Nach drei Derbysiegen über die Maintaler Rivalen Kewa Wachenbuchen (
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Nach drei Derbysiegen über die Maintaler Rivalen Kewa Wachenbuchen (

KREISPOKALFINALE

Genießen und auf die Chance lauern: Germania Dörnigheim fordert FC Erlensee heraus

  • VonGert Bechert
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Wenn am Samstag (31.7.2021) um 16 Uhr die Spieler des FC Erlensee und des FC Germania Dörnigheim den Rasen des Herbert-Dröse-Stadions betreten, erleben die Zuschauer eine Premiere. Noch nie standen sich die beiden Vereine in einem Hanauer Fußball-Kreispokalfinale gegenüber.

Hanau – Was auch nicht verwundert, da es den FCE erst seit der Saison 2011/12 gibt. Aber auch die Vorgängervereine FC Langendiebach und Germania Rückingen rissen im Pokal keine Bäume aus. Pokalspielleiter Walter Heßler führt seit der Saison 1987/88 Buch, eine Endspielteilnahme eines der beiden Vorgängervereine findet sich nicht. Ganz anders sieht es bei den Maintalern aus. Zwischen 1988 bis 1995 holte die Germania viermal den Pott. Danach gab es eine lange Durststrecke, ehe den Schwarz-Weißen 2011 wieder der Finaleinzug gelang. Im Endspiel bezog man eine 1:6-Klatsche gegen die SG Bruchköbel. Der FCE schaffte bislang einmal den Finaleinzug. Gegen Hanau 93 bezog er 2013 eine 0:2-Niederlage. Im zweiten Anlauf ist das Team von Neu-Trainer Jochen Breideband klarer Favorit. Diesmal wollen sich die mittlerweile bis in die Hessenliga vorgestoßenen Erlenseer gegen einen klassentieferen Gegner nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.

Breideband macht keinen Hehl daraus, dass der Gewinn des Kreispokals und die damit verbundene Teilnahme am Hessenpokal für ihn ein rundum gelungener Einstieg wäre. Im Gegensatz zur Germania, die alle vier Spiele bis zum Finaleinzug absolvierte, musste der FCE nur zwei Partien austragen. Dafür musste das Breideband-Team im Halbfinale eine richtig harte Nuss knacken. Erst nach Verlängerung besiegte man den Verbandsligisten SC 1960 Hanau 4:1.

Für Breideband sind für die am 14. August gegen Hünfeld beginnende Punktrunde die beiden nächsten Spiele entscheidend. „Das Pokalfinale und eine Woche später der Test beim Oberligisten FC Speyer sind enorm wichtig. Da wird es kein Durchwechseln mehr geben“, betont der 46-Jährige. Was im Falle des Pokalendspiels auch nicht geht, da nur drei Auswechslungen zulässig sind.

Hanauer Pokalendspiele seit 2000

2000: Oberissigheim - FSV Bischofsheim 5:3, 2001: SG Bruchköbel - VfB Großauheim 4:1, 2002: Oberissigheim - SG Bruchköbel 3:0, 2003: Oberissigheim - SG Bruchköbel 3:2, 2004: FSV Bischofsheim - VfB Großauheim 4:1, 2005: SG Bruchköbel - Wachenbuchen 2:1, 2006: Niederrodenbach - Dörnigheimer SV 6:2, 2007: SG Marköbel - SG Bruchköbel 1:0, 2008: SG Bruchköbel - FSV Bischofsheim 2:1, 2009: VfR Kesselstadt - FC Mittelbuchen 6:5, 2010: Spvgg. Langensel. - Bruchköbel 2:1 n.V., 2011: SG Bruchköbel - Germ. Dörnigheim 6:1, 2012: SG Marköbel - SC 1960 Hanau 5:2, 2013: FC Hanau 93 - FC Erlensee 2:0, 2014: SG Bruchköbel - FC Hochstadt 5:3 n.E., 2015: FC Hochstadt - FC Hanau 93 1:0 n.V., 2016: Großkrotzenburg - SG Bruchköbel 2:1, 2017: Türk Gücü Hanau - Niederrodenbach 4:1, 2018: FC Hanau 93 - SC 1960 Hanau 1:0 n.V., 2019: SC 1960 Hanau - SG Bruchköbel 3:0, 2020: wegen Corona abgebrochen, 1960 Hanau als Teilnehmer am Hessenpokal ausgelost

Da Breideband über einen großen Kader verfügt, nahm er davon Abstand, das nur 24 Stunden später terminierte Spiel der ersten Pokalrunde 2021/22 beim SV Oberdorfelden zu verlegen. „Die gegen Dörnigheim nicht zum Einsatz kommenden Spieler plus zwei oder drei Akteure aus der zweiten Mannschaft fahren am Sonntag nach Oberdorfelden.“ Über ein solch großes Spielerreservoir verfügt Dörnigheim nicht. Die Germania hat ihr Pokalspiel gegen den Nachbarn Dörnigheimer SV auf den kommenden Donnerstag verlegt.

Breideband ist heiß auf den Pott. Als Spieler hat er zweimal (1996 und 2006) mit Germania Niederrodenbach den Pokal gewonnen. Als Trainer hat er – wie er betont – noch eine Rechnung offen. Die Umstände des Pokalfinales 2017 gegen Türk Gücü Hanau nagen noch an ihm. Da die Spargel-Germanen gleichzeitig an der Relegationsrunde zur Gruppenliga teilnahmen, bat er um eine Verlegung des Endspiels, was jedoch abgelehnt wurde. Da die Relegationsspiele Priorität genossen, bestritt Niederrodenbach das Finale mit einer Verlegenheitself, die 1:4 verlor. Diese Scharte will der B-Scheininhaber unbedingt ausmerzen.

Auch für die meisten Spieler seiner Mannschaft ist das Endspiel Neuland. „Nur unsere Neuzugänge Dorian Ahouandjinou mit der SG Bruchköbel, Jens Westenberger mit Hanau 93 und Tobias Meub mit Germania Großkrotzenburg haben schon das Flair eines Pokalendspiels genossen.“ Ahouandjinou fällt jedoch verletzt aus.

FCE-Coach Breidenband hat den Gegner im Halbfinale beobachtet

Breideband hat Dörnigheim eine Halbzeit lang beim 4:1-Halbfinalsieg beim FC Hochstadt beobachtet, schlaflose Nächte hat ihm der Auftritt des Gruppenligisten nicht beschert, dafür war die Vorstellung der Schwarz-Weißen zu bieder. Trotzdem warnt er vor einer Unterschätzung des Gegners. Mit Ugur Erdogan und Emanuel Becker habe die Germania zwei Offensivkräfte in ihren Reihen, die den Unterschied ausmachen können.

Genau auf eine Unterschätzung seiner Mannschaft hofft Jochen Kostiris. „Natürlich ist Erlensee favorisiert, man bekommt aber immer mal die Chance, einen solchen übermächtig erscheinenden Gegner zu schlagen“, hofft der Germania-Coach auf eine Sternstunde seines Teams. Wobei ein Blick auf die Ausfallliste die Aufgabe noch gigantischer erscheinen lässt. In Urlaub befinden sich Maximilian Walter und Mert Özkan, zurückgekehrt ist dagegen wieder Mimoun Attanin. Auch bei Gjorgi Trajanov hofft Kostiris, dass der Innenverteidiger noch rechtzeitig wieder in Maintal eintrifft.

Sorgen bereitet zudem Daniel Hofmann, dessen muskuläre Probleme gegen Hochstadt erneut auftraten. „Wir haben nichts zu verlieren. Ich habe meinen Spielern gesagt, sie sollen das Spiel und die Kulisse genießen, als Gruppenligist hat man nicht oft die Chance, ins Kreispokalendspiel einzuziehen“, so Kostiris. Was nicht heißt, dass die Germania dem Gegner freiwillig das Feld überlässt. (Von Gert Bechert)

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