Klare Angelegenheit: Michel Gschwender, der auch schon für Hanau 93 spielte, hatte mit dem SV Zeilsheim in Erlensee leichtes Spiel. Nico Damm (links) und seine Teamkollegen tun sich in der Hessenliga sehr schwer.
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Klare Angelegenheit: Michel Gschwender, der auch schon für Hanau 93 spielte, hatte mit dem SV Zeilsheim in Erlensee leichtes Spiel. Nico Damm (links) und seine Teamkollegen tun sich in der Hessenliga sehr schwer.

HESSENLIGA

FC Erlensee kassiert die nächste Packung: Ernüchterung nach dem 0:6 gegen Mitaufsteiger Zeilsheim

Die Fußball-Hessenliga entpuppt sich für Aufsteiger 1. FC Erlensee mehr und mehr zu einer Herkulesaufgabe. Auch im zweiten Heimspiel der Saison blieb die Truppe von Trainer Tobias Heilmann chancenlos. Gegen Mitaufsteiger SV Zeilsheim setzte es eine 0:6-Schlappe. Vor dem Match war das 1:7 drei Tage zuvor gegen Rot-Weiß Walldorf noch als Ausrutscher angesehen worden, den das Team umgehend vergessen machen wollte. Es blieb bei einem Vorhaben. Und es stellt sich die Frage: Ist der Aufsteiger überhaupt hessenligatauglich?

Erlensee –Die nächsten Wochen werden es weisen. Am kommenden Mittwoch steht ein Auswärtsspiel bei Türk Gücü Friedberg an. In der gegen Zeilsheim präsentierten Verfassung wird der Aufsteiger beim Mitfavoriten wohl keinen Blumentopf gewinnen.

Die Gäste aus Zeilsheim, bei denen der ehemalige Hanau-93-Stürmer Khaibar Amani wegen einer Verletzung beim Warmmachen passen musste, erteilten dem FCE in Cleverness, Aggressivität und Spielanlage eine Lehrstunde. Torwart Tim Kuhl verhinderte sogar eine noch deftigere Niederlage.

Nach ganz passablen Anfangsminuten wurde der FCE wieder kalt erwischt, als Raffael Grigorian in der achten Minute einen unzureichend geklärten Ball von der Strafraumgrenze einnetzte. In der Folge war sofort die Nervosität zurück und der Faden völlig verloren. Die Gäste dominierten mit gutem Konterspiel und Keeper Kuhl musste mehrfach vor völlig frei stehenden Stürmern Kopf und Kragen riskieren, um einen höheren Rückstand zu verhindern.

In der 22. Minute meldete sich der FCE auch einmal im Strafraum der Gäste an, als Marcel Mohn flankte und Sebastian Wagners Kopfball knapp übers Tor strich. In der 24. Minute scheiterte Wagner am Gästekeeper Dominik Reining. Auf der Gegenseite leistete sich Kuhl den einzigen Fehler, indem er ein Luftloch trat, doch der Zeilsheimer Athanasois Nakos brachte das Kunststück fertig, den Ball am leeren Tor vorbeizuschießen.

In der 39. Minute spielten die Gäste einen Konter, den Carlos McCrary zum 0:2 abschloss, mustergültig aus. Vier Minuten später legte der Ex-Seligenstädter das 0:3 nach. Zur Pause schien das Spiel für den Hanauer Kreisvertreter verloren, zu massiv wirkten die Vorteile der agilen und körperlich präsenten Gäste aus dem Frankfurter Westen.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Aufbäumen des FCE aus, eigene Torchancen waren Mangelware. Zeilsheim hatte nur wenig Mühe, mit drei weiteren Treffern bis Mitte der zweiten Hälfte endgültig für klare Verhältnisse zu sorgen. In der 55. Minute deutete der Referee nach einem ungeschickten Einsteigen von Pascal Hamann auf den ominösen Punkt. Raffael Grigorian verwandelte sicher. Und das Scheibenschießen hatte noch kein Ende. In der 58. Minute war Nakos mit einem herrlichen Distanzschuss erfolgreich. In Spielminute 64 erzielte der kurz zuvor eingewechselte Dario Stange gar das sechste Tor.

Danach plätscherte das Spiel vor sich hin, weil die Gäste zurückschalteten. „Wir machen zu viele Fehler. Wenn eine Aktion nicht klappt, bricht alles zusammen“, analysierte FCE-Trainer Tobias Heilmann. Der junge Übungsleiter wirkte obgleich der neuerlichen Heimschlappe enttäuscht und etwas ratlos, da er sich nach dem Walldorf-Spiel eine Trotzreaktion seiner Mannschaft gewünscht und auch erwartet hatte.

„Klar, die Ergebnisse sind ernüchternd, doch wir wussten, dass die Saison schwer wird, und geraten deswegen jetzt nicht in Panik“, sagte FCE-Vorsitzender Tobias Gebhardt und unterstrich, dass Spieler und Trainer das Vertrauen des Vorstands genießen. „Die Hessenliga ist für uns eine große Herausforderung. Wir nehmen diese mit einer in den vergangenen Jahren kaum veränderten Mannschaft gerne an und hoffen natürlich, dass sich die Ergebnisse bessern werden.“

Mit dem Ordnungsamt der Stadt Erlensee erzielte der Hessenligist im Übrigen Einvernehmen über ein gesondertes Hygienekonzept. Bei Hessenliga-Heimspielen dürfen nun bis zu 400 Zuschauer Einlass finden.

Erlensee: Kuhl - Wörner (38. Walke), Fischer, Hamann, Hixt - Mohn, Bassenauer - Wagner, Schunck, Niegisch (46. Spindler) - Damm (64. Zimpel)
Zeilsheim: Reining - Pitas, Gschwender, Nakos, Muca (66. Mastilovic), Uslu, Pandza (63. Stange), Fosuhene (71. Acar), Sultani, Grigorian, McCrary
Tore: 0:1 Grigorian (8.), 0:2 und 0:3 McCrary (40./44.), 0:4 Grigorian (56./FE), 0:5 Nakos (58.), 0:6 Stange (64)
Schiedsrichter: Radl (Biebesheim)
Zuschauer: 260
Beste Spieler: Kuhl, Spindler / Mc Crary, Grigorian, Sultani

Von Frank Schneider

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