Fussball Serie über Rudi Völler, Wegbegleiter Philipp Eibelshäuser
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Die C-Jugend-Kreisauswahl wurde beim Bezirksturnier 1974 Zweiter. Mit dabei: Rudi Völler (vordere Reihe Dritter von rechts).

Themenschwerpunkt: Rudi Völler wird 60

60 Jahre Rudi Völler: Die schönsten Erinnerungen

Hanaus Ehrenbürger Rudi Völler wurde am 13. April 60 Jahre alt. Mit Erinnerungsfotos blicken wir auf Völlers bisheriges Leben zurück.

C-Jugend-Kreisauswahl wurde beim Bezirksturnier 1974 Zweiter

„Bei einem Hallenturnier in Heldenbergen ist er mir positiv aufgefallen“, erinnert sich Philipp Eibelshäuser (rechts). Der 83-jährige Maintaler war seinerzeit als Kreisauswahltrainer unterwegs, um die C-Jugend-Talente zu finden. „Ich habe mit dem Jugendtrainer gesprochen, wollte Rudi (vordere Reihe Dritter von rechts) vier Wochen später gerne zum Bezirksturnier mitnehmen. Schickt ihn vorher mal in mein Training.“ Doch Eibelshäuser erhielt eine Abfuhr. „Nein, wenn die 93er den entdecken, ist er weg“, habe Rudis Jugendtrainer damals geantwortet. Philipp Eibelshäuser gab nicht auf, rief Rudis Vater an, „den ich gut gekannt habe“. Kurt Völler brachte seinen Junior ins Auswahltraining, Eibelshäuser nahm ihn mit zum Bezirksturnier nach Grünberg, Rudi glänzte, sein Team wurde Zweiter. „Dort kam Hermann Nuber zu mir und fragte, wer denn der Zehner sei. Er wolle ihn zum Probetraining bei den Offenbacher Kickers einladen“, so Eibelshäuser

Die C-Jugend-Kreisauswahl wurde beim Bezirksturnier 1974 Zweiter. Mit dabei: Rudi Völler (vordere Reihe Dritter von rechts).

Rudis All-Star-Team für guten Zweck

Im Mai 2000 sorgte Rudi für ein Fußball-Spektakel auf dem Gelände des TSV 1860 Hanau. Er hatte ein All-Star-Team zusammengestellt, in dem unter anderem Michael Kutzop, Bernd Hölzenbein, Uwe Bein und Reinhard Stumpf kickten. Dieses Team besiegte eine Stadtauswahl der Ehemaligen vor rund 2200 Zuschauern mit 7:2. Rudi wurde nicht nur wegen seiner drei Tore gefeiert, sondern auch, weil das Benefizspiel 50 000 D-Mark für die Anschaffung eines Linearbeschleunigers für das Stadtkrankenhaus einbrachte. Claus Kaminsky, damals noch Bürgermeister, verschoss einen Elfmeter. Völlers Gegenspieler Klaus-Peter Artelt meinte: „Rudi hat mich schon in der D-Jugend schwindlig gespielt, und so war es heute wieder.“

Rudi Völler beim Benefizspiel im Mai 2000 in Hanau.

Der Föller-Faux-Pas

Als Rudis Name erstmals im HANAUER ANZEIGER stand, wurde sein Name falsch geschrieben. Berichtet wurde über ein Spiel in Hanaus Partnerstadt Dartford, das die Buben des TSV 1860 Hanau dank Rudis Toren gewonnen hatten. Bei der Bildunterschrift patzte der Schriftsetzer allerdings: Rudolf Föller stand da plötzlich. Wer konnte da schon ahnen, dass der Name später noch Tausende weitere Male zu schreiben sein würde. Auf dem linken Bild ist der spätere Weltmeister Rudi Völler in Aktion zu sehen.

Kennt hier jemand einen Rudolf Föller?

Mit Rudi auf dem Sport-Presse-Ball im CPH

Im November 2006 fand im Congress-Park Hanau ein Sport-Presse-Ball statt. Ehrengast war Rudi Völler. Er machte Fotos mit den Gästen, schüttelte Hände, schrieb Autogramme und plauderte. 450 Besucher waren im Ballsaal, hinzu kamen 250 Flaniergäste. Im CPH waren auch Manfred und Ingrid Menzel aus Eichen, die in der Nachberichterstattung des HANAUER ANZEIGER groß rauskamen. Als es zum Torwandschießen mit Rudi kam, standen sie in unmittelbarer Nähe. Auf dem Foto, das unser Ausriss aus der damaligen Zeitung zeigt, ist Ingrid Menzel die Zweite von links. Rechts daneben ihr Mann. „Es riefen viele Leute an und wollten wissen, wie wir dahin gekommen seien“, erzählt Ingrid Menzel. „Auch Ehrenbürgermeister Ottfried Betz fragte: 'Was macht ihr denn da bei Rudi Völler?' Da habe ich spontan gesagt, wir seien von Rudi eingeladen. Das hat er mir aber nicht abgenommen“, sagt Ingrid Menzel lachend.

Rudi Völler auf dem Sportpresseball im CPH

Ein ganz besonderes Autogramm

Im Herbst 1990 betrat Rudi Völler als Weltmeister das Hanauer Rathaus. Unter den Augen von Oberbürgermeister Hans Martin trug er sich wenige Wochen nach dem WM-Sieg in das Goldene Buch der Stadt ein. „Rudi Völler ist bescheiden, menschlich und sympathisch. “ Er strahle das aus, was viele Sport-, Polit- und Kunststars vermissen ließen, sagte Martin damals. Der OB überreichte Rudi die Sportplakette der Stadt Hanau in Gold. Sein TSV 1860 Hanau ernannte ihn in diesen Tagen zum jüngsten Ehrenmitglied.

Weltmeister Rudi Völler trägt sich ins goldene Buch der Stadt Hanau ein.

Rudis Onkel Willi Völler war Empfangschef bei Tiffany in New York

Rudis Onkel Willi Völler lebte in Amerika. Rund um die WM 1994 waren die Schwestern Ingeborg Völker und Sophie Herber, die mit Willi Völler gut befreundet waren, zu Besuch in New York. Auch Rudi machte mit seinem Nationalmannschaftskollegen und Freund Andy Brehme im Sommer 1994 einen Abstecher zu seinem Onkel (linkes Foto). „Willi ist 1956 in die USA gegangen, war später Empfangschef bei Tiffany, dem berühmten Juwelier. Mildred Scheel war in den 60er und 70er Jahren dort immer einkaufen. Mit der Schauspielerin Hedy Lamarr hat er im selben Haus gelebt“, erinnert sich Sophie Herber, die inzwischen 93 Jahre alt ist. Mitte der 90er verstarb Willi Völler an Krebs, sein Grab ist in Hanau. Willi Völler war der Bruder von Rudis Vater Kurt. „Die Eltern der beiden sowie zwei Geschwister sind beim Luftangriff auf Hanau am 19. März 1945 umgekommen. Ebenso ihr ältester Bruder Heini und die jüngste Schwester Erna. Willi, Kurt sowie zwei weitere Schwestern Evelyn und Marga haben überlebt“, so Herber, die mit Willi Völler in Hanau zur Schule gegangen war. Sophie Herber ist rechts auf dem Bild mit ihrem Mann Willi sowie Willi Völler zu sehen. Sie lebt in Niedermittlau, Schwester Ingeborg Völker in Langenselbold.

Rudi Völler und Andi Brehme in New York

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