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Hanauer im Olympiastadion in Rom: Als die Sechziger das Transparent in die Höhe hielten, wurden sie vom Fanblock der Römer (linkes Bild) gefeiert. Von 1987 bis 1992 trug Rudi Völler das Trikot von AS Rom.

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Altfußballer des TSV 1860 Hanau sorgten mit Völler-Transparent in Rom für Aufsehen

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Ein unvergessliches Erlebnis ist für elf Altfußballer des TSV 1860 Hanau heute noch ein Besuch bei Rudi Völler in Rom. Kurz vor Ostern 1989 verbrachten sie auf Rudis Einladung ein Wochenende in der Ewigen Stadt.

Unter den Reisenden waren auch Rudis Vater Kurt sowie dessen langjährige Wegbegleiter Dieter Neidhardt, Willy Loos und Sebastian Bache. Höhepunkt des Ausflugs war der Besuch des Spiels AS Rom gegen Inter Mailand. 12. März 1989, Olympiastadion Rom: Lothar Matthäus bringt Inter in der zwölften Minute in Führung. Die Mailänder Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni, in deren Reihen auch Andreas Brehme aufläuft, hat leichtes Spiel und siegt mit 3:0.

Transparent: TSV 1860 Hanau grüßt Rudi Völler

Laut wurde es im Fanblock der Römer vor allem einmal: Die Gäste aus der Brüder-Grimm-Stadt halten plötzlich ein Transparent in die Höhe. Darauf steht: „TSV 1860 Hanau grüßt Rudi Völler“. Die Zuschauer seien schier ausgeflippt, freut sich Willy Loos gut 31 Jahre später, als er in der Gaststätte „Hanauer Bub“, die nach Rudi benannt ist, im Fotoalbum des Rom-Ausflugs blättert.

Als die Reisegruppe mit der Bahn in Rom eingetroffen war, hatte Rudi schon alles vorbereitet. „Wir wurden ins Holiday-Inn gelotst, wo er bei seiner Ankunft in der italienischen Hauptstadt im Sommer 1987 selbst drei Monate gewohnt hatte“, erzählte Sebastian Bache 1989 wenige Tage nach der Rückkehr dem HANAUER ANZEIGER.

Sogar Rudi Völlers Vater muss Autogramm geben

Der damalige Vorsitzende des TSV 1860 (1965 bis 1990) berichtete weiter: „Als wir mit Rudi zum Restaurant gingen, mussten wir immer wieder stoppen – Passanten baten um Autogramme, die Rudi bereitwillig gegeben hat.“ Als die Römer erfuhren, dass auch Kurt Völler zur Reisegruppe gehörte, musste auch er Autogramme schreiben.

Auf Einladung von Rudi Völler erlebten elf Mitglieder des TSV 1860 Hanau im Frühjahr 1989 unvergessliche Tage in Rom.

Auch Willy Loos kann sich noch gut erinnern: „Wir waren da in einem Weinlokal. Alle Gäste haben sich auf ihn gestürzt. Später im Speiselokal hat der Wirt dann zugeschlossen, sodass wir unsere Ruhe hatten.“ Es muss ein feuchtfröhlicher und lustiger Abend gewesen sein. „Wir haben Sechziger-Lieder aus der Generation von Kurt gesungen. Das hat Rudi gefallen.“ Eines der Lieder sei „Lebt denn der alte Hanauer noch?“ gewesen.

Völler organisiert Tickets, zahlt Hotel und Essen für seine Freunde

Dieter Neidhardt, nach Bache Vorsitzender des TSV 1860 (1990 bis 2002), weiß noch, dass sich der Abend im Lokal eines Sponsors abgespielt hatte. „Am Ende wollte einer von uns zahlen. Da hat Rudi gesagt: 'Hast du sie noch alle? Ich habe hier noch nie bezahlt'“, erzählt Neidhardt mit einem Grinsen.

Rudi hatte sich an diesem Wochenende nicht lumpen lassen. Er zahlte Hotel und Essen. Und er hatte die Tickets für das Serie-A-Spiel gegen Inter organisiert. Zur Reisegruppe gehörten auch: Heinz Krück, Siegbert Baumgärtner, Lothar Schömber, Helmut Wieland, Willi Birnbaum, Jürgen Klein und Jürgen Breitlauch. Auch später waren einige Sechziger noch oft bei Rudi zu Besuch.

Völlers Vater erlitt bei bitter Pleite einen Herzinfarkt

Dieter Neidhardt ist zum Beispiel im Jahr 1991 mit seiner Frau und Rudis Eltern bei Rudi in Rom gewesen. Willy Loos sah einige Spiele von Rudi live: „Ich war viel mit Kurt im Stadion. Auch als er auf der Tribüne in München einen Herzinfarkt hatte. Da habe ich ihm auf die Backe gehauen.“ Im September 2001 erlitt der Vater von Rudi, der damals Teamchef war, während des Länderspiels der deutschen Nationalmannschaft gegen England (1:5) einen Herzinfarkt.

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