Fussball, Training mit Hygienevorschriften Corona Covid-19
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Nur unter strengen Hygienebestimmungen ist Fußballtraining derzeit überhaupt möglich. Ein Sichtungstraining nicht in die Corona-Zeit, findet der Kreisjugendausschuss Hanau.

Wut auf Verein

Fußballverein plant Sichtungstraining trotz Corona - Offizielle sind entsetzt

  • Thorsten Jung
    vonThorsten Jung
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Ein Fußballverein aus dem Kreis Hanau will trotz der Corona-Pandemie ein Sichtungstraining für jugendliche Fußballer organisieren. Kreisvertreter sind entsetzt.

  • Fußballverein will Sichtungstraining für Jugend ausrichten
  • Jugendausschuss des Fußballkreises Hanau ist entsetzt
  • Dringender Appell an Fußballverein

Der Kreisjugendausschuss des Fußballkreises Hanau ist über ein Vorgehen der Spvgg. 1910 Langenselbold derart empört, dass er eine E-Mail an alle Vereine in der Region verschickt hat. Darin verurteilen Kreisjugendwart Manfred Kühne und sein Vertreter Helge Schröder ein von den Zehnern angekündigtes Sichtungstraining mit deutlichen Worten.

„Es braucht lange, bis ich mich ärgere oder gar aufrege, ihr kennt mich, aber als ich heute den HANAUER ANZEIGER aufschlug und darin die Ankündigung eures Sichtungstrainings las, inklusive der spekulativen Angaben über die künftige Klassenzugehörigkeit eurer A- und B-Junioren, da war es so weit“, beginnt die E-Mail, die Kühne auch an den HA schickte. „Ich bin absolut verärgert.“

Andere Vereine haben Sichtungstraining wegen Corona abgesagt

So habe der 1. FC Erlensee auf Bitten Kühnes sein Sichtungstraining abgesagt. Gleiches hatte sich der Schönecker auch von den Selboldern erhofft. Nachdem er vom geplanten Sichtungstraining erfahren hatte, versuchte er, den Verein „auch überzeugen zu können, dass Sichtungstrainings, bei denen es auch um Leistungserkennungsmaßnahmen geht, nicht in die derzeitige Corona-Landschaft passen“.

Die Spvgg. 1910 kündigte das Sichtungstraining, das am Sonntag (14. Juni) stattfinden soll, aber dennoch an. „Was soll denn gesichtet werden, wenn man keinen Zweikampf machen und keinen Ball in die Hand nehmen und maximal zehn Spieler beschäftigen darf?“, fragt Kühne.

Verein hatte sich wegen Corona gegen Training entschieden

Besonders verwundert ihn, dass die Zehner „auf unserer ersten virtuellen Kreisjugendleitersitzung unter den mehr als 90 Prozent der Vereine waren, die kein Training durchführen wollten, weil die Verantwortung und der Aufwand zu groß erschienen.“ Bei einem Sichtungstraining entstehe nun zusätzliches Risiko für fremde Spieler.

Laut Kühne, der Einsicht in die Online-Spielerpässe der Vereine hat, könne bei den Selboldern kein Spielermangel herrschen. „Es kann nicht daran liegen, dass ihr keine Mannschaften melden könnt“, schrieb er den Gründaustädtern. 

Jugendausschuss will Corona-Lockerungen abwarten

„Niemand will euch das Recht auf Sichtungs- und Probetrainings nehmen, wir fordern euch lediglich auf, zu überlegen, ob das heute in die politische und sportliche Landschaft passt“, mahnt Kühne die Zehner. Der Kreisjugendausschuss halte es für besser, abzuwarten, bis wieder Lockerungen kommen.

So entstehe laut Kühne ein schlechter Geschmack. „Die Jugendlichen sind derzeit ohne Beschäftigung und damit natürlich offen für derartige Angebote. Ich hätte es als eine absolut faire Geste empfunden, wenn man auf jegliche Art von Werbetraining verzichtet hätte.“

Offizielle fordern Fairness von Fußballverein

Der Kreisjugendwart geht nicht davon aus, dass es Intension der Zehner sei, die Notlage der Kreisvereine auszunutzen und zu versuchen, Spieler durch ein Sichtungstraining nach Langenselbold zu ziehen, obwohl die nächsten Spiele noch lange nicht sichtbar seien.

„Ich möchte Sie auch im Sinne der Fairness anderen Vereinen gegenüber bitten, von der angekündigten Maßnahme Abstand zu nehmen und erst wieder zu sichten, wenn auch wieder gespielt werden kann“, wird Kühne zum Abschluss seines Schreibens noch ein mal deutlich.

Verein wirbt möglicherweise mit falschen Angaben

Für ihn sind zudem die Angaben, mit denen die Zehner werben, nicht richtig. Es stehe noch nicht fest, ob die U19 und die U17 überhaupt in der Gruppenliga spielen würden.

„Ich habe immer wieder betont, dass die Mannschaften das Aufstiegsrecht haben, wenn nach dem Verbandstag Mitte Juni die Entscheidung entsprechend fällt, dass es in der Jugend einenSaisonabbruch, eine Quotientenregelung und einen Aufsteiger gibt“, erklärt Kühne.

„Fällt diese Entscheidung, tritt die zu Beginn der Saison verabschiedete Aufstiegsregelung in Kraft, dass aus den sieben Kreismeistern die drei Aufsteiger ermittelt werden.“

Die Spvgg. Langenselbold wehrt sich gegen die Vorwürfe.

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