Neue Spielform, die den Kids Spaß bringt: Bei Funino spielen die Nachwuchskicker auf vier kleine Tore. Beim FSV Bischofsheim steht Funino hoch im Kurs, im Fußballkreis Hanau gibt es dazu keine offizielle Spielrunde, im Kreis Offenbach dagegen schon. Archivfoto: PM

Fußball

Funino im Kreis Hanau keine Option

Fußball. Die Nachwuchsfußballer im Kreis Hanau starten an diesem Wochenende in die neue Saison. Während im benachbarten Fußballkreis Offenbach bei den G- und F-Junioren auch auf die Spielform Funino gesetzt wird, kommt die Variante im Kreis Hanau nicht zum Einsatz. Ein großer Liebhaber der Spielform kommt vom FSV Bischofsheim.

Von Nicolas Obst

„Funino spielt in unseren Planungen keine große Rolle. Ich sehe das nicht als Spielform, sondern viel eher als Trainingsform, die schon sehr lange Anwendung findet“, sagt der Hanauer Kreisjugendwart Manfred Kühne. „Der Hessische Fußballverband hat es den Kreisen überlassen Funino anzubieten, ich habe es den Vereinen in Form von Spielfesten und Turnieren angeboten, doch den Hype verstehe ich nicht“, so der Schönecker.

Die Vereine würden die Form nicht wollen, denn es sei ihnen kaum möglich die Bedingungen für Funino zu erfüllen: „Man fragt sich, woher sollen die zusätzlichen Betreuer und Tore kommen? Außerdem ist der ganze Sportplatz bei Funino belegt und die anderen Mannschaften können nicht spielen“, erklärt Kühne. Lediglich der FSV Bischofsheim habe bereits Turniere mit der Spielform Funino ausgerichtet: „Das kam auch gut an und war ganz witzig, es ist auch ein gutes Mittel für Spielfeste und Privatturniere, aber als Organisationsform für eine ganze Saison wird es das bei uns nicht geben.“

Ein großer Funino-Fan

Souliman Attanin ist großer Funino-Fan. Der Jugendleiter des FSV Bischofsheim hat bereits drei Funino-Turniere ausgerichtet und ist mit der Resonanz zufrieden: „Die Leute waren erst einmal skeptisch, als ich die Mini-Tore aufgebaut habe. Doch hinterher waren alle begeistert. Ich habe die Kinder nach dem Turnier gefragt, wer alles ein Tor geschossen hat. Jeder einzelne Spieler hat sich gemeldet, das war schön zu sehen“, erzählt er.

Attanin erkennt viele Vorteile in der Spielform, insbesondere für Spieler, die in den normalen Spielen der G- oder F-Jugend nicht immer zum Zuge kommen: „Jedes Kind bekommt beim Funino ein Erfolgserlebnis, alle drei Spieler in einem Team haben den gleichen Stellenwert, sie müssen angreifen, dribbeln und verteidigen, dabei lernen die Spieler sehr viel.“

Außerdem gefällt dem Jugendleiter, dass Funino so variabel einsetzbar ist. Erst vor kurzem hat Attanin bei einem Freundschaftsspiel, den Auswechselspielern der beiden Mannschaften angeboten während des normalen Spiels eine Partie des Mini-Fußballs zu spielen, die Spieler waren begeistert erzählt er.

„Ich finde man sollte Funino gerade in der G- und F-Jugend zum Abschluss in jedem Training spielen, man sollte öfters an Turnieren teilnehmen“, sagt Attanin.

Kein reiner Spielbetrieb

Der Bischofsheimer kann sich aber auch keinen reinen Spielbetrieb mit Funino vorstellen: „Man braucht den normalen Wettbewerb mit Torwart und allem was dazugehört, doch die Turniere sind eine gute Sache und gerade für die jungen Spieler sehr wertvoll.“

So begrüßt er zwar die Einführung von Funino im Kreis Offenbach auf freiwilliger Basis, doch das klassische Fußballspiel möchte Attanin nicht vernachlässigen.

Auch Kühne erinnert daran, dass die Kinder ab der E-Jugend im Sieben gegen Sieben mit Torhütern um Punkte und Meisterschaft spielen: „Vor einigen Jahren entstand ein großer Hype, man solle Vier gegen Vier spielen, die Spielfelder sollen immer kleiner werden. Ich frage mich, was ist das für ein Fußball? Die Kinder brauchen auch eine Vor-stellung von späteren Punktspielen.“ Nichtsdestotrotz hält Kühne Funino für eine gute Trainingsform und eines von vielen Elementen, die in der Zukunft eine Rolle im Fußball spielen werden.

Ähnlich sieht es Attanin , der sich in seinem Verein verstärkt für die Spielform einsetzt und beobachtet, wie immer mehr Übungsleiter zum Abschluss ihres Trainings die vier Tore aufstellen und eine Runde Funino beginnen.

Ein Video zu Funino findet Ihr hier.

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