Sammler aus Hanau mit Eintrittskarte von WM-Finale 1954 in Bern
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Kai Schwindt sammelt alles: Ob Kissen von Fußball-Weltmeisterschaften oder Eintrittskarten wie die vom WM-Finale 1954 in Bern.

Krasse Sammlung

Fußball-Museum im Dachgeschoss: Dieser Hanauer ist komplett fußballverrückt

  • Thorsten Jung
    vonThorsten Jung
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Er ist Hanaus verrücktester Fußball-Fan: Kai Schwindt hat 1000 Spiele live im Stadion gesehen, besitzt über 30000 Autogrammkarten und hat sich ein eigenes Fußball-Museum geschaffen.

Hanau – Die 30 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung in Kai Schwindts Haus ist etwas für Fußball-Liebhaber. Gläser, Münzsammlungen, Schuhe, alte Fußbälle, allerlei Kuriositäten.

Der Gang durch das Treppenhaus des Dreifamilienhauses stimmt den Besucher ein. Spielankündigungsplakate der Offenbacher Kickers, Trikots von Schalke 04, auf dem Zwischenpodest Ebenbilder von deutschen Nationalspielern als Spielzeugfiguren.

Hanau: Sammler besitzt Autogrammkarte von Pelé

Im Wohnzimmer gibt es rund 400 Sportbücher zu entdecken, Biografien, Fußball-Jahrbücher und Vereinshistorien. Auf dem Tisch ordentlich sortiert ein Teil der riesengroßen Autogrammsammlung, Erinnerungen von früheren Weltmeisterschaften an den Wänden und auf dem Sofa.

Auf dem Boden stehen mehrere Flaschen Fritz-Walter-Sekt. Der Weltmeister von 1954 hatte eine eigene Sektmarke. „Die Flaschen habe ich aus einem Nachlass übernommen“, erzählt Schwindt. Über mehrere Ecken haben sie aus Mittelbuchen den Weg in sein Privatmuseum gefunden. An der Wand hängt ein Foto mit Unterschrift von Pelé. Das kam über den Postweg nach Hanau. „Ich habe ihn angeschrieben und um ein Autogramm gebeten“, berichtet der 53-Jährige.

Sammler aus Hanau hat über 100 Länderspiele besucht

Bei sechs Weltmeisterschaften und sechs Europameisterschaften war er live dabei, hat etwa 100 Länderspiele besucht, erzählt Schwindt auf dem Weg ins Schlafzimmer seines Fußball-Museums. Gläser, Maskottchen als Plüschtiere, Fußballschuhe, ein alter Wimpel des TSV 1860 Hanau, Erinnerungen an die WM 1954 übersäen das Bett.

Der legendäre 6:0-Sieg der Offenbacher Kickers nach der WM 1974 war Auslöser für Schwindts Fußballleidenschaft. Der Bieberer Berg hat ihn genauso in den Bann gezogen wie das Schalker Sturmduo Klaus Fischer / Rüdiger Abramczik. „Das war mein Sturmduo. Sie haben damals mit Schalke in Langenselbold gespielt.“ 1000 Heimspiele seiner Vereine hat er seither gesehen.

Sammler aus Hanau: Erstes Autogramm von Uwe Seeler

Ende der 70er ging es mit Schwindts Sammelleidenschaft los. Das erste Autogramm war eines von Uwe Seeler. „Mein Vater ist mit mir zu Opel Schäfer gefahren. Dort hat er eine Autogrammstunde gegeben“, erinnert er sich und deutet den Weg in die Küche seines Fußballmuseums.

Ordentlich sortiert sind hier die Kicker-Sonderhefte von 1963 an, kaum eine 11-Freunde-Ausgabe fehlt ihm. Ein Shirt mit Autogrammen hat ihm die Mutter von Thomas Berthold nach dem WM-Sieg von 1990 zugespielt. Es hängt am Küchenschrank neben weiteren Trikots des OFC, der Nationalmannschaft, von Real Madrid oder des FC Barcelona.

Ein Highlight von vielen: Sammler aus Hanau besitzt Eintrittskarte von WM-Finale 1954

Im Flur stehen Schränke mit Aktenordnern, darin sind fein akkurat mehrere tausend Eintrittskarten einsortiert. „Dabei sind unzählige Vorkriegsbegegnungen und eine Original-Eintrittskarte des WM-Endspiels Deutschland gegen Ungarn von 1954.“

Überall an den Wänden der Museums-Wohnung hängen Fotos, die Schwindt mit Sportgrößen zeigen. Und der Hanauer hat viele getroffen: Uwe Seeler, Horst Eckel, Steffi Graf. Rudi Völler selbstverständlich auch. „Beim Benefizspiel für einen Linearbeschleuniger im Stadtkrankenhaus habe ich im Jahr 2000 gegen ihn gespielt.“

Sammler aus Hanau hat auch Sympathien für US-Basketball

Graf traf er wenige Jahre später, wie viele andere Promis im Flugzeug. „Sie ist eine der nettesten Personen, die ich getroffen habe“, erzählt der Flugbegleiter, der durch seinen Job bei einer amerikanischen Fluggesellschaft viel in die USA fliegt. „Dadurch haben sich auch Sympathien für Basketball entwickelt“, erklärt er, als er die Autogramme vieler Spieler der National Basketball Association (NBA) zeigt.

Fußball-Museum im Dachgeschoss: Dieser Hanauer ist komplett fußballverrückt

Fußball-Museum im Dachgeschoss in Hanau
Fußball-Museum im Dachgeschoss in Hanau
Fußball-Museum im Dachgeschoss in Hanau
Fußball-Museum im Dachgeschoss in Hanau
Fußball-Museum im Dachgeschoss: Dieser Hanauer ist komplett fußballverrückt

Autogramme kann er nicht genug bekommen. Besonders stolz ist er auf die Autogrammkarten der Weltmeister von 1954. Irgendwann fing er an, Promis und Sportvereine anzuschreiben und nach Autogrammen zu bitten. „Auch wenn ich die Bayern nicht so mag, waren sie da immer vorbildlich“, lobt er den Fußball-Rekordmeister aus München dafür, immer zuverlässig Autogrammkarten mit Original-Unterschriften seiner Spieler geschickt zu haben. Das mache heutzutage kein Profiklub mehr kostenfrei.

Sammler aus Hanau trifft Ex-Nationalspieler im Flugzeug

Eine herzliche Begegnung hatte Schwindt im Flugzeug auch mit Ex-Nationaltorhüter Timo Hildebrand, der ihm später ein signiertes Trikot von Schalke 04 schickte. Natürlich hat auch einer der größten Schwindt-Lieblinge aller Zeiten auch mal das Trikot der Königsblauen getragen: Andreas Möller.

„Er war für mich der kompletteste Fußballer. Und einer, der auch mal unbequeme Schritte geht“, spielt Schwindt darauf an, dass er sowohl für Schalke als auch für den Erzrivalen Borussia Dortmund spielte und sowohl für Kickers Offenbach als auch für Eintracht Frankfurt tätig war, beziehungsweise ist.

Hanau: Sammler Kai Schwindt trainierte mit Welt- und Europameister

Den Welt- und Europameister, der auch die Champions League sowie den Uefa-Cup gewann, traf Schwindt zu Beginn der Karriere im Jugendtraining der Eintracht. „Es war mein letztes und Möllers erstes Training. Er war vier Klassen stärker“, erinnert er sich.

Während Möllers Karriere zum BVB, Juventus Turin und zu Schalke führte, sind Schwindts Vereine in der Region beheimatet: FC Hanau 93, TSV 1860 Hanau, VfR Kesselstadt, 1. FC Langendiebach, Spvgg. 1910 Langenselbold und Viktoria Kahl.

Sammler aus Hanau war 1990 bei seiner ersten Weltmeisterschaft

Die großen Stadien der Welt lernte er als Besucher kennen. 1989 sah er sein erstes Länderspiel live, 1990 war er erstmals bei einer WM. Seitdem war er lediglich bei den Weltmeisterschaften 1998 in Frankreich und 2018 in Russland nicht vor Ort.

In den Fußballerinnerungen schwelgen kann er jeden Tag in seinem eigenen rund 30 Quadratmeter großen Fußballmuseum, das nicht nur für Hanau einzigartig ist. Von außen deutet an Schwindts Haus überhaupt nichts darauf hin, dass in der Dachgeschoss-Wohnung ein Fußball-Fanatiker seiner Sammelleidenschaft frönt.

Kontakt zu Kai Schwindt

Sie haben alte Fußball-Souvenirs (Eintrittskarten, Autogramme, Gläser, Plakate, Hefte, etc.) und wissen nicht wohin damit? Der Hanauer Kai Schwindt freut sich auf Ihren Anruf unter Telefon 06181 13939.

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