Nicht mehr im Trikot der 93er: Michael Fink wird das Team weiter als Trainer betreuen.
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Nicht mehr im Trikot der 93er: Michael Fink wird das Team weiter als Trainer betreuen.

Ex-Profi bleibt aber Trainer des Hessenligisten

FC Hanau 93 verliert Michael Fink als Spieler

Kurz vor dem Jahreswechsel wartet Fußball-Hessenligist FC Hanau 93 mit einer spektakulären Personalmeldung auf. Spielertrainer Michael Fink wechselt ab sofort zum abstiegsbedrohten Regionalligisten FC Gießen, bleibt den Hanauern aber als Trainer erhalten.

Hanau – Der 38-jährige frühere Bundesligaspieler spricht von einem Freundschaftsdienst. Die (vorübergehende) Rückkehr zum FC Gießen, mit dem er als Spieler in der Saison 2018/19 die Hessenliga-Meisterschaft errang, geht er seinem dort als Trainer fungierenden Kumpel Daniyel Cimen zuliebe an und nimmt dafür eine mehrmonatige Doppelbelastung in Kauf.

Michael Funk steigt am Samstag ins Training ein

Bereits am 9. Januar könnte Fink im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TSV Steinbach-Haiger erstmals wieder im Gießener Trikot um Punkte kämpfen. Ins Training der Mittelhessen steigt der Routinier am Samstag ein.

Während in der Hessenliga aufgrund des Corona-Lockdowns an einen Training- und Spielbetrieb nicht zu denken ist, wird in der Regionalliga Südwest seit Anfang Dezember wieder gekickt. Als Tabellenvorletzter des 22 Mannschaften starken Feldes befindet sich Gießen in akuter Abstiegsgefahr.

Hanau 93 erteilt kurzfristig die Freigabe

„Ich soll mit meiner Erfahrung helfen, das Team zu stabilisieren“, erklärt Fink, der sich in den vergangenen Wochen mit individuellen Laufeinheiten fitgehalten hat. „Das Mannschaftstraining hat mir natürlich schon gefehlt“, ergänzt Fink und hofft, dass er ohne große Anlaufschwierigkeiten sofort an sein bestes Leistungsvermögen anknüpfen kann.

Nach der Anfrage von Cimen regelte Fink die Freigabe mit den 93ern zügig. Kurios: Die Hanauer revanchieren sich mit ihrer „Ausleihe“ beim FC Gießen. Gegen Ende der vorletzten Saison stellte der FCG seinen damaligen Spieler für dessen neue Traineraufgabe bei den 93ern frei, sodass Fink den HFC in den letzten Saisonspielen der Verbandsliga Süd und in der Aufstiegsrunde zur Hessenliga bereits coachen konnte.

Genug Alternativen im Kader von Hanau 93

Den vorübergehenden Verlust des Spielers Fink will der Hessenliga-Vierte über seine Kaderstärke kompensieren. Mit Ljubisa Gavric, Dominique Jourdan, Semih Sentürk und Enis Muratoglu stehen noch vier gelernte Innenverteidiger zur Verfügung, ebenso könnte auch der Ex-Alzenauer Tarik Sejdovic in der Mitte verteidigen.

„Auf meiner Position ist der Kader gut besetzt, außerdem hatte ich ja ohnehin vor, mich nach und nach auf meine Traineraufgabe zu konzentrieren und die jüngeren Akteure spielen zu lassen“, erzählt der HFC-Trainer.

Hagikian spricht von besonderer Situation

Alexander Hagikian, der Sportliche Leiter der 93er, begründet die Entscheidung des Vereins, Fink als Spieler freizugeben, folgendermaßen: „Es ist eine besondere Konstellation, es geht um einen seiner besten Freunde Daniyel Cimen, mit dem wir ja auch seit seiner Zeit als Spieler bei uns noch eng verbunden sind. Wir hoffen, dass Michael seinen Teil dazu beitragen kann, dass der FC Gießen den Klassenerhalt sichert.“

Laut Fink überschneiden sich die Trainingstage der beiden Vereine nicht, auch bei den Punktspielen könnten mit Verlegungen terminliche Kollisionen verhindert werden.

Michael Fink glaub nicht an Rückrunde

Fink ist zudem wichtig zu betonen, dass der nun anstehende Wechsel als Spieler bei normalem Saisonverlauf für ihn nicht infrage gekommen wäre. „Ich denke, in der Hessenliga wird es erst im März wieder losgehen und ich gehe davon aus, dass lediglich die Hinrunde noch zu Ende gespielt wird“, meint der Ex-Profi.

In einer Videokonferenz mit allen Hessenligisten sei den Vereinen von Klassenleiter Matthias Bausch eine dreiwöchige Vorbereitungszeit für den Re-Start in Aussicht gestellt worden. Ab wann Mannschaftstraining auf Amateurebene überhaupt wieder erlaubt sein wird, ist abhängig vom Verlauf der Pandemie und steht demnach noch in den Sternen.

Von Frank Schneider

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