Herausforderung ausgesprochen: Für Daniel Böhmer, Coach des FC Erlensee II, hat das Duell gegen den VfR Kesselstadt „Endspiel-Charakter“.
+
Herausforderung ausgesprochen: Für Daniel Böhmer, Coach des FC Erlensee II, hat das Duell gegen den VfR Kesselstadt „Endspiel-Charakter“.

KREISOBERLIGA

FC Erlensee II fordert VfR Kesselstadt um Vorherrschaft in der Kreisoberliga heraus

  • VonLennart Nickel
    schließen

Es ist kein Derby und sicherlich auch kein „El Classico“ der Hanauer Fußball-Kreisoberliga, dennoch: Wenn sich am kommenden Sonntag der VfR Kesselstadt und die Reserve des 1. FC Erlensee gegenüberstehen, geht es um nicht weniger als die Vorherrschaft in der Liga.

Hanau/Erlensee – Gastgeber VfR ist seit 27 Ligaspielen ungeschlagen und steht seit dem sechsten Spieltag auf Rang Eins der Kreisoberliga, die Herausforderer aus Erlensee liegen zwar einen Tabellenplatz und aktuell sechs Punkte hinter den Kesselstädtern, haben aber auch noch ein Nachholspiel zu absolvieren.

„Für uns hat das ein bisschen Endspiel-Charakter“, gesteht Daniel Böhmer, Coach der Erlenseer Hessenliga-Reserve. Ob der Spitzenreiter aus Kesselstadt besonderen Druck verspürt? „Wir lassen es auf uns zu kommen und sind ganz entspannt“, antwortet Edo Selimovic, sportlicher Leiter der ersten Mannschaft des VfR kokettierend.

Während das Team um Trainer Dino Selimovic, Kapitän Sead Kavgic und Toptorjäger Almir Derdemez (22 Tore) am vergangenen Wochenende souverän mit 7:0 in Hüttengesäß siegte, tat sich Erlensee bei seinem letzten Spiel gegen den FSV Neuberg unerwartet schwer und kam nicht über ein 0:0 gegen den Tabellenelften hinaus. „Die Jungs sind in der Pflicht, das gutzumachen“, appelliert Böhmer an seine junge Mannschaft. Die Spielweise sei insgesamt zu behäbig gewesen, zudem gelte es die Chancenverwertung deutlich zu verbessern, urteilt der 41-Jährige.

Erlensee ist vor körperlich robusten Kesselstädtern gewarnt

Wie also will der FCE den Ligaprimus aus Kesselstadt knacken? „Mit 100 Prozent Leidenschaft, 100 Prozent Disziplin und 100 Prozent Hingabe“, fordert Böhmer und ergänzt: „Mit 99 Prozent brauchst du gar nicht erst antreten.“ Schließlich seien die Rot-Weißen nicht nur clever, sondern auch körperlich robust. Das bedeute für die bisher mit nur sechs Gegentoren ausgekommene Erlenseer Top-Defensive: „Die Balance zwischen Mann- und Raumdeckung muss funktionieren.“

Wenig überraschend also, dass Böhmer den Favoritenstatus klar bei den Hausherren ansiedelt. Den lässt sich Edo Selimovic nicht nehmen: „Wir müssen die Favoritenrolle annehmen.“ Schließlich spiele man gut und brauche keine Angst zu haben. Die starke Abwehr des Gegners macht ihm dementsprechend keine Sorgen: „Erlensee II hat wohl noch nicht gegen eine gute Offensive gespielt“, erklärt er, fügt aber hinzu: „Respekt muss man insbesondere vor dieser jungen, läuferisch starken Mannschaft haben.“

Personell kann der VfR Kesselstadt beinahe aus dem Vollen schöpfen, einzig der Langzeitverletze Alen Habibovic und der noch nicht ganz fitte Emir Omerovic können dem Favoriten nicht wie gewohnt aushelfen. Bei Erlensee sieht es hingegen etwas schwieriger aus. „Wir haben eine bisschen angespannte personelle Situation“, so Böhmer. Er wird am Sonntag auf einige Kranke und Verletzte sowie auf ein bis drei Spieler, die die ebenfalls gebeutelte erste Mannschaft unterstützen werden, verzichten müssen.

Nichtsdestotrotz, und auch in Betracht des Kesselstädter Favoritenstatus: Die Erlenseer fahren nicht ohne Motivation an die Pumpstation. „Wir haben eine große, breite Brust. Verstecken werden wir uns nicht, ganz klar“, so Daniel Böhmer.

Der seit November 2019 amtierende Trainer lässt verlauten, dass er schon das ein oder andere Spiel der Kesselstädter verfolgt habe und zu dem Schluss gekommen ist: „Es gibt auch zwei, drei Schwachstellen beim VfR, wenn wir die bespielen können…“ (Von Lennart Nickel)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema