Wer jubelt im Spitzenspiel? Die Spvgg. 1910 Langenselbold trifft auf den VfB Großauheim. Beide Teams haben bisher alles gewonnen.
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Wer jubelt im Spitzenspiel? Die Spvgg. 1910 Langenselbold trifft auf den VfB Großauheim. Beide Teams haben bisher alles gewonnen.

Kreisliga A

Gipfeltreffen der Unverwundbaren: Verlustpunktfreie Teams aus Selbold und Großauheim im Duell

  • VonLennart Nickel
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Am Sonntag steht in Langenselbold ein Fußballspiel an, dem kein noch so starker Superlativ gerecht werden will. In der Kreisliga A empfängt der Tabellenzweite Spvgg. 1910 Langenselbold den Ligaprimus VfB Großauheim. Das Besondere: Beide dominieren die Liga, indem sie trotz der fortgeschrittenen Saison noch keinen einzigen Punkt abgegeben haben.

Langenselbold/Hanau – Mit Vorfreude blicken beide Trainer diesem Duell der Unverwundbaren entgegen. Sicher ist nur: Mindestens eine weiße Weste wird am Sonntag einen ersten Makel davontragen, vielleicht aber auch beide. „Die Jungs freuen sich,“ berichtet Langenselbolds Coach Patrick Falk und auch die Spieler von VfB-Trainer Eduard Ziborius blicken gespannt auf das Spitzenspiel: „Auf jeden Fall. Das geht jetzt schon seit zwei, drei Wochen so.“

Großauheim reist mit elf Siegen aus elf Spielen und einem Torverhältnis von 55:10 zur Spielstätte der „Zehner“ nach Langenselbold. „Die Mannschaft ist heiß. Jeder will dabei sein, jeder will spielen“, so Ziborius über die Motivationslage beim Tabellenführer.

Patrick Falk fordert von seinen Kickern noch mehr: „Ich will ein gewisses Selbstbewusstsein und eine klitzekleine Arroganz“, so der seit Oktober 2019 amtierende Trainer. Für ihn trifft in dem Duell gegen Großauheim Erfahrung auf Jugend.

Sein Team ist in der Tat im Schnitt deutlich jünger als das des VfB, dank der anhaltenden Formstärke (35 Pflichtspiele ohne Niederlage) habe er junge Spieler wie beispielsweise Niklas Mucha im Kader, die im Seniorenbereich noch nie ein Spiel verloren haben. Die Grundlage für den offenbar erfolgreichen Übergang von Jugend- zu Seniorenbereich lege bei den „Zehnern“ A-Jugend-Trainer Danijel Stevanovic, wie Falk lobend betont. Um die konditionellen Stärken seiner Mannschaft wissend, prognostiziert Falk für die Partie gegen den VfB: „Die müssen sich eher auf unser Tempo einstellen!“

Ziborius entgegnet: „Das kann vielleicht sein. Aber gegen Bruchköbel, auch eine sehr junge Mannschaft, sind wir das Tempo locker mitgegangen.“ Dass sein Team die größere Erfahrung mitbringt, sieht er aber ähnlich wie sein Trainerkollege und lässt keinen Zweifel daran, dass der VfB seine bisher erfolgreiche Spielweise auch in Langenselbold auf den Platz bringen will. „Wir wollen viel Ballbesitz haben, dominant spielen und viele Chancen kreieren“, so der bereits seit 2018 die Großauheimer Trainerstelle innehabende Ziborius.

Viel hängt bei solchen Spitzenspielen davon ab, wer den ersten Treffer erzielt. „Wenn wir zurückliegen, werden wir Probleme kriegen, wenn wir führen, werden wir gewinnen“, ist Falk sicher.

Beide Trainer wollen hinsichtlich ihrer Startaufstellung das eine oder andere Ass lieber in der Hinterhand behalten. Zwar ist klar, dass Großauheims mit elf erzielten Treffern zweitbester Stürmer, Ahmad Habaqza, aufgrund einer Verletzung nicht auflaufen kann, wie Ziborius bestätigt. Wie genau es um die angeschlagenen Marcel Fuchs (12 Tore) und Alexander Krämer (7) steht, möchte er aber genauso wenig mitteilen wie auf der Gegenseite Falk, der im Unklaren ließ, ob der Überraschungs-Neuzugang aus Japan, Keigo Iwasaki, am Sonntag eine Rolle spielen wird.

Was VfB-Coach Ziborius jedoch versprechen kann: „Es wird bestimmt ein gutes Spiel werden. Die Chancen liegen auf beiden Seiten.“ Fest steht auch, dass die sowieso schon außergewöhnlich lange Zeit mit zwei Teams, die konsequent alle Punkte behalten, am Sonntag im Stadion an der Niedergründauer Straße in Langenselbold ein Ende findet.

Das heißt aber keinesfalls, dass die Kreisliga A nach diesem Gipfeltreffen an Reiz verliert. Denn wie formuliert es Falk? „Das Meisterschaftsrennen - egal ob wir gewinnen oder verlieren - ist nach Sonntag noch nicht entschieden.“

Von Lennart Nickel

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