Vereinsperspektive: Main-Kinzig-Kreis und Sportkreis Main-Kinzig unterstützen den Amateursport finanziell.
+
Vereinsperspektive: Main-Kinzig-Kreis und Sportkreis Main-Kinzig unterstützen den Amateursport finanziell.

Corona-Pandemie

Finanzspritzen für SportvereineLandkreis und Sportkreis unterstützen coronagebeutelte Klubs wie Hanau 93

  • VonAndrea Euler
    schließen

Ein Füllhorn wurde am Montagabend im Barbarossasaal des Main-Kinzig-Forums in Gelnhausen über den heimischen Sportvereinen ausgeschüttet, die sich mit einem Antrag auf finanzielle Unterstützung in der Corona-Pandemie an den Sportkreis Main-Kinzig gewandt hatten. Von 500 bis 10 000 Euro reichen die Zuwendungen, die den 29 Vereinen zugeteilt wurden, denen Einnahmen aus dem Spielbetrieb und der Gastronomie im Vereinsheim fehlen oder die Mitglieder und Sponsoren verloren haben.

Main-Kinzig-Kreis – Die größten Zuschüsse bekommen der TSV Höchst, der hohe Kosten mit der Finanzierung der Rasenplatzsanierung bewältigen muss, und der SV Hochland Fischborn, der finanzielle Verpflichtungen nach dem Bau eines Kunstrasenplatzes eingegangen ist.

Viele Vereine erhalten aus dem Gesamtetat in Höhe von 125 000 Euro kleinere Beträge – so auch der FC Hanau 93, der von Landrat Thorsten Stolz (SPD), dem Sportkreisvorsitzenden Helmut Meister und seiner Stellvertreterin Sieglinde Weber einen Förderbescheid in Höhe von 3 000 Euro erhielt. Geld, dessen Verwendungszweck nun, nach Bekanntgabe der Unterstützungshöhe, festgelegt werden soll, wie Adolfo Alonso, der stellvertretende Vorsitzende, sagt.

Auch seinem Verein seien Einnahmen weggefallen – etwa bei Eintritts- und Sponsorengeldern, Mitgliedsbeiträgen und der Verpachtung. Alonso erinnert sich, wie wenig er zu Beginn des vergangenen Jahres einschätzen konnte, „was da alles auf uns als Verein zukommen wird, was das für Ausmaße mit sich bringt“. Denn es dauerte nicht lange, bis der Trainingsspielbetrieb in den Sportvereinen eingestellt wurde. „Sportanlagen und Kabinen waren gesperrt, das Vereinsleben faktisch eingestellt. Und dann hat im April auch noch der Pächter, der erst im Januar angefangen hatte, wieder die Segel gestrichen. Damit fehlten auch noch Einnahmen in der Pacht.“

Fußballspiele ohne Zuschauer sind ein Drauflegegeschäft

Gleich von Anfang an habe der Verein Onlinetraining angeboten – wobei das nicht allzu lange nötig war, „denn im Sommer durften wir ja wieder trainieren“. Wenn auch unter Bedingungen: Umsetzung des Hygienekonzepts, Sensibilisierung und Schulung waren zeitintensiv. Zudem zeigte sich, dass bei Beginn der neuen Runde nur begrenzt Zuschauer zugelassen waren – wenn überhaupt. „Das hat uns Einbußen beschert, bei den Spielen ganz ohne Zuschauer war es ein Drauflegegeschäft, denn die Kosten laufen ja weiter.“

Im Oktober wurde die Runde unterbrochen. „Und sie wurde gar nicht mehr weitergeführt. Von Mitte Oktober bis in den April wussten wir das aber nicht – das war eine sehr lange Zeit der Ungewissheit. Der Hessische Fußballverband hat da keine klare Linie gezogen und die Vereine allein gelassen. Nach dem Motto: Ihr müsst selbst entscheiden, ob ihr weiter die Spieler trainiert“, berichtet Alonso.

Eine vertrackte Situation: Der Verein stand sehr gut in der Hessenliga da. Wäre die Runde nochmals losgegangen, hätte er auch fitte Spieler gebraucht. Für den Verein blieb diese lange Zeit ohne Training nicht ohne Folgen: „Bei den Teenies haben wir einige verloren“, schätzt Alonso, dass etwa zehn Prozent der Jugendlichen dem Verein in den vergangenen neun Monaten den Rücken gekehrt haben. Bei den Fünf- bis Siebenjährigen sei dagegen zu merken, „dass die und auch ihre Eltern wollen“. Gerade die Anrufe der Kinder, die immer wieder nachgefragt hätten, wann sie wieder auf den Sportplatz dürfen, hätten in den Lockdown-Monaten „im Herz wehgetan“.

Bescheidübergabe: Landrat Thorsten Stolz (rechts), die Sportkreisvorsitzenden Helmut Meister (links) und Sieglinde Weber mit dem 93er Adolfo Alonso.

Aber Alonso sieht auch Positives: Neun Jahre habe der Verein kein Flutlicht gehabt – nun wurde es in der Corona-Zeit installiert. Und an Weihnachten 2020 starteten Vorstand und Mannschaft eine Sammelaktion für die Hanauer Straßenengel, bei der 1111 Euro gespendet wurden. Seit Ende 2020 ist wieder ein Pächter da. Und es sei gelungen, in der spiel- und trainingsfreien Zeit „an den Strukturen zu arbeiten und Dinge abzuarbeiten, für die immer zu wenig Zeit da war.

„Heute ist ein guter Tag für den Sport“, zeigte sich Helmut Meister zufrieden, die 93er und die anderen Sportvereine mit Geldern aus dem Hilfsprogramm Vereinsperspektive des Main-Kinzig-Kreises beglücken zu können. Ein Großteil des Geldes, das der Landkreis zur Verfügung stellt, fließe in die Erhöhung der Übungsleiterpauschale.

„Diese Unterstützung ist ein Dankeschön und ein Zeichen der Anerkennung für die Arbeit, die Sie leisten. Sie soll helfen, schneller wieder Tritt zu fassen. Ich hoffe, dass es gelingt, vor allem Kinder und Jugendliche wieder in die Vereine zurückzuholen. Ich danke für das Engagement und das Durchhaltevermögen in den vergangenen 16 Monaten“, so Landrat Thorsten Stolz. (Von Andrea Euler)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema