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Diesmal sitzen die Delegierten nicht in Grünberg zusammen und stimmen ab. Der Verbandstag wird virtuell abgehalten.

Fußball

Tag der Entscheidung naht: Virtueller Verbandstag stimmt über Abbruch und Wertung der Fußballsaison ab

  • vonFrank Schneider
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Beim außerordentlichen virtuellen Verbandstag entscheiden wird über die Wertung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison abgestimmt. Eine Tendenz ist klar, die Entscheidung allerdings noch offen.

  • Hessischer Fußball-Verband entscheidet über Abbruch und Wertung der Saison
  • Drei Szenarien stehen zur Auswahl
  • Auch Pokalwettbewerbe stehen zur Diskussion

Region Hanau – Seit Mitte März rollt auf den heimischen Sportplätzen wegen der Corona-Pandemie kein Ball mehr. Nach wochenlangen Diskussionen wird am Samstag (20. Juni) auf einem virtuellen außerordentlichen Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes endgültig über den Abbruch und die Wertung der aktuellen Saison entschieden. Los geht es um 10 Uhr in der Sportschule in Grünberg.

Wegen Corona findet Verbandstag elektronisch statt

Aufgrund der derzeitigen Corona-Pandemie findet der außerordentliche Verbandstag nicht als Präsenzveranstaltung, sondern auf elektronischem Wege statt. Den Delegierten wird die Möglichkeit gegeben, am Verbandstag ohne Anwesenheit am Versammlungsort in Form einer Videokonferenz teilzunehmen und die Delegiertenrechte im Wege der elektronischen Kommunikation auszuüben.

Zudem werden für die Stimmberechtigten elektronische Abstimmungsmöglichkeiten bereitgestellt. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) überträgt die Veranstaltung für Interessierte per Livestream. Dass die Saison abgebrochen wird und nicht wie beispielsweise in Bayern ab September fortgeführt wird, gilt als sicher. Rund 90 Prozent der befragten Vereine hatten sich auf kreisinternen Videokonferenzen für einen Abbruch ausgesprochen. Daraus resultiert nun die Empfehlung des Verbandes.

Bei Saisonabbruch: Drei Szenarien stehen zur Wahl

Im Falle des Abbruchs müssen die Delegierten des virtuellen Verbandstages dann über die Wertung der abgebrochenen Saison entscheiden. Zur Wahl stehen drei Szenarien. Der Verband empfiehlt Variante C, nach der es direkte Aufsteiger, keine Absteiger und nach einer Quotienten-Regelung ermittelte zusätzliche Relegationsaufsteiger geben soll.

Variante B ist deckungsgleich mit Variante C, nur ohne Aufsteiger aus Relegationen oder Aufstiegsrunden. Kaum Befürworter hatte im Vorfeld Variante A, nach der wie bei den beiden anderen Varianten auch eine nach der Quotienten-Regelung berechnete Abschlusstabelle ermittelt wird, es neben Aufsteigern aber auch die im Spielgeschehen vor der Runde festgelegten Absteiger geben soll.

Fußballwarte aus Frankfurt stimmtem gegen bevorzugtes Szenario

B oder C scheint die große Frage zu sein. Im Verbandsvorstand sprach sich am 6. Juni eine klare Mehrheit (87 Prozent) für Variante C aus. Die Gegenstimmen kamen von den sieben Kreisfußballwarten der Region Frankfurt (Büdingen, Frankfurt, Friedberg, Gelnhausen, Hanau, Hochtaunuskreis, Offenbach).

Begründet wurde die Ablehnung von Relegationsaufsteigern mit der Aufblähung von Verbandsspielklassen und dem Ausdünnen unterer Ligen auf Kreisebene. Obgleich die Meinung des Verbandsvorstands, dem sämtliche Fußballwarte der 32 Kreise angehören, nicht deckungsgleich mit dem Meinungsbild der weitaus größeren Delegiertenschar sein muss, lässt sich aufgrund des klar ausgefallenen Votums für die Verbandsempfehlung eine Tendenz erkennen.

Region Frankfurt mit starkem Stimmrecht

Von einer Formsache mag aber nicht jeder sprechen. Legt man die Worte von Hanaus Kreisfußballwart Dirk Vereeken zugrunde, sollten sich die vermeintlich aufstiegsbegünstigten Relegationsteilnehmer nicht zu früh freuen. „Die Region Frankfurt hat zwar nur 13 Prozent der Stimmen im Verbandsvorstand, aber die Anzahl der Delegierten beläuft sich auf rund 30 Prozent."

Die Zahl der Delegierten berechnet sich nach der Zahl der Mitglieder der Vereine und da sticht in der Rhein-Main-Region Bundesligist Eintracht Frankfurt mit rund 90 000 Mitgliedern natürlich heraus. Außerdem könnte es ja sein, „dass sich auch in anderen Kreisen einige Delegierte gegen Variante C entscheiden“, meint der Hammersbacher.

Fußballkreis Hanau will sich vor Verbandstag besprechen

Der Fußballkreis Hanau ist mit sieben Delegierten vertreten. Dazu hat noch Kreisfußballwart Dirk Vereeken als HFV-Vorstandsmitglied ein Stimmrecht. „Wir treffen uns im Konferenzzimmer der Firma von Kreisfußballausschussmitglied Udo Becker und wollen vorher noch eine Besprechung machen“, verrät Vereeken.

Abstimmen werden am Samstag die am Verbandstag 2016 gewählten Delegierten Udo Becker (Germania Dörnigheim), Dietmar Böhmert (SV Oberdorfelden), Walter Heßler (FSV Neuberg), Heinz Hofmann (VfB Großauheim), Günter Klein-Alstädde (Eintracht Oberissigheim), Frank Krause (Rot-Weiß Großauheim) und Manfred Maier (1. FC Hochstadt).

Ob die Hanauer Delegierten wie Vereeken bei der jüngsten Vorstandssitzung für Variante B stimmen werden, darüber hielten sich die Delegierten im Vorfeld bedeckt. Ähnlich ist die Lage im Kreis Gelnhausen. „Wir leben ja in einer Demokratie, jeder kann für sich abstimmen“, sagt Kreisfußballwart Gerhard Pfeifer.

Regelung für Pokalwettbewerbe wird diskutiert

Diskutiert werden soll auch, wie mit den ebenfalls unterbrochenen Pokalwettbewerben verfahren wird. Möglicherweise sollen diese anders als die Ligen ab September noch sportlich beendet werden. Auf einem außerordentlichen Verbandstag dürfen nur die Angelegenheiten behandelt werden, die zu seiner Einberufung geführt haben.

Präsidium, Aufsichtsrat, die Verbandsausschüsse, der Verbandsvorstand und die Kreisfußballtage waren berechtigt, Anträge zur Tagesordnung mit Begründung bei der Verbandsgeschäftsstelle einzureichen. Ordnungsgemäße Anträge mit Ausnahme von Dringlichkeitsanträgen werden unverzüglich nach Ablauf der Antragsfrist den Delegierten in Textform bekannt gegeben, teilt der Hessischen Fußball-Verband mit.

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