Aufstiegstrainer Pedro Valina muss seine HSG Preagberg auf das Kellerduell beim TSV Klein-Auheim einstellen. Zum Tabellenletzten hat der Coach eine Menge Verbindungen

Handball

Familienduell für Pedro Valina: Gastspiel bei seinem Heimatclub

Handball. Wenn Pedro Valina am Samstag um 19 Uhr mit seiner HSG Preagberg beim TSV Klein-Auheim gastiert, steht nicht nur der Kampf um wichtige Punkte für den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga auf dem Programm, sondern auch ein Duell mit dem Heimatverein des Preagberger Trainers.

Von Robert Giese

Auf der gegnerischen Seite stehen nicht nur einige von Valinas alten Weggefährten und Zöglingen, sondern auch Teile seiner Familie – auf und neben dem Spielfeld.​​

Valina ist ein „Klein-Auheimer Bub“, wie er selbst sagt, der eine besonders innige Beziehung zum TSV hat. Als Spieler durchlief er bei den Klein-Auheimern die Jugendteams bis zu den Aktiven, und auch als Coach machte er hier seine ersten Gehversuche – damals als Trainer der männlichen B-Jugend. „In diesem Verein steckt auch viel von meinem Herzblut“, stellt Valina daher klar.

Im Familienduell stehen die Schwiegereltern auf Seite des TSV

Viele Bande, die er über die Jahre geknüpft hat, haben sich erhalten: Dirk Decker, Vorsitzender der Klein-Auheimer, ist seit der Kindheit ein enger Freund Valinas und war auch dessen Trauzeuge. Doch damit nicht genug, denn in den Reihen des TSV stehen zwei von Valinas Neffen – Torwart Philipp spielt schon seit einigen Jahren für Klein-Auheim, Rechtsaußen Yannick wechselte vor Saisonbeginn zum Bezirksoberligisten.

Die Familie – Valinas Schwiegereltern wohnen nur einen Steinwurf von der Klein-Auheimer Halle entfernt – wird sich dieses Familienduell zwischen Neffen und Onkel nicht entgehen lassen und von der Tribüne aus mitfiebern. Die Sympathien dürften dabei allerdings recht klar verteilt sein, wie der Preagberg-Coach befürchtet: „Die werden in der Mehrzahl wohl Klein-Auheim die Daumen drücken!“

"Es wird keine Geschenke geben - von keiner Seite"

Neben seinen Neffen trifft Valina am Samstag aber auch auf einige Spieler, die er früher bei der HSG Hanau II trainiert hat: Stefan Schwab glänzt beim TSV noch immer als Spielmacher, Peter Corell sitzt auf der Klein-Auheimer Trainerbank. Mit ihnen steht er normalerweise regelmäßig im Austausch, genau wie mit seinen Neffen. „Doch diese Kommunikationskanäle“, sagt Valina und lacht, „sind aktuell verstummt.“

Das liegt an der prekären sportlichen Situation, in der sich die beiden Vereine aktuell befinden: Der TSV ist sieglos Tabellenletzter, der Aufsteiger aus Preagberg hat lediglich zwei Punkte mehr auf dem Konto und muss auch nach unten schauen. „Wer am Samstag verliert, wird noch eine Weile im Tabellenkeller feststecken“, prophezeit Valina daher, und deshalb „wird es da sicherlich keine Geschenke geben – von keiner Seite.“

Ein Kellerduell vor vollbesetzter Halle - Details werden das Spiel entscheiden

Auch wegen des Heimvorteils sieht Valina die Klein-Auheimer im Kellerduell als leichten Favoriten, zudem verfüge der TSV über jede Menge Routine im Kampf um den Klassenerhalt und über sehr erfahrene Spieler. „Stefan Schwab ist auf Rückraum Mitte eine Waffe, wenn er fit ist“, zählt Valina auf – allerdings plagte sich der Klein-Auheimer Spielmacher zuletzt mit Rückenproblemen. Doch damit nicht genug, denn „mit Jörg Schäfer haben sie für den rechten Rückraum jetzt noch viel Qualität hinzugewonnen“.

Wo Klein-Auheim auf erfahrene Individualisten zurückgreifen kann, will der Aufsteiger als Team punkten: „Wir müssen das über das Kollektiv lösen“, fordert Valina, der zudem den Schnelligkeitsvorteil seines jungen Teams ausnutzen will. „Wenn wir das Tempo hoch halten, haben wir eine Chance“, denkt der Trainer der HSG, aber am Ende würden Kleinigkeiten das Duell der Lokalrivalen entscheiden.

Die Vorfreude ist groß

Bei aller Brisanz – ein Unentschieden helfe schließlich keiner Mannschaft weiter – ist bei Valina die Vorfreude aufs Derby groß: „Es ist schön, dass wir uns so ein Duell in der Bezirksoberliga liefern können, die Halle wird sicher voll sein, das wird ein tolles Spiel. Ganz besonders“, verriet der HSG-Coach, „freue ich mich auf die sicherlich intensiven Gespräche nach dem Spiel.“

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