Fussball Frauen Kreispokal HU Finale, SV Oberdorfelden - Rot-Weiss Grossauheim
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2019 standen die Damen von RW Großauheim noch im Kreispokalfinale. In der laufenden Saison musste die Mannschaft abgemeldet werden.

Ungewisse Zukunft

Etwas Zuversicht im Frauenfußball: In Großauheim und Langenselbold soll weiter gekickt werden

  • vonAchim Dürr
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Der Frauen- und Mädchenfußball liegt im Fußballkreis Hanau ziemlich brach. Hinter der klaren Nummer eins, dem 1. FC Mittelbuchen, tun sich alle Vereine schwer. So auch Rot-Weiß Großauheim, das seine Mannschaft im Laufe der Saison abmeldete, und der SV 1930 Langenselbold, der gar kein Team meldete.

In beiden Vereinen herrscht aber Zuversicht, die man sich auch von der Corona-Pandemie nicht nehmen lassen möchte. Nach dem Rückzug aus der Kreisliga A herrschte bei Rot-Weiß Großauheim erst einmal Rätselraten. „Wir wissen momentan nicht, wie es mit der Mannschaft, geschweige denn mit unseren Spielerinnen weitergeht“, hatte Thomas Bannier vor Monaten gesagt.

Der Co-Trainer der Damenmannschaft hatte sich nach Rücksprache mit dem Vorstand gezwungen gesehen, die Mannschaft aus dem Spielbetrieb zu nehmen. Schon zwei Begegnungen hatten die Auheimer mangels Spielerinnen absagen müssen. Hinzu kam, dass Trainer Simon Nuri sein Amt beruflich bedingt nicht mehr ausüben konnte.

Damenmannschaft bleibt RW Großauheim erhalten

Die verbliebenen Spielerinnen kokettierten zunächst damit, ein Angebot von Kickers Offenbach anzunehmen und komplett zum OFC zu wechseln. „Sie haben sich dann doch entschieden, unserem Verein die Treue zu halten“, berichtet Bannier jetzt. Zudem wurde mit Andreas Brill inzwischen ein neuer Trainer gefunden.

Nach nur einer Trainingseinheit in der Halle sei es aber schon in die sportliche Quarantäne gegangen. Seitdem ruht auch auf dem Sportplatz hinter dem Lindenaubad der Ball. Zur neuen Saison wolle man versuchen, mit der Mannschaft wieder am Spielbetrieb teilzunehmen. „Das wäre für den Klub sehr wichtig, da aus unserer U16 im Sommer drei Spielerinnen aufrücken und für die erste Mannschaft spielberechtigt wären“, erklärt Bannier.

Die U16 nimmt aktuell nicht am Spielbetrieb teil, bestritt aber etliche Freundschaftsspiele. Die U14 spielt in der A-Liga Frankfurt. „Die noch jüngeren Mädchen sind quer auf unsere zehn Jungen-Teams verteilt“, erzählt Jugendleiter Alexander Winter.

Vorerst keine Teams beim SV Langenselbold

Noch schlechter ist die Situation beim SV 1930 Langenselbold. Dort wird man auch in naher Zukunft „voraussichtlich keine Mädchen- oder Frauenmannschaft melden“, so Knut-Olaf Petersen. Der stellvertretende Vorsitzende würde gerne an die erfolgreichen Tage der Frauenfußball-Abteilung seines Vereins anknüpfen.

Nach dem Rückzug aus der Spielgemeinschaft FSG Haitz-Langenselbold-Langen-Bergheim nach der Verbandsliga-Saison 2017/18 lag der Frauenfußball in der Gründaustadt brach. Zuletzt zeichneten sich kleine Silberstreifen über dem Thermo-Fisher-Stadion ab. „Es gab wieder ein paar interessierte Mädels, die bei uns Fußball spielen wollten, aber für eine Senioren-Mannschaft hatte es vor dieser Saison noch nicht gereicht“, berichtet Petersen.

Corona-Pandemie funkt dazwischen

Besser sieht es beim Nachwuchs aus. Zuletzt konnte der SVL zehn Mädchen zu den Trainingseinheiten begrüßen. „Wäre die Corona-Krise nicht dazwischengekommen“, ist sich der Funktionär sicher, „wären noch ein paar dazugekommen.“ Ob man zur neuen Saison ein Mädchen-Team melden könne?

Petersen: „Da sämtliches Training ausfällt, hat sich natürlich so gut wie nichts getan. Ob es sinnvoll wäre, die Mädels zur neuen Runde anzumelden, halte ich momentan für keine so gute Idee.“ Mit Blick in die weitere Zukunft ist Petersen aber ehrgeizig: „ Am Ziel, wieder verstärkt Frauen- und Mädchen-Fußball anbieten zu können, hat sich nichts geändert.“

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