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Ausgesperrt: Dem SC 1960 Hanau scheint der Sprung in die Hessenliga ebenso verwehrt zu bleiben wie dem FSV Bischofsheim der Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt Ost.

Beschluss am 20. Juni

Aufstiegsregelung: SC 1960 Hanau und FSV Bischofsheim die Verlierer - Drei Vereine aus dem Kreis dürfen wohl jubeln 

  • vonFrank Schneider
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Der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hat  den Weg für weitere Aufsteiger geebnet. Relegationsteilnehmer dürfen sich freuen. Für einige Vereine endet die Saison bitter.

  • Fußball-Verband konkretisiert Lösungen für Aufsteiger
  • Relegationsteilnehmer haben Grund zur Freude
  • Einige Vereine schauen in die Röhre

Der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV) hat in seiner Sitzung am Samstag den Weg für weitere Aufsteiger geebnet. Sollte die aktuell wegen der Corona-Pandemie ausgesetzte Saison am 20. Juni beim virtuellen außerordentlichen Verbandstag erwartungsgemäß zum 30. Juni abgebrochen werden, dürfen laut der HFV-Empfehlung an die Delegierten neben den direkten Aufsteigern auch Relegationsteilnehmer jubeln.

SC 1960 Hanau kann Aufstieg abhaken

Absteiger soll es wie bereits vor zwei Wochen kommuniziert keine geben. Lange Gesichter gibt es aufgrund der jüngsten Entwicklung trotzdem, denn bei Relegationen mit mehreren qualifizierten Teilnehmern und Aufstiegsrunden erhielte nur das nach der Quotienten-Regelung bestplatzierte Team ein Aufstiegsticket in den Händen. Leidtragende sind unter anderem die Fußballer desSC 1960 Hanau, die als Tabellenzweiter der Verbandsliga Süd den schlechtesten Punkteabschnitt aufweisen.

Über die Hessenliga-Rückkehr darf sich dagegen der Tabellenzweite der Verbandsliga Nord, Buchonia Flieden, freuen. Tuba Pohlheim aus der Mitte-Staffel schaut wie die Hanauer in die Röhre. Den Aufstieg in die Verbandsliga Süd hat der SV Dersim Rüsselsheim vor Augen. Der ebenfalls nach der Quotienten-Regelung ermittelte Tabellenzweite der Gruppenliga Darmstadt sticht wertemäßig die Sportfreunde Seligenstadt (Gruppenliga Frankfurt Ost) und den SC Dortelweil (Gruppenliga Frankfurt West) aus.

 Drei Vereine aus Kreis Hanau dürfen jubeln

Aufsteiger in die Gruppenliga Frankfurt Ost wäre der Büdinger Kreisvertreter FC Alemannia Gedern, der einen besseren Punkteschnitt als die übrigen Kreisoberliga-Vizemeister Ayyildizspor Wächtersbach (Gelnhausen), FSV Bischofsheim (Hanau) und Teutonia Hausen (Offenbach) aufweist. Auf der Hanauer Kreisebene dürften die Spvgg. Hüttengesäß (Aufstieg in die Kreisoberliga), Eintracht Oberissigheim II (Aufstieg in die Kreisliga A) und der TSV Niederissigheim II (Aufstieg in die Kreisliga B) jubeln.

Amtlich werden die Empfehlungen erst durch Mehrheitsbeschlüsse beim Verbandstag. Aufgrund des aktuell klaren Meinungsbildes darf jedoch von einer Formsache ausgegangen werden. HFV-Vizepräsident Torsten Becker ausHanau berichtete von intensiven und konstruktiven Diskussionen auf der Führungsebene des Verbandes und bezeichnete die mit rund 84 Prozent Stimmenanteilen mit großer Mehrheit erzielte Empfehlung als ausgewogen und im Hinblick auf die wahrscheinlich im September beginnende neue Spielzeit als „sportlich gut darstellbar“.

Corona-Zwangspause: HFV sieht Herausforderung in neuer Saison

Gemeinsam mit HFV-Präsident Stefan Reuß teilte Becker weiter mit: „Wir wollten stets eine Lösung im Sinne der Mehrzahl unserer Vereine finden. Mit der beschlossenen Empfehlung haben wir eine solche gefunden, die zugleich auch rechtlich abgesichert worden ist. Dass wir nicht hundertprozentige Zustimmung ernten werden, ist uns natürlich klar und auch nicht zu erwarten. Die Herausforderung der folgenden Saison gehen wir mit kreativem Denken und voller Optimismus an.“

Die sieben Gegenstimmen kamen übrigens aus den in der Region Frankfurt vereinten Fußballkreisen. Wie Büdingens Kreisfußballwart Jörg Hinterseher und der Regionalbeauftragte Thorsten Bastian bestätigten, war man in der Region Frankfurt für ausgewogen besetzte Spielklassen und somit gegen zusätzliche Relegationsaufsteiger.

Bittere Enttäuschung für SC Hanau 1960

„Wir sind enttäuscht, aber ich habe diese Entscheidung in den vergangenen Tagen kommen sehen“, sagt Savas Erinc, Trainer des SC 1960 Hanau. Gerne hätte der 34-Jährige seine Mannschaft für eine starke Saison belohnt gesehen.

Doppelt bitter für den HSC: Wären den Hanauern nicht wegen eines tätlichen Angriffs eines Zuschauers gegen den Schiedsrichter beim Spiel in Wald-Michelbach vom Sportgericht drei Punkte abgezogen worden, wäre 1960 mit dem 1. FC Erlensee in der Tabelle gleichauf gewesen und aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs anstatt des FCE in die Hessenliga aufgestiegen.

Frust bei Fußball-Trainern

„Hätten wir gewusst, dass Corona kommt, wären wir bestimmt gegen das Urteil in die Berufung gegangen, zumal der Täter bis heute nicht ermittelt werden konnte“, blickt Erinc zurück. „Ich bin brutal frustriert, das muss ich erst mal verarbeiten“, meinte Sven Kittler, der Fußball-Abteilungsleiter der Sportfreunde Seligenstadt.

Der nach der Quotienten-Regel auf Platz zwei der Gruppenliga Frankfurt Ost gelandete Aufsteiger mit rund 60 Vereinen in einer WhatsApp-Gruppe zusammengeschlossen.

Vereine denken über Sammelklage nach

Ziel der Interessensgemeinschaft war es, den Hessischen Fußball-Verband davon zu überzeugen, dass alle für Relegationen oder Aufstiegsrunden qualifizierten Mannschaften aufsteigen dürfen. Wenige Minuten nach der Bekanntgabe der Verbandsempfehlung überschlugen sich die Nachrichten in besagter Gruppe.

„Sollten sich mehrere der jetzt nicht berücksichtigen Teams zu einer Sammelklage gegen den Verband entscheiden, könnte es gut sein, dass wir uns daran beteiligen“, schloss Kittler ein juristisches Nachspiel zumindest nicht aus.

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