler Routiniers Mark Wesenberg und Michael Kuhl – jeweils nach Eckballen – das mögliche 1:0.

Der gute SGB-Torwart Yannik Dauth lenkte in der 31. Minute einen Schuss von Marcel Gerken mit den Fingerspitzen über die Latte und hielt auch danach bei einer Eckenserie der SGM in einigen brenzligen Situationen den Überblick. In der 39. Minute tauchte der per Steckpass gut freigespielte Daniel Schabet vor Dauth auf und überwand diesen mit seinem Treffer zum 1:0-Pausenstand. Marköbel drängte auf das 2:0. Nach einem Gerken Freistoß köpfte Johannes Maisch vorbei (58.), während nach guter Schabet-Vorarbeit der Abschluss des ansonsten sehr emsigen Marco Kolev nicht kraftvoll genug war. Mit seinem zweiten Treffer machte Schabet in der 72. Minute alles klar und avancierte damit zum Derbyhelden. „Bruchköbel war sehr harmlos. In dieser Verfassung werden sie es auch in anderen Spielen schwer haben, zu punkten“, meinte Leon Völke abschließend.

Marköbel: Sticher – Naumann, Vetchel, M. Wesenberg, Djordjevic, Maisch, Gerken (Gibaja-Lofink), Kuhl, Roloff (79. Bashir), Kolev (87. Vogler), SchabetBruchköbel:Dauth – Sachs (46. Tokic), Fleischer, Rohner, Lehr, Özkan, Müller, Tugend, Kappes (46. Grujicic), Strüter, Vargas-Vicente (79. Schadt)

Tore: 1:0 und 2:0 Schabet (39./72.) – Schiedsrichter:Herbert (Eckweisbach) - Zuschauer: 100 – Beste Spieler: Kolev, Schabet / Dauth

Germania Klein-Krotzenburg – Türk Gücü Hanau 2:2 (1:2): Die Zuschauer am Triebweg sahen ein aufregendes Kellerduell mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten. Im ersten Durchgang dominierten die Gäste und bogen durch einen Doppelpack von Avdulla Dragoshi auf die Siegerstraße ein. „Wir hätten die Führung noch ausbauen können, wenn Ali Karan und ich unsere Chancen genutzt hätten“, merkte Türk Gücü-Spielertrainer Tim Müller an.

Kurz vor der Pause traf Türk Gücü ein drittes Mal – diesmal aber beförderte Ervis Shima den Ball unglücklich ins eigene Netz. In der zweiten Halbzeit wendete sich dann das Blatt. Die Kräfte bei den mit dem letzten Aufgebot angereisten Hanauern schwanden zusehends, Klein-Krotzenburg witterte seine Chance, ließ aber zunächst zu viele klare Tormöglichkeiten aus. Türk Gücü lauerte auf Konter, verpasste jedoch die Vorentscheidung.

In der 79. Minute glich Filippo Serra mit einem verwandelten Strafstoß aus. Die Germania spielte im zweiten Match unter der Regie des neuen Trainers Stefan Lutz nun endgültig auf Sieg. In der Schlussphase haderten die Gastgeber zwei Mal mit Schiedsrichterentscheidungen. Einmal pfiff der Unparteiische einen Vorteil zurück, dann wurde Serra elfmeterreif gefoult. „Das war ein klarer Strafstoß, der Schlag war auf dem ganzen Sportplatz zu hören“, ärgerte sich Klein-Krotzenburgs Vorsitzender Roger Weih. Unter dem Strich war die Punkteteilung verdient, aber für beide Teams im Abstiegskampf eigentlich zu wenig.

Türk Gücü: Schlüssler – Dilki, Shima, Nuri, Yücel, Karan (86. Auet), Jakicevic, Müller, Mustafa, Korkmaz (46. Ayguen), Dragoshi (55. Aricioglu) – Tore: 0:1 und 0:2 Dragoshi (17./35.), 1:2 Eigentor Shima (42.), 2:2 Serra (79./FE) – Schiedsrichter: Bernert (Gorxheimertal) – Zuschauer: 180 – Beste Spieler: Puglisi, Schuschkleb / Dragoshi, Shima

Die restlichen Spiele

Sportfreunde Seligenstadt – Sportfreunde Oberau 2:2 (2:1)Tore: 0:1 Kipper (25.), 1:1 Kayaroglu (34.), 2:1 Strechie (41.), 2:2 Kuhl (86.) – Schiedsrichter: Haase (Frankfurt) – Zuschauer: 150 – Beste Spieler: Thummerer, Hertrich / Jung, Kipper

FSV Bad Orb – Kickers Obertshausen 3:2 (2:2)Tore: 0:1 Arnold (12.), 1:1 Wittig (15./FE), 2:1 Veselov (24.), 2:2 Davulcu (29.), 3:2 Becirovic (57.) – Schiedsrichter: Enzmann (Ober-Mörlen) – Zuschauer: 90 – Beste Spieler: Dauth, Veselov, Begemann / Fischer, Davulcu

FC Bayern Alzenau II – SV Pars Neu-Isenburg 2:1 (0:0)Tore: 1:0 Gast (63.), 1:1 Hagelmüller (90.+2), 2:1 Busch (90.+3) – Schiedsrichter: Scotece (Walldorf) – Zuschauer: 60 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistungen

SG Nieder-Roden – 1. FC Langen 1:0 (0:0)Tor: 1:0 Demirtas (60.) – Schiedsrichter: Wenzek (Darmstadt) – Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Keoseoglu (82./Langen) – Zuschauer: 240 – Beste Spieler: Wähner, Fehlberg, Demirtas / Steinbrecher, Kirnig

VfR Wenings – VfB Oberndorf 0:3 (0:1)Tore: 0:1 L. Hagemann (9.), 0:2 Jessl (75.), 0:3 L. Hagemann (90.+3) – Schiedsrichter: Rockel (Schwalmtal) – Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für N. Hagemann (45./Oberndorf), Verschossener Foulelfmeter: Jessl (8./Oberndorf) – Zuschauer: 160 – Beste Spieler: geschlossene Mannschaftsleistung / L. Hagemann, Engel, Jessl

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