Fussball Kreisliga C OF, Squadra Azzurra Offenbach II - FV 06 Sprendlingen
+
Der Hessische Fußball-Verband hat die Saison 2019/20 abgebrochen.

Wegen Corona

Entscheidung gefallen: Hessischer Fußball-Verband bricht Saison ab - Regelung für Relegationsteilnehmer steht fest

  • vonFrank Schneider
    schließen

Der Hessische Fußball-Verband hat die Saison 2019/20 abgebrochen. Die Tabelle wird mithilfe einer Quotienten-Regelung ermittelt. Auch für die Relegationsteilnehmer ist eine Entscheidung gefallen. Nicht alle sind damit einverstanden.

  • Wegen der Corona-Pandemie wurde die Fußballsaison in Hessen im März unterbrochen
  • Jetzt wurde die Saison 2019/20 endgültig abgebrochen
  • Nicht alle sind mit den getroffenen Regelungen zufrieden

Der Hessische Fußball-Verband bricht die wegen der Corona-Pandemie unterbrochene Saison 2019/20 zum 30. Juni ab. Während eines außerordentlichen Verbandstag, der erstmals in der über 70-jährigen Verbandsgeschichte virtuell abgehalten worden ist, folgten die 287 Delegierten weitgehend den über Wochen nach zahlreichen Videokonferenzen und Vereinsbefragungen ausgearbeiteten Empfehlungen des HFV-Präsidiums.

Quotienten-Regelung ermittelt Tabelle

Die Wertung der Tabelle wird mit Hilfe der Quotienten-Regelung vorgenommen. Es gibt die vor der Saison festgelegten Direktaufsteiger, aber keine Absteiger. Der Aufstieg der Teilnehmer von Relegations- und Aufstiegsspielen erfolgt ebenfalls nach der Quotienten-Regel.

Die Frage, was mit den Teams auf den Relegationsplätzen passiert, war zuletzt heiß debattiert worden. Mit der jetzt getroffenen Entscheidung gibt es zusätzliche Aufsteiger, doch viele Zweitplatzierte wie etwa der SC 1960 Hanau in der Verbandsliga Süd oder die Sportfreunde Seligenstadt in der Gruppenliga Frankfurt Ost schauen wegen schlechterer Quotienten in die Röhre.

Gedern steigt in Gruppenliga auf

Doch es gibt auch Gewinner: So kehrt Buchonia Flieden als bester Zweiter der drei Verbandsligen in die Hessenliga zurück. Einer von vier hieß das Motto der virtuellen Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt Ost. Jubeln durfte Alemannia Gedern (Kreis Büdingen),.

Kreisoberligisten bleiben dagegen die Vizemeister Teutonia Hausen (Kreis Offenbach), Ayyildizspor Wächtersbach (Kreis Gelnhausen) und der FSV Bischofsheim (Kreis Hanau).

Rechtsgutachten führt zu Entscheidung des HFV

Bis zuletzt hatten rund 50 in einer WhatApp-Gruppe organisierten Vereine den Aufstieg aller Relegationsteilnehmer gefordert, die Quotienten-Regelung wegen Quervergleiche aus unterschiedlichen Ligen kritisiert. Schlussendlich berief sich das HFV-Präsidium bei seiner Empfehlung auf ein eingeholtes Rechtsgutachten.

Ein offizieller Antrag, nach dem alle Tabellenzweiten aufsteigen sollen, war zudem nicht eingebracht worden. Anders im Jugendbereich: Dort kippte die Quotienten-Regelung durch Zustimmung für einen von vier Fußballkreisen eingereichten Änderungsantrag, so dass nun alle Meister ihr Aufstiegsrecht ausüben dürfen.

Kritik an Regelung und Angst vor aufgeblähten Ligen

Im Seniorenbereich fanden die zusätzlichen Aufsteiger nicht bei allen Delegierten Gefallen. Aufgeblähte Ligen mit zu erwarteten verschärften Abstiegsregelungen werden befürchtet. Im Vorfeld des Verbandstags sprachen sich die Kreisfußballwarte der Region Frankfurt im Verbandsvorstand gegen zusätzliche Aufsteiger aus, was einem Stimmenanteil von 13 Prozent entsprach.

Die Abstimmung der Verbandstagdelegierten brachte ein knapperes Ergebnis. Rund 59 Prozent (175 Stimmen) votierten für die vom Präsidium favorisierte Variante C mit den Relegationsaufsteigern,101 Stimmen entfielen auf eine Saisonwertung nur mit direkten Aufsteigern (Variante B) und 19 Delegierten wollten gar die Saison normal mit direkten Auf- und Absteigern werten.

HFV: Bestmögliche Variante zum Wohle der Vereine

In den Varianten B und C war der Abstieg ausgesetzt. „Nach vielen Überlegungen und zahlreichen Diskussionen wurde die weitreichende Entscheidung des vorzeitigen Saisonendes getroffen. Das Ergebnis zeigt, dass die überwiegende Zahl der Mitglieder unserer Fußballfamilie diesen Schritt begrüßt. Unzählige Stunden der Vorbereitung, Abwägung und Diskussion sind darin eingeflossen und haben sich ausgezahlt, um die bestmögliche Variante zum Wohle unserer Vereine zu erreichen“, so HFV-Vizepräsident Torsten Becker.

Starttermin für neue Saison steht noch nicht fest

HFV-Präsident Stefan Reuß sprach ebenso von einem breiten Konsens und von einer großen Herausforderung, was die Planung der kommenden Spielzeit betrifft.

Noch immer ist es ungewiss, wann der Ball wieder rollen wird. Optimistische Prognosen sehen einen Saisonstart Anfang September vor. „Wir wollen auf die Plätze zurück“, so der Wunsch von Reuß nach einem gewohnten vollständigen Spielbetrieb. 

Verlauf der Corona-Pandemie entscheidend für weiteres Vorgehen

Allerdings wies der Nordhesse auch wiederholt darauf hin, dass der Verband anhängig von den behördlichen Entscheidungen und dem Verlauf der Corona-Pandemie sei. Der HFV-Präsident unterstrich am Tagungsort in der Sportschule Grünberg die historische Bedeutung des außerordentlichen Verbandstages und war mit dessen Verlauf hochzufrieden.

Auch dank der professionellen Umsetzung der Veranstaltung durch die Geschäftsstellen-Mitarbeiter um Moderator Andreas Kattenberg und einer hohen Diskussionsdisziplin der Delegierten waren die zu behandelten Punkte in exakt zwei Stunden abgearbeitet.

Videokonferenz und Abstimmung über das Internet

Per Videokonferenz verfolgten die Delegierten das Geschehen und hatten die Möglichkeit, sich entsprechend zu äußern. Die Abstimmung fand über ein davon unabhängiges Abstimmungstool statt.

Alle Delegierten bekamen die für die Nutzung erforderlichen Kenntnisse im Vorfeld durch ein detailliertes Benutzerhandbuch übermittelt und konnten diese im Laufe der Vorwoche testweise ausprobieren. Der Verbandstag wurde zudem komplett online per Livestream übertragen. Einige Kreise hatten sich mit ihren Delegierten an einem zentralen Ort eingefunden.

Vertreter aus Fußballkreis Hanau zufrieden

So auch die sieben stimmberechtigten Vertreter des Fußballkreises Hanau, die sich mit Kreisfußballwart Dirk Vereeken in Frankfurt in einem Geschäftsbüro von Ausschussmitglied Udo Becker versammelt hatten.

„Bis auf die Sache mit den Relegationsteilnehmern bin ich mit dem Verlauf des Verbandstages zufrieden. Durch die zusätzlichen Aufsteiger werden beispielsweise die Gruppenliga Frankfurt Ost, aber auch viele Kreisoberligen anwachsen. Die Verlierer werden die zusätzlichen Absteiger in den kommenden Jahren sein“, meinte Vereeken.

Pokalrunden dürfen in nächster Saison zu Ende gespielt werden

Die Fußballsaison 2019/20 ist durch den außerordentlichen virtuellen Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes zwar abgebrochen worden, diePokalrunden dürfen aber in der kommenden Saison aber noch zu Ende gespielt werden. 

Mit großer Mehrheit stimmten die Delegierten für eine Fortsetzung der Wettbewerbe. Eine Detailplanung gibt es derweil noch nicht, weil noch offen ist, wann nach den behördlichen Vorgaben wieder Fußballspiele ausgetragen werden dürfen. ImHessen-Pokal steht der FSV Frankfurt als Endspielteilnehmer fest, der zweite Finalist muss noch zwischen dem TSV Steinbach Haiger und dem FC Gießen ermittelt werden. Der Sieger darf am DFB-Pokal teilnehmen.

Viertelfinals müssen im Kreispokal noch gespielt werden

Auf Kreisebene stehen teilweise noch Viertelfinalspiele aus. „Es gab mal lose Überlegungen, eventuell am 3. Oktober einen einheitlichen Pokalendspieltag auf Kreisebene durchzuführen“, berichtet Büdingens Kreisfußballwart Jörg Hinterseher.

Im Jugendbereich ist die aktuelle Pokalsaison per Verbandstagbeschluss abgebrochen worden. Im Gegensatz zum Seniorenbereich würde eine Fortsetzung der Wettbewerbe wegen der zwischenzeitlich anstehenden Jahrgangswechsel keinen Sinn machen.

Das könnte Sie auch interessieren